Jeroen Dijsselbloem Euro-Gruppenchef droht Griechenland mit Hilfsstopp

Im Vorfeld der Parlamentswahl hat Euro-Gruppenchef Dijsselbloem indirekt der neuen Regierung gedroht. Wer Geld haben möchte, solle sich auch an die Regeln halten. Kanzlerin Merkel bleibt indes gelassen, wer gewinnt.
Update: 23.01.2015 - 13:52 Uhr 19 Kommentare
Jeroen Dijsselbloem warnt Griechenland: Wer in der Euro-Zone bleiben möchte, muss sich auch an die Regeln halten. Quelle: Reuters

Jeroen Dijsselbloem warnt Griechenland: Wer in der Euro-Zone bleiben möchte, muss sich auch an die Regeln halten.

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BerlinEuro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat Griechenland kurz vor den Parlamentswahlen am Wochenende indirekt mit einem Stopp der Finanzhilfen gedroht. „Wer Unterstützung braucht, um seine Wirtschaft und seine öffentlichen Ausgaben zu finanzieren, der muss sich auch an Bedingungen halten“, sagte der niederländische Politiker „Spiegel Online“ am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Wenn alle führenden Politiker des Landes beteuerten, das Land in der Euro-Zone halten zu wollen, dann bedeute das auch, „dass man die Regeln und Vereinbarungen akzeptiert“. Einfach nur nach Krediten zu fragen, ohne irgendwelche Bedingungen zu erfüllen, das werde nicht funktionieren, warnte er. Jede neue griechische Regierung werde Hilfen der Euro-Zone benötigen.

Wegen Meinungsverschiedenheiten über die Erfüllung von Reformzusagen haben die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds die Auszahlung von Milliarden-Hilfen aus dem aktuellen Griechenland-Hilfsprogramm vorerst gestoppt. Die linkspopulistische Syriza-Partei in Griechenland, die derzeit bei den Wählerumfragen klar führt, hat wiederholt angekündigt, sie wolle vom Sparkurs im Lande abrücken und mit den Geldgebern über die Schulden des Landes und deren Bedienung neu verhandeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich mit Blick auf einen möglichen Wahlsieg des Linksbündnisses gelassen. Die Griechen würden frei und unabhängig ihren Weg bestimmen. Sie sei „sicher“, dass im Anschluss in Ruhe Lösungen gefunden würden, sagte Merkel nach Gesprächen mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi am Freitag in Florenz. Es sei ihr Wunsch, dass Griechenland Teil der gemeinsamen Geschichte bleibe.

Griechenland juckt uns nicht

Berichte, wonach Berlin einem möglichen Euro-Austritt Athens in Kauf nehmen könnte, sollte Syriza nach einem Wahlsieg den Sparkurs aufkündigen, hatten in den vergangenen Wochen für Aufregung in der EU und an den Märkten gesorgt. Im Herzen der gemeinsamen Prinzipien liege die Solidarität, sagte die Kanzlerin am Freitag lediglich. Sie sei nicht darüber beunruhigt, wie die Wahl ausgehe. Dem pflichtete auch Renzi bei. „Wer auch immer der Sieger sein wird, wir werden mit Gelassenheit und Respekt mit dem neuen Ministerpräsidenten zusammenarbeiten“.

In seiner letzten Wahlkampfkundgebung am Donnerstagabend in Athen hatte Tsipras seine Ziele bekräftigt und seine Landsleute auf „schwere Zusammenstöße“ vorbereitet. „Wir werden in keinem Fall die Vertreter von Frau Merkels Standpunkten akzeptieren“, sagte er vor tausenden Anhängern. Eine von ihm geführte Regierung habe nicht die Absicht, „mit den Abgesandten der Gläubigertroika gemeinsame Sache zu machen“. Die Sparauflagen sind aus seiner Sicht für die wirtschaftliche Krise und das Elend vieler Griechen verantwortlich.

Syriza liegt in Umfragen gut sechs Prozentpunkte vor der noch regierenden Nea Dimokratia. Allerdings wird das linkspopulistische Bündnis vermutlich einen Koalitionspartner finden müssen, um eine Regierung bilden zu können.

  • rtr
  • afp
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19 Kommentare zu "Jeroen Dijsselbloem: Euro-Gruppenchef droht Griechenland mit Hilfsstopp"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Keine Angst, Ihr Griechen!

    Egal, wie die Wahl ausgeht, MUTTI schickt auf alle Fälle den Scheck und spannt den Rettungsschirm auf...!

  • Carsten Kanthr
    da hat Henkel zwar irgendwie Recht, abr ich gehe noch einen Schritt weitr. Wir müssen alle zurück zu unsren nationalen Währungen, vorher wird es keine Ruhe geben

  • Frau Bollmohr
    klae Ansagen können Sie von keinem aus der EU ewarten.
    Sobald jemand nach Büssel geht, schein er sein Gehirn morgens an der Garderobe abzugeben

  • Und wieder mal eine freche Einmichung in die Wahlen

  • Drohung...??? Welche Drohung....???
    Die EZB hat doch das Verbot des Euro-Austritt in ihren Verträgen und Aussagen zementiert. Somit wird die Draghi-Mafia EZB immer wieder den Schuldenländern = Zockerbanken unter die Arme greifen MÜSSEN. Es darf ja keiner die EURO-Zone verlassen...die Griechen können sich also ganz gelassen zurück lehen...die übirge Euro Zone wird für ihre Schulden schon weiter und weiter zahlen.

  • Genau das ist die Wahrheit, nur wollen unsere Politiker
    M und Schäuble, aber auch unsere gewählten Abgeordneten diese nicht hören. Oh Herr, lass Wirtschaftsverstand vom
    Himmel regnen...............

    Die Frage ist auch ob die EU überhaupt in der Position ist, an Griechenland forderungen zu stellen? Ich denke nein, sonst treten sie aus und die EU hat den Scherbenhaufen.

    Orginalzitat Schäuble: Griechenland ist auf einem guten Weg.............

    Am Montag werden die Uhren in GR wieder mal auf Null gestellt.

  • Es könnte sein, dass dieses Interview das letzte von diesem smarten Jungen ist.

    Wenn er sich den Eurokurs gegen den USD ansieht, kennt der die Beurteilung seiner Leistung und der seiner Kollegen durch die weltweiten Devisenhändler, die beruflich bedingt sich mit ihm intensiver auseinandersetzen müssen.

    die nächste Woche dürfte Spannung versprechen. Solche Prozesse werden an keinem einzigen Tag gestoppt. Händler sagen dazu: Man greift in kein fallendes Messer.

    Wenn es auch nächste Woche schnell gehen muss, sollten die richtigen Schlüsse gezogen werden. M.E. ist es die klärende Frage über Zuständigkeit und Verantwortlichkeit. Beides muss Deckungsgleich sein.

    Schauen Sie sich die Finanzminister der Euro-Gruppe an. Sie erklären sich für zuständig. Bei der Frage nach der Verantwortlichkeit finden Sie keine Antwort.

    Verantwortlich sind dann die Steuerbürger. Wenn also die Steuerbürger verantwortlich sein sollen, dann müssen sie auch zuständig werden.

    Jeder Politiker, der nicht in der Lage ist Verantwortung zu übernehmen, sollte auch nicht mehr über Gesetze, Sanktionen beschließen dürfen.

    Als Repräsentation und Schadensausgleich für die Irrtümer in der Vergangenheit sollten ihre Diäten und Pensionen per Gesetz dem Durchschnitt der Bürger entsprechen - durchschnittliche monatliche Einkommen, durchschnittliche Pensionen.

  • Heult doch alle ,oder holt euch das Geld von Schröder und Fischer wieder, die Griechenland zu dem gemacht haben was es heute ist. Wartet ab wenn Italien zusammen bricht oder Frankreich das wäre eine Problem. Aber ein paar Millionen Griechen nur unter schlimmsten Drohungen zum Erfolg zu führen ist ja krank.

    Die Griechen sind Fischer,Landwirte und Urlaubsanbieter weiter nichts. Vorher ,Heute. Das wußten alle und alle taten so als wenn Griechenland das boomende Industrieland wäre.

    Recht so,wenn die Linke sich um die Menschen kümmert. Wer dumm investiert kann doch nicht auf Ersatz hoffen. Oder doch? Sorry!
    geht natürlich wie Junkers es zeigt. Investieren ohne Risiko.

    Ist fast wie Marktwirtschaft!

  • Merkt dieser Mann denn gar nicht, daß er sich mit seinem Säbelrasseln der Lächerlichkeit preisgibt?

  • It´s the EUR, stupid!

    Olaf Henkel hat Recht, der Währungsraum muss drastisch verkleinert werden, Nord-EUR macht Sinn, alles anderes muss im Desaster enden, und die Zeichen kommen immer näher!

    Die ClubMed-Staaten brauchen eigenes Geld, inkl. Frankreich, sorry, aber so ist es! Wer etwas anderes behauptet will implizit eine Transferunion.

    Und von einem Fachblatt i.S. Wirtschaft erwarte ich auch klarere Analyse und Ansagen statt Wischiwaschi-Artikel bis hin zu Nonsens und klar Lobbyisten-getriebene "Beiträge" wie zB heute durch Meister Posen .

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