Jeff Sessions US-Regierung sagt legalem Marihuana den Kampf an

In den USA droht – was Marihuana angeht – eine rechtliche Grauzone. Dem Verbot auf Bundesebene stehen die liberaleren Gesetze in eigenen US-Staaten entgegen. Staatsanwälte dürfte das in die Bredouille bringen.
Update: 04.01.2018 - 16:53 Uhr 3 Kommentare
Jeff Sessions: US-Regierung sagt legalem Marihuana den Kampf an Quelle: dpa
Marihuana

In Kalifornien ist der Verkauf von Marihuana seit Beginn des Jahres legal.

(Foto: dpa)

WashingtonDie US-Regierung will die Legalisierung von Marihuana ausbremsen. Justizminister Jeff Sessions wird noch am Donnerstag eine Richtlinie der Regierung von Ex-Präsident Barack Obama aufheben, die den einzelnen US-Staaten freie Hand in ihrer Marihuana-Politik gab, wie die Nachrichtenagentur AP vorab aus Regierungskreisen erfuhr.

Auf Bundesebene ist Gras in den USA nach wie vor illegal. In der Direktive aus dem Jahr 2013 hieß es aber, dass die Bundesregierung in Washington der Legalisierung in den einzelnen Staaten nicht im Weg stehen werde, solange die Droge nicht in jene Teile des Landes gelange, in denen sie nicht erlaubt ist, und auch nicht an Kinder verkauft werde. Indem Sessions diese Richtlinie aufhebt, liegt es nun an den Staatsanwälten, ob sie Bundesrecht oder das Recht ihres Staates anwenden. Dadurch dürfte in den USA die Verwirrung wachsen, wo es in Ordnung ist, Marihuana anzubauen, zu kaufen und zu konsumieren und wo nicht.

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Erst mit Jahresanfang hatte Kalifornien Marihuana komplett legalisiert, nachdem es zuvor bereits für medizinische Zwecke erlaubt war. Dadurch dürfte dort der vermutlich größte legale Markt für Gras weltweit entstehen.

Sessions hatte aber immer wieder deutlich gemacht, dass für ihn Marihuana auf einer Stufe mit Heroin stehe. Er macht die Drogen für den Anstieg der Gewalt in den USA mitverantwortlich. Gegen die Legalisierung vorzugehen, war für ihn deshalb ein Hauptanliegen für seine Amtszeit. US-Präsident Donald Trump hatte sich zu dem Thema bisher bedeckt gehalten.

Durch die Direktive der Obama-Regierung aus dem Jahr 2013 war für viele Amerikaner die rechtliche Grauzone so weit geklärt, dass sich ein eigener Wirtschaftszweig entwickelte, der mittlerweile durch seine Steuerabgaben Schulen, Behörden und die Polizei mitfinanziert. Schätzungen zufolge könnte der Gras-Markt alleine in Kalifornien jährlich eine Milliarde Dollar Steuereinnahmen generieren, sobald der Verkauf sich in einigen Jahren etabliert hat. Legal ist Marihuana auch in sieben weiteren Staaten wie Oregon, Alaska und Colorado sowie im Hauptstadtbezirk Washington. In 29 Staaten ist es zumindest für medizinische Behandlungen, etwa für Schmerzpatienten, auf Rezept erhältlich.

Wegen dieses Wirtschaftsfaktors sind auch viele Republikaner gegen eine Verschärfung der bestehenden Regeln. Liberale argumentieren zudem, dass durch die Legalisierung der Schwarzmarkt und damit – zumindest was Marihuana angeht – auch die Gewalt zwischen Verbrecherbanden wegfalle, die sich um Drogenreviere streiten.

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3 Kommentare zu "Jeff Sessions: US-Regierung sagt legalem Marihuana den Kampf an"

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  • Herr Maidan, es geht um den Anbau, Vertrieb und um Aktienkurse. Das Canada und Australien nicht zu den USA gehören, weiß ein Kleinkind also auch Sie, wenn ich auch vor Ihren Kommentar Zweifel hatte. Also Herr Maidan zuerst den Artikel lesen, verstehen und dann den Kommentar schreiben. Ich hoffe Sie können sich aus ihren Gefängnis befreien, denn jeder Ihrer Art sitzt im Eigenen.

  • Meines Wissens nach gehören Australien und Kanada noch nicht zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Vielleicht glaubt ein beseelter Trump-Anhänger wie Sie das, herr Spiegel. Oder Sie wollten mit diesem Quatschbeitrag nur ihre Quote an täglichen Postings erfüllen.

    Zu Thema Drogenbesitz fällt mir nur Trumps Auftritt bei der TV-Debatte ein, wo er ständig schniefte, fahrig gestikulierte und in einem Anfall von Größenwahn Hillary Clinton als unter Drogen stehend beschuldigte. Alle Beobachter waren sich einig, dass dies eindeutige Anzeichen von Kokain-Konsum waren. Trump ist eine Koks-Nase.

  • Der Damm in den USA ist gebrochen, Australien wird auch die Hasch Gesetzte lockern, Canada ist ohnehin dabei. Ich bin gespannt ob die US-Regierung gegen eigene Staaten in dieser Sache vorgeht.

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