Japans Marine im Einsatz Zerstörer Izumo unterstützt US-Kriegsschiffe

Die Zeiten reiner Selbstverteidigung sind passé: Ein neues Sicherheitsgesetz ermöglicht dem japanischen Militär eine aktive Rolle bei Auslandseinsätzen. Der Hubschrauberträger „Izumo“ nutzt die neu gewonnenen Freiheiten.
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Japans Helikopterträger „Izumo“ verlässt den Hafen von Yokosuka. Quelle: dpa
Im Einsatz

Japans Helikopterträger „Izumo“ verlässt den Hafen von Yokosuka.

(Foto: dpa)

Die japanische Kriegsmarine zeigt in den internationalen Spannungen Flagge: Ein Zerstörer lief am Montag nach Berichten japanischer Medien aus, um ein US-Versorgungsschiff im Pazifik südlich von Tokio zu eskortieren. Es wäre eine neue Mission unter einem neuen Sicherheitsgesetz, das den japanischen Streitkräften eine aktivere Rolle bei Auslandseinsätzen ermöglicht. Die pazifistische Nachkriegsverfassung Japans hatte das Militär bisher ausschließlich als Selbstverteidigungskraft definiert.

Den Berichten zufolge soll der Hubschrauberträger „Izumo“ ein US-Versorgungsschiff begleiten, das andere amerikanische Kriegsschiffe, darunter die nach Nordkorea beorderte Gruppe um den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“, auftanken soll. Das japanische Verteidigungsministerium teilte lediglich mit, die „Izumo“ sei am Montag ausgelaufen, um an einer internationalen Marineveranstaltung am 15. Mai in Singapur teilzunehmen.

US-Präsident Donald Trump hat nach nordkoreanischen Raketentests die Flugzeugträgergruppe zur koreanischen Halbinsel geschickt. Zudem begannen die USA damit, in Südkorea ein hochmodernes Raketenabwehrsystem aufzubauen.

Die größten Flugzeugträger der Welt
USA: USS Carl Vinson
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Die Träger der US-amerikanischen Nimitz-Klasse, wie hier die USS Carl Vinson, waren bisher die größten Kriegsschiffe der Welt. Angetrieben von zwei Atomreaktoren und vier Dampfturbinen, haben sie bis zu 6.300 Mann Besatzung. Das letzte Schiff dieser Klasse kostete 6,3 Milliarden US-Dollar.

Die monatlichen Betriebskosten eines Flugzeugträgers dieser Größe betragen etwa 13 Millionen Dollar. Die Schiffe sind zeitlich nahezu unbegrenzt einsetzbar. Sie sind für eine Nutzungsdauer von rund 50 Jahren ausgelegt. Zehn Schiffe der Nimitz-Klasse bilden die US-amerikanische Flugzeugträgerflotte. Doch ein neues Schiff aus den USA hat die Nimitz-Klasse mittlerweile überholt ...

Flugzeugträger USS Gerald R. Ford
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Der US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford verlässt im April 2017 den US-Hafen von Newport News für erste Probefahrten. Es ist 333 Meter lang, hat eine Verdrängung von 90.000 Tonnen und bietet Platz für 4.500 Menschen sowie mehr als 75 Flugzeuge.

Russland: Admiral Kusnezow
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Die Admiral Kusnezow ist der einzige Flugzeugträger der russischen Seekriegsflotte und das zurzeit größte Schiff mit dieser Funktion, das nicht in den USA gebaut wurde. Es ist das Typschiff der nach ihr benannten Admiral-Kusnezow-Klasse. Vom Stapel lief das Schiff im Jahr 1985, insgesamt ist es 306 Meter lang und 71 Meter breit.

Indien: Vikramaditya
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Der russische Flugzeugträger „Admiral Gorschkow“ wurde für umgerechnet 2,2 Milliarden Euro von Russland an Indien verkauft. Das Schiff war in Russland bis 2012 entsprechend den Anforderungen der indischen Marine umgebaut worden und 2013 als Vikramaditya in Dienst gestellt. Die Virkamaditya erreichte ihren indischen Heimathafen im Bundesstaat Karnataka im Januar 2014 nach einer sechswöchigen Überfahrt. Das Schiff gehört zur Kiew-Klasse. Die Klasse war bis Mitte der 1990er-Jahre im Dienst der Sowjetunion und der Russischen Föderation.

Frankreich: Charles De Gaulle
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Die Charles de Gaulle verfügt als einziger Flugzeugträger außerhalb der US Navy über einen Nuklearantrieb, sie ist das Flaggschiff der französischen Marine. Der Flugzeugträger ist das größte Schiff der französischen Marine, im Vergleich zu den von den USA eingesetzten Flugzeugträgern allerdings relativ klein. Sie ist 261 Meter lang, knapp 65 Meter breit und 75 Meter hoch.

Bestückt ist sie in der Regel mit 40 Flugzeugen. Bei einer Einsatzdauer von sieben Tagen können maximal 100 Flüge pro Tag absolviert werden.

Italien: Giuseppe Garibaldi
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Das Flagschiff der italienischen Maschine heißt Giuseppe Garibaldi. Es wurde 1979 in Auftrag gegeben und sollte vorwiegend zur U-Boot-Jagd dienen. Das Flugdeck ist 173 Meter lang und 28 Meter breit. Der Start der Flugzeuge erfolgt über eine um 6,5 Grad ansteigende vordere Flugdeckrampe.

Seit Ende 2012 nimmt die Garibaldi Flugzeuge nur noch auf, wenn der Flugzeugträger Cavour nicht verfügbar ist.

China: Liaoning (Admiral-Kusnezow-Klasse)
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Projekt 1143.5, von der Nato als Admiral-Kusnezow-Klasse bezeichnet, ist eine Klasse von Flugzeugträger der Sowjetischen- und Russischen Marine. Der Träger wurde noch im unfertigen Zustand im Jahr 2000 an China verkauft, und dort nach längerer Ausrüstungs- und Modernisierungsphase zwei Jahre später als Liaoning in Dienst gestellt. Sie ist der erste Flugzeugträger der Marine der Volkrepublik.

Die Gesamtkosten sollten bei umgerechnet 2,4 Milliarden US-Dollar liegen, wovon die finale Fertigstellung rund 500 Millionen Dollar ausmachte.

Bei einer Gedenkfeier an eine Seeschlacht im Zweiten Weltkrieg warnte der australische Ministerpräsident Malcolm Turnbull Nordkorea vor „leichtsinnigen, gefährlichen Drohungen“. Gemeinsam mit den Vereinigten Staaten und anderen Verbündeten würden die Gefahren für Frieden und Stabilität in der Region nicht toleriert, sagte er am Montag in der im Nordosten gelegenen Stadt Townsville.

Von dort aus hatten bei der Schlacht im Korallenmeer Anfang Mai 1942 amerikanische und australische Marine- und Luftwaffeneinheiten einen japanischen Vorstoß zur Eroberung der Hauptstadt Papua-Neuguineas zurückgeschlagen. Turnbull und Trump werden sich am Donnerstag zum ersten Mal in New York auf dem historischen Flugzeugträger „USS Intrepid“ treffen. Dabei soll an dessen Einsätze im Zweiten Weltkrieg im Pazifik erinnert werden.

„Typ 001A“ ist fertig – und nur der Anfang
Vollbeflaggung
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China hat seinen ersten selbst entwickelten Flugzeugträger fertiggestellt. Der mit roten Fahnen feierlich geschmückte Träger verließ am Mittwoch das Dock in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian.

Abheben wie Jens Weißflog
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Der Flugzeugträger entspricht dem Design der russischen Kusnezow-Klasse. Das Deck ist dabei wie eine Art Skischanze gebaut, von dem Flieger abheben.

Ein echtes Schwergewicht
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Der Flugzeugträger ist nach Medienberichten 315 Meter lang und hat eine Breite von 75 Metern. Er ist 50.000 Tonnen schwer. Fünf Jahre dauerten die Arbeiten an dem Schiff, das eine Höchstgeschwindigkeit von 31 Knoten erreichen soll.

Nun heißt es: Meilen machen
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Laut Militärexperten dürften noch einige Jahre vergehen, bis der neue Träger genügend Testfahrten absolviert hat, um auch offiziell in Dienst gestellt zu werden. Geplant ist das irgendwann vor dem Jahr 2020, wenn auch die dazugehörige Lufteinheit geliefert worden ist.

Nummer eins ist nur der Anfang
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Derweil arbeitet China weiter daran, seine Marine aufzurüsten. Das Land habe „ambitionierte Pläne“, wie die staatliche Zeitung „Global Times“ in dieser Woche berichtete. Ein weiterer Flugzeugträger ist demnach bereits in Schanghai in Bau und „viel höher entwickelt“. Um „internationale Interessen und Territorien zu schützen“, brauche China künftig jeweils zwei Flugzeugträgerverbände im Westpazifik und im Indischen Ozean, zitierte das Blatt den chinesischen Konteradmiral Yin Zhuo. Nötig seien dafür insgesamt „fünf bis sechs“ Flugzeugträger.

Auf zu neuen Ufern?
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China sollte in naher Zukunft auch etwa zehn Marine-Stützpunkte in befreundeten Ländern wie Pakistan errichten, sagte der Militärexperte Xu Guangyu. „Es ist zu hoffen, dass China auf jedem Kontinent Stützpunkte haben kann.“ Am Ende würde das aber vom Kooperationswillen anderer Staaten abhängen. Viele Nachbarn Chinas blicken mit Sorge auf die immer größere Schlagkraft der chinesischen Marine.

China vs. USA: 1 zu 10
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Mit Staaten wie Japan, Vietnam und den Philippinen streitet Peking im Ost- und Südchinesischen Meer seit vielen Jahren um Territorien und Inselgruppen. Doch auch trotz der Aufrüstung Chinas dürfte sich in naher Zukunft an den Kräfteverhältnis auf den Weltmeeren nicht viel ändern. Während China nun zwei Schiffe besitzt, auf denen Flugzeuge starten und landen können, verfügen die USA mit zehn Flugzeugträgern über die unangefochten größte Seemacht der Welt.

  • ap
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