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Jair Bolsonaro Brasiliens Präsident macht Umweltschützer für Waldbrände verantwortlich

Umweltschützer gelten Jair Bolsonaro als Hindernis für seine wirtschaftlichen Pläne. Jetzt deutet er an, sie würden Brände legen, um ihn schlecht aussehen zu lassen.
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Rio de Janeiro Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat angedeutet, dass Nichtregierungsorganisationen für die dramatische Zunahme der Waldbrände im Amazonasregenwald in diesem Jahr verantwortlich sein könnten. „Vielleicht – ich bestätigte das nicht – verüben sie kriminelle Taten, um Aufmerksamkeit gegen mich, gegen die Regierung Brasiliens zu erzeugen“, sagte er am Mittwoch in einem Video auf Facebook. Beweise dafür legte er nicht vor.

Brasiliens Nationales Institut für Weltraumforschung, das auch Waldbrände und die Abholzung des Regenwalds beobachtet, hatte zuvor mitgeteilt, die Zahl der Waldbrände in diesem Jahr seien auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Bis Dienstag seien 74.155 gezählt worden. Das sind 84 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der populistische und oft als „Tropen-Trump“ kritisierte Präsident Bolsonaro hatte sein Amt am 1. Januar 2019 angetreten.

Im Regenwald komme es kaum zu natürlichen Feuern, sie seien fast immer von Menschen verursacht, sagte Paulo Moutinho vom Umweltforschungsinstitut für den Amazonasregenwald. Meist würden große Landstriche brandgerodet, um Platz für Ackerland oder die Holzindustrie zu schaffen. Vor allem in der jetzigen Trockenzeit könnten solche Brände rasch außer Kontrolle geraten, sagte Moutinho, der seit fast 30 Jahren im Amazonas arbeitet.

Bolsonaro hat Umweltschutzorganisationen bereits mehrfach vorgeworfen, seine Pläne für den wirtschaftlichen Ausbau im gesamten Land – und auch in Naturschutzgebieten – zu behindern. Einige NGOs, Umweltschützer und Forscher machen Bolsonaros Politik für die zunehmende Abholzung des Regenwaldes verantwortlich, die aus den jüngsten Daten des Weltrauminstituts hervorgeht. Allein im Juli seien 2254 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden. Das sei drei- bis fünfmal mehr als im gleichen Monat in den vier Jahren davor, hieß es vom Institut Anfang August.

Mehr: Brasiliens Präsident sieht große politische und wirtschaftliche Risiken, sollte Argentinien eine linke Regierung bekommen. Brasilien ist die größte Volkswirtschaft im Mercosur-Bündnis.

  • ap
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