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Jean-Claude Juncker Zehn Schritte zur Rettung des Euro

Eigentlich will sich der Chef der Eurogruppe nicht auf einen Schuldenschnitt für Griechenland festlegen. Aber dann verrät Juncker doch noch seinen 10-Punkte-Plan zur Stabilisierung der Eurozone. Ein Interview.
12.10.2011 - 10:33 Uhr 27 Kommentare
Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Quelle: AFP

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

(Foto: AFP)

Handelsblatt: Herr Juncker, wir haben den Eindruck, die Krise in Europa nimmt kein Ende, weil niemand einen Plan entwickelt, der bis zu Ende gedacht ist. Sie als Euro-Gruppen-Chef sind doch eine europäische Institution. Haben Sie einen – sagen wir – zehn Punkte-Plan zur Lösung der Krise?

Juncker: Der erste Punkt ist, den Bericht der Troika abzuwarten, jener Männer also, die Europäische Union, Zentralbank und Internationaler Währungsfonds entsandt haben, um die Lage in Griechenland vor Ort zu beurteilen.

Wie wird der Bericht ausfallen?

Ich sagte ja: Abwarten. Wenn der Bericht feststellt, die Griechen liegen völlig außer Plan und es ist nicht gesichert, dass sie ihre Schulden zurückzahlen, dann kann der nächste Kredit nicht fließen.

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    Dann wäre es also nichts mit einem Plan. Sind wir doch jetzt einfach Optimisten und sagen, die Troika wird vielleicht einiges feststellen, aber sie wird zähneknirschend sagen: Gut, es geht nochmal. Dann fließen die acht Milliarden. Was passiert dann?

    Es stehen uns spannende Tage bevor.  Wir müssen uns angesichts der Einlassungen der EZB, des IWF und der EU-Kommission über die Tragfähigkeit der griechischen Schulden sehr intensiv unterhalten. Wenn Elemente in diesem Troika-Bericht auftauchen, die die Tragfähigkeit der griechischen Schuldenlast auf Dauer in Frage stellen, muss man sich mit der Frage beschäftigen, wie man die griechischen Schuldenstände über eine Beteiligung des Privatsektors hinaus besser gewährleisten kann. . .

    . . . also ein Schuldenschnitt!

    . . . das kann man nicht mit Schlachtrufen tun, nicht mit schnellen Parolen, die publikumswirksam klingen. Sondern das muss man dann aufgrund eingehender Überlegung tun, wie sich Nachfolgeschäden begrenzen lassen.

    Das ist jetzt  aber schon ein wenig sibyllinisch - wir wollten doch einen klaren Plan!

    Sie wollten.

    Wir versuchen es noch einmal. Die Troika stößt also auf Schwierigkeiten, glauben sie. Dann muss es nicht zu einem harten Schnitt, sondern einer sanften Umschuldung kommen. Verstehen wir sie richtig?

    Sie können da so viel drehen und wenden, wie Sie möchten, bevor Sie mich auch nur zu einer sanften Aussage bewegen, bräuchten wir länger als die uns zur Verfügung gestellte Zeit. Ihre eigene Zeitung schreibt ja, dass ich zu geschwätzig bin. Insofern sollten Sie den Versuch sofort einstellen. 

    Aber krankt nicht die Situation im Moment genau daran, dass wir viel zu viele dieser Aussagen haben, mit denen wir nichts anfangen können?

    Das ist, weil Sie viel zu viel fragen.  Wenn jemand wie ich mit Ihnen ein Gespräch führt und erkennbar bestimmte Fragen nicht beantworten möchte, weil, beantwortet er sie, dies erhebliche Folgen an den Finanzmärkten hätte, dann machen Sie trotzdem weiter mit Ihren Fragen. Und sie bringen mich in eine Zwickmühle. Beantworte ich die Frage aus gutem Grund nicht, sagen Sie, ich sage den Menschen nicht die Wahrheit. Was ist Wahrheit?

    „Fahrplan in Richtung Bankenrekapitalisierung“
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    27 Kommentare zu "Jean-Claude Juncker: Zehn Schritte zur Rettung des Euro"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein solches Interview ist eine Schandtat. So eine schwache journalistische Leistung habe ich von dem von mir so geschätzten Habdelsblatt nicht erwartet. Das ist eine Bestätigung dafür, dass wir nicht in einer Finanzkrise, sondern vor allem in einer Journalismuskrise leben. Was die Medien jeden Tag an unqualifiziertem Stumpfsinn produzieren, ist nicht mehr erträglich.

    • Dass die Leute in Brüssel und alle mit einem Pöstchen in der EU, ob Gruppen Chef oder sonst was, ihre Posten retten wollen ist klar, zumal wenn man sonst praktisch nur Oberbürgermeister einer Stadt mit Vororten ist. Lügen tun alle Politiker ! Aber man sollte sie an ihren Leistungen messen. Da ist doch der Maastrichter Vertrag und die häufige Brechung dessen Regeln, von denselben Personen,
      ein großartiges Beispiel für Unfähigkeit. Genauso wie wir immer tiefer in die Krise fahren, Dank der Umsicht und Professionalität dieser Politiker!-- EU Politiker sind unfähig ein Europa zu gestalten, was auch am Egoismus der Mitgliedstaaten liegt. Deutschland soll bezahlen und nicht mucken, denn sofort werden uns 2 Weltkriege vorgehalten
      (siehe GR bei Protesten und Polen im Wahlkampf) und Merkel/Schäuble können es sowieso nicht, denn sie können nicht konsequent vorgehen, sondern mauscheln lieber.

    • Klar, er fühlt sich vom Gott als lux. Ministerpräsident eingesetzt zu werden. Aber in der Hinsicht ist er nicht der Erste.

    • Ich halte von Herrn Juncker Garnichts, aus diesen Gründen:
      Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter.
      – Jean Claude Juncker, Der SPIEGEL 52/1999, S. 136 -
      Jean-Claude Juncker, luxemburgischer Premierminister und Chef der Euro-Gruppe, über Wege aus der Griechenland-Krise, seine Idee einer sanften Umschuldung und Notlügen in der internationalen Finanzpolitik
      SPIEGEL: Herr Premierminister, Sie sind Christdemokrat und Katholik, deshalb wollen wir mit Ihnen über die Zehn Gebote sprechen.
      Juncker: Ich ahne schon, worauf Sie hinauswollen.
      SPIEGEL: Kennen Sie das achte Gebot?
      Juncker: Sicherlich. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
      SPIEGEL: Das nehmen Sie offenbar nicht ganz so ernst. Vor gut zwei Wochen haben Sie einen Bericht von SPIEGEL ONLINE über das Geheimtreffen einiger EU-Finanzminister zur Lage in Griechenland dementiert, obwohl in Luxemburg schon die Staatskarossen vorfuhren.
      SPIEGEL: Wollen Sie damit sagen, dass man als Finanzminister im Zeitalter globaler Kapitalmärkte den Menschen nicht mehr die Wahrheit sagen darf?
      Juncker: Ich habe auf Ihre Frage keine schlüsselfertige Antwort. Mein Hauptaugenmerk ist darauf gerichtet, die Menschen vor Nachteilen zu bewahren. Deshalb bin ich geradezu gezwungen, dafür zu sorgen, dass keine gefährlichen Gerüchte in Umlauf kommen. Wegen eines falschen Dementis renne ich jedenfalls nicht sofort zu meinem Beichtvater. Der liebe Gott versteht von den Finanzmärkten mehr als viele, die darüber schreiben.
      Danke

    • Juncker warum sollten wir dir etwas glauben oder deine Meinung hören wollen. Lügen gehört doch zu deinem Handwerk.

    • Dr_Hammer und Philosoph ihr beide seit ja schon aufgewacht. Frage : Warum wartet ihr auf Aktivisten? Werdet doch selbst aktiv , ich bin dabei!

    • >Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen im Sozialbereich, der >Infrastruktur, der Bildung etc.
      >-- auch noch für nachfolgende Generationen.

      Genau - wir verschulden uns auf immer und ewig.

      Bei wem eigentlich, dem lieben Gott?

      Oder unseren eigenen obersten 10.000, denen wir in Zukunft Tribut schulden, auf das durch Zinsgewinne deren Vermögen bis ins unendliche Wachsen?

      Leute, die Gesammtmenge vom Geld(Geldvermögen, Schulden, Bargeld, Giralgelder, KEINE Sachgüter) ist genau NULL.
      Also gigantischen Schuldenbergen stehen immer gigantische Vermögen entgegen. Und wenn die Besitzer der Vermögen das Geld nicht ausgibt (so das es jemand verienen und damit seine Schulden abstottern kann, ob Staat oder Bürger), sondern die Neuzugänge nur immer wieder neu investiert, dann Platzt das irgendwann. Spätestens dann, wenn wir alle Sklaven sind die für Wasser und Brot 60 Stunden die Woche arbeiten, um unsere Schulden zu bedienen. Die trotzdem immer weiter anwachsen, solange das Geld nicht wieder in den Umlauf kommt. Oder irgend etwas anderes passiert.

      Ein normaler Kreislauf ist doch: Ich spare erst, dann kaufe ich mir ein Haus (mache Schulden), stottere die wieder langsam ab, vererbe ein kleine Vermögen, der Enkel verjubelt das dann und so weiter. Unnormal ist die Anhäufung, die zur Zeit passiert.

    • Hat man da noch Worte!?!

      Zitat Junker:
      "Die Länder der europäischen Union einzuteilen in Geber- und Nehmerländer, ist eine Unart. Europa besteht nicht darin, sich jeden Abend bei Kassensturz zu fragen, was hab ich bekommen und was hab ich gegeben. Ein Tag Krieg ist teurer als zehn Jahre europäische Union"

      Nein verehrte luxemburgischer Oberbangster, das ist durch die ganzen Rechtsbrüche der letzten Jahre leider die Realität dieser Union. Es ist Fakt das die Mehrheit Europas an Deutschland Brust liegt. Und nun sollen wir uns darüber noch nicht einmal beschweren dürfen sondern brav still sein und für diesen "Frieden" danken? Nein Herr Junker, vielen Dank, ich pfeife auf "Ihr" (kommunistisches)Europa und diese "Art von Frieden".

      Zitat Junker:
      "Da sind jetzt viele dafür. Bis sie merken, dass das im Detail heißt, dass die französische Assemblée Nationale damit einverstanden sein muss, dass der vom Parlament verabschiedete Haushalt in Brüssel annulliert werden kann."

      Ja super, warum sollten auch den Steuerzahler der einzelnen Nationen weiterhin das Recht zukommen über ihren Haushalt, bzw. die Verwendung ihrer Steuern selbst bestimmen dürfen. So etwas würde ja den Fortbestand der Demokratie bedeuten. Das hat in der EUDSSR keinen Platz.

      Abschließend nach diesem Artikel kann ich nur zitieren was Nigel Farage bereits deutlich gesagt hat: "Ihr seid wirklich gefährliche Leute"! und "Die Europäische Union ist nicht nur undemokratisch, sie ist zutiefst antidemokratisch!"

      Bürger Europas, wann wacht Ihr auf?

    • Demagogischer kann es wirklich nicht sein. Warum gerade 10 Schritte, warum nicht 50 oder 100 oder 1000 oder 2 Billionen? Und warum Rettung, wen man gleichzeitig den Euro durch Überschuldung zerstören will? Und warum retten oder zerstören, wenn es aus dem Munde derer kommt, die sich für die "stabile" Euroeinführung (auch gegen des Volkes willen) so eingesetzt haben? Alles ist so unglaubwürdig, dass man sich es wirklich sparen könnte. Schonen Sie unsere Ohren Herr Juncker!!! Ihnen glaubt ohnehin niemand mehr, auch Sie selber nicht!

    • An alle Länder dieser Welt: Ihr solltet lernen das Geld leihen auch Geld kostet...

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