Jahrestagung US-Waffenlobby feiert Sieg über Obama

Die US-Waffenlobby fühlt sich bei ihrer Jahrestagung stark wie lange nicht mehr. Präsident Obama ist mit seinem Wunsch nach strikteren Waffengesetzen vorerst gescheitert. Die Lobby spricht von einem „Kulturkampf“.
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Treffen der Waffenlobbyisten: Dan Rooney von der Air Force spricht bei der Jahrestagung der NRA. Quelle: ap

Treffen der Waffenlobbyisten: Dan Rooney von der Air Force spricht bei der Jahrestagung der NRA.

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HoustonDie mächtige US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) feiert bei ihrer Jahrestagung in Houston offen einen Triumph - die Niederlage der Initiative von Präsident Barack Obama für striktere Waffengesetze. „Dies ist nicht nur eine Schlacht um Waffenrechte“, sagte NRA-Vizepräsident James Porter zum Auftakt der Veranstaltung am Freitag in Houston nach Angaben von US-Medien. Beim Kampf um das Recht auf Waffentragen gehe es um mehr: Dies sei ein „Kulturkampf“. „Ihr in diesem Raum seid Freiheitskämpfer“, rief er den Teilnehmern zu.

„Wir werden in unseren Rechten und den Rechten aller gesetzestreuen Waffenbesitzer niemals zurückweichen“, sagte Wayne LaPierre, ebenfalls Vizepräsident der NRA. Rund 70 000 Menschen sind zu dem dreitägigen Treffen in die texanische Stadt gekommen.

Das NRA-Treffen in Houston ist das erste seit dem Massaker an einer Grundschule in Newtown im Dezember. Damals hatte ein Amokläufer 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen. Obama hatte daraufhin den Kampf für schärfere Waffengesetze zur Chefsache gemacht. Zeitweise sah es nach einem historischen Durchbruch aus, eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern schien greifbar nahe.

Doch dann scheiterte das Vorhaben. Ein Gesetzentwurf, der striktere Kontrollen von Waffenkäufern vorsah, wurde im Senat abgeschmettert - auch mit Hilfe von Demokraten. Dies war eine der schwersten Schlappen, die Obama bisher hinnehmen musste. Der Einfluss und Druck der Lobby auf einzelne Politiker galt als eine der Ursachen der Niederlage.

Erst unlängst hatte ein Zwischenfall mit Schusswaffen in privater Hand Schlagzeilen in den USA gemacht: Ein Fünfjähriger im Bundesstaat Kentucky erschoss seine zweijährige Schwester mit einem Gewehr - es war seine eigene Waffe gewesen.

Sarah Palin, einstige Ikone der strikt konservativen Tea Party-Bewegung, lobte die NRA für ihre Unnachgiebigkeit. „Das Washingtoner Establishment verhöhnt euch, und ihr gebt nicht auf.“ Die jüngsten Massaker hätten führende Politiker in Washington dazu verleitet, eine Tragödie auszubeuten, um die Freiheiten gesetzestreuer Menschen einzuschränken, sagte sie nach einem Bericht von Sky News.

Die NRA stützt ihren Kampf vor allem auf den sogenannten zweiten Verfassungszusatz, der das Recht der Amerikaner auf Waffentragen festschreibt. Erst vor Jahren hatte das Oberste Gericht dies nochmals bestätigt. Zudem hat die NRA ihre ganz eigene Logik. Sie betont immer wieder, gegen Kriminelle mit Waffen gebe es letztlich nur ein Mittel: Jeder Amerikaner müsse in der Lage sein, sich mit der Waffe zu verteidigen. Die Lobby schlägt deshalb bewaffnete Wachmänner an allen Schulen der USA vor. Umfragen zeigen allerdings, dass die Mehrheit der Amerikaner für striktere Waffengesetze ist.

Der republikanische Senator Ted Cruz sagte bei der Versammlung in Houston nach Angaben von NBC News, der Entwurf im Senat habe vor ein paar Monaten noch „wie ein unaufhaltsamer Güterzug“ ausgesehen. Aber Obama habe letztlich verloren. Cruz warnte die NRA-Mitglieder aber, dass Obama und seine Verbündeten bald einen neuen Versuch starten würden, eine Gesetzgebung zur Waffenkontrolle durchzubringen.

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  • dpa
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13 Kommentare zu "Jahrestagung: US-Waffenlobby feiert Sieg über Obama"

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  • IST DAS DUUUUUUUM.

  • Abstürze wie von Ihnen vermutet sind nicht geplant, vielmehr sind sie systembedingt.

  • Die Dummheit dieser Menschen schreit zum Himmel, und es gibt objektiv kein einziges Argument, das Waffenbesitz in Privathand rechtfertigen könnte. Es gibt kein ureigenstens Recht auf Waffen. Hier muß nicht einmal religiös oder ethisch argumentiert werden. Beim Anblick des Fanatismus vieler US-Amerikaner und der erschreckenden Auswirkungen dieses perversen Fetischismus bleibt einem intelligenten Menschen nur der Mund offen stehen. Alle anderen sind eben nicht intelligent, sondern schlicht dumm, saudumm.

  • "...und ein 5 jähriger erschießt mit einer speziell für Kinder angefertigte Waffe seine 2 jährige Schwester..."
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    Ich gehe davon aus, daß auch in den USA die Eltern hier sehr großer Ärger wegen grober Vernachlässigung der Aufsichtspflicht erwartet.

    "„Wir werden in unseren Rechten und den Rechten aller gesetzestreuen Waffenbesitzer niemals zurückweichen“, sagte Wayne LaPierre..."
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    Die Betonung liegt auf "gesetzestreu". Und dann ist gegen Waffenbesitz m.E. nichts einzuwenden.
    Die deutsche Waffenhysterie kann jedenfalls kein Maßstab sein, denn die stellt das andere Extrem dar.
    Dringt hierzulande ein Einbrecher nachts in die Wohnung ein, heißt es doch regelrecht "Nur ja nichts tun, wehren sie sich nicht, geben sie ihm, was er verlangt!" und wenn sich tatsächlich einer nachdrücklich wehrt, steht er obendrein noch vor dem Kadi und muß sich wegen Körperverletzung verantworten.
    In einem Land wie den USA hätte ich völlig legal eine Waffe im Haus. Einbrecher? Der macht eine falsche Bewegung und hat ein Loch von einer .375 Magnum. Punkt. Da holt der Sheriff noch die Reste ab, macht eine Aktennotiz und gut ist.
    Wie war das noch? Nur freie Männer tragen Waffen (Germanien!). Die Deutschen sind heute ein Volk von Sklaven, in dem Täter (besonders die aus der Kulturbereichererszene) mehr zählen als die Opfer, die oft genug noch regelrecht verhöhnt und im Stich gelassen werden, und in dem die Gutmenschenhorde unisono aufbrüllt, wenn sich mal einer wehrt und der arme, mißverstandene und unterprivilegierte Täter zu Schaden kommt, anstatt in einen Abenteuerurlaub auf Feuerland geschickt zu werden.
    Mögen die Verhältnisse in den USA aus unserer Sicht ein Extrem darstellen, die deutschen sind nicht minder extrem. Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte und die Schweiz zeigt (wieder einmal), daß es funktioniert.

    @ ubjay
    Exakt wie Sie sehe ich das auch!

  • Bürger haben das Recht auf Waffen und
    Untertanen sind dem Staat ausgeliefert.

  • Die amerikanische Bevölkerung wird ihre Waffen sehr bald brauchen, um sich gegen die faschistische Regierung zu wehren.
    Der Absturz des Dollars ist geplant......

  • So entstehen neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsgewerbe, für die Waffenindustrie und Händler, für Sicherheitspersonal an Schulen, Unis, demnächst für Kindergärten.
    Ein weiterer Grund, den Dow zu treiben und sich „reich“ zu fühlen

    What a degeneration

  • Die Waffenlobby feiert und ein 5 jähriger erschießt mit einer speziell für Kinder angefertigte Waffe seine 2 jährige Schwester, das sind eben die Formen der unbegrenzten Möglichkeiten, die nur die US-Amerikaner verstehen können.

  • BUNDESWEHR TEILT DOCH SCHON TRUPPE NACH RELGION EIN und MOSLEMS WERDEN im Häuserkampf TREMNIERT .
    Und Deutsche : http://www.berliner-zeitung.de/politik/bundeswehr-lufthansa-bildet-drohnen-fuehrer-aus,10808018,20850742.html


    UND NIEMAND HAT GEFRAGT was wir MORALIXSCH von HALTEN oder UN und SCHON GARNICHT GEFRAGT UM MEHRHEIT BEWEIUSEN ZU KÖNNEN !!! MEHRHEIT WIRD BEGEBRACHT , DAS ES WOLLTEN und SPÄTER war VOLK WIEDER DER TÄTER . . ..
    ABER NIE ELITE die MORALLOS und IMMER WIEDER . . .
    UND IMMER MACHT KIRCHE MIT oder IST MACHT MACHEND und DANKT ihren FRESSNAPF , dem JUDENTUM , DA . . .???

    Frank Frädrich

  • WARUM; VERSTEHST NICHT , das AMIS NUR FUNKTIONIEREN WEIL WISSEN andre KANN BEWAFFNET sein und WENN ihn BETRÜGE ( GERADE ALS ARBEITGEBER ) KOMMT der FIRMA AUFRÄUMEN . SOUVERÄN , wenn NUR GEGNER BEWAFFNET SEIN DARF ???
    WARUM HAT SAN FRANZISKO HÖCHSTE MORDRATE , bei WAFFEN VERBOT und ORT MIT WAFFENPFLICHT , FÜR JEDEN , WENIGSTEN MORDE UND KRIMINALITÄT IN USA ?? DAS SIND FRAGEN .
    UND HÄTTE POLITIK uns HIER HER BRINGEN KÖNNEN ???

    Frank Frädrich

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