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Jair Bolsonaro Brasiliens neuer Präsident kündigt harte Linie gegen kritische Medien an

Kritische Zeitungen in Brasilien müssen sich unter Jair Bolsonaro auf schwierige Zeiten einstellen. Der künftige Präsident will bestimmten Medien finanzielle Unterstützung streichen.
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Der künftige Präsident Jair Bolsonaro hat kritischen Medien den Krieg erklärt. Quelle: dpa
Brasilien

Der künftige Präsident Jair Bolsonaro hat kritischen Medien den Krieg erklärt.

(Foto: dpa)

Brasilia/Sao Paulo Kurz nach seiner Wahl hat der künftige brasilianische Präsident, Jair Bolsonaro, kritischen Medien den Krieg erklärt. Als er am Sonntag in einem Fernsehinterview gefragt wurde ob er die Pressefreiheit respektieren wird, auch die Freiheit der zu seinen Hauptkritikern gehörenden Zeitung „Folha de S.Paulo“, sagte Bolsonaro: „Diese Zeitung ist erledigt.“ Was Werbung der Regierung angehe könnten Zeitungen wie diese, die so handelten, so schamlos lögen, keine Unterstützung der Regierung erwarten.

Das Budget für staatliche Werbung in den Medien, das künftig von ihm kontrolliert wird, liegt bei etwa einer halben Milliarde Dollar. Für viele brasilianische Medien könnte es in den nächsten Jahren finanziell eng werden.

Bolsonaro hatte bereits im Wahlkampf gegen die Presse ausgekeilt. Investigative Berichte bezeichnete er als Falschmeldungen eines korrupten Establishments. Wie US-Präsident Donald Trump wetterte er gegen „Fake News“. Seine Anhänger gingen auf kritische Journalisten los.

Bolsonaro war am vergangenen Sonntag zum Präsidenten gewählt worden. Die Wut vieler Brasilianer über die weit verbreitete Korruption hatte maßgeblich zum Erfolg des ultrarechten Ex-Militärs beigetragen. In der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas sind Politiker über alle Parteigrenzen hinweg in Schmiergeldaffären verwickelt. Jahrelang war es in Brasilien üblich, dass Unternehmen Millionenbeträge an Politiker und Funktionäre zahlen mussten, um an lukrative öffentliche Aufträge zu kommen.

Bolsonaro hatte zuletzt immer wieder mit rassistischen Kommentaren, extremistischen Parolen und seiner Bewunderung für die Militärdiktatur provoziert. Kritiker halten ihn für eine Gefahr für die noch junge Demokratie in Brasilien. Kurz nach seinem Wahlsieg gibt er sich zunächst zurückhaltend. „Die Opposition ist immer willkommen und die freie Meinungsäußerung ist heilig“, sagte er noch vor einer Woche in einem Interview.

  • dpa
  • rtr
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