Jeroen Dijsselbloem Eurogruppenchef beleidigt Südeuropäer mit Macho-Spruch

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat mit einer sexistischen Bemerkung in südeuropäischen Ländern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.  Inzwischen hat er seine Äußerungen bedauert.
Update: 22.03.2017 - 17:35 Uhr 8 Kommentare
Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat sich mit einer sehr flapsigen Bemerkung den Zorn der Südländer zugezogen. Quelle: Reuters
Jeroen Dijsselbloem

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat sich mit einer sehr flapsigen Bemerkung den Zorn der Südländer zugezogen.

(Foto: Reuters)

RomDer Niederländer Jeroen Dijsselbloem hatte in einem Interview gesagt, dass sich in der Eurokrise die nördlichen Staaten solidarisch mit den Krisenländern gezeigt hätten. „Als Sozialdemokrat halte ich Solidarität für äußerst wichtig. Aber wer sie einfordert, hat auch Pflichten. Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschließend Sie um Ihre Unterstützung bitten“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Dieses Prinzip gilt auf persönlicher, lokaler, nationaler und eben auch auf europäischer Ebene.“

Italiens ehemaliger Premierminister Matteo Renzi forderte den Rücktritt Dijsselbloems. „Leute wie Dijsselbloem (...) verdienen nicht die Rolle, die sie einnehmen“, schrieb er am Mittwoch auf Facebook. Je eher er zurücktrete, desto besser sei es. Die Bemerkung des 50-jährigen Eurogruppenchefs nannte er „dumm“. Spanische Politiker bezeichneten die Aussage als „rassistisch und machohaft“.

Das sind Günther Oettingers frechste Sprüche
Günther Oettinger
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Der 63-jährige CDU-Politiker war von 2005 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Seit 2014 ist er EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft in Brüssel, nachdem er zuvor fünf Jahre lang das Amt des Kommissars für Energie inne hatte. Mit seinen flapsigen Sprüchen sorgt Günther Oettinger hin und wieder für Empörung – so wie jetzt auch wieder ...

Über Chinesen
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In einer nun öffentlich gewordenen Rede vor Unternehmern in Hamburg hatte er Chinesen unter anderem als „Schlitzaugen und Schlitzohren“ bezeichnet. Auch über die Themen Mütterrente, Mindestrente, Rente mit 63, Betreuungsgeld und „Pflicht-Homoehe“ spottete er öffentlich. Über eine chinesische Regierungsdelegation sagte Oettinger: „Keine Frauenquote, keine Frau, folgerichtig.“ Der Politiker erntete wiederholtes Gelächter seiner Zuhörer, wie ein im Internet veröffentlichtes Video mit Redeauszügen zeigt. Auch andere Zitate von ihm sorgten in der Vergangenheit für Empörung ...

Über AfD-Chefin Frauke Petry
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„Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen“, sagte Günter Oettinger am 15. Februar 2016 in Berlin über AfD-Chefin Frauke Petry während einer Podiumsdiskussion.

Über Deutschland und die Türkei
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„Ich möchte wetten, dass einmal ein deutscher Kanzler oder eine Kanzlerin im nächsten Jahrzehnt mit dem Kollegen aus Paris auf Knien nach Ankara robben wird, um die Türkei zu bitten, Freunde kommt zu uns.“ Diesen Satz äußerte Günther Oettinger am 18. Februar 2013 zum Umgang mit dem EU-Beitrittskandidaten Türkei

Über verschuldete EU-Staaten
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„Es gibt ja auch den Vorschlag, die Flaggen von Schuldensündern vor den EU-Gebäuden auf halbmast zu setzen. Das wäre zwar nur ein Symbol, hätte aber einen hohen Abschreckungseffekt.“ So äußerte sich der EU-Kommissar am 9. September 2011 in einem Interview mit der Bild-Zeitung über Euro-Staaten, die dauerhaft zu hohe Schulden machen.

Über Baden-Württemberg
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„In my homeland Baden-Württemberg we are all sitting in one boat“, sagte Günther Oettinger – damals noch Ministerpräsident des Bundeslandes – in einer Rede am 11. Dezember 2009 bei einer Konferenz der New Yorker Columbia-Universität in Berlin. 

Über seinen Wechsel nach Brüssel
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„Wenn irgendjemand argwöhnt, dass dies eine Abschiebung sei, kann ich darüber nur lachen“, sagte Günther Oettinger am 25. Oktober 2009 über seinen Wechsel als EU-Kommissar nach Brüssel.

Der Fraktionsvorsitzende der Sozialisten im Europaparlament, der Italiener Gianni Pitella, nannte die Aussagen „beschämend“. „Ich frage mich wirklich, ob eine Person mit dieser Überzeugung immer noch für fähig gehalten wird, das Amt des Eurogruppenchefs auszuüben.“

Der portugiesische Ministerpräsident Antonio Costa forderte ebenfalls Dijsselbloems Rücktritt vom Vorsitz der Eurogruppe und nannte die Äußerungen des niederländischen Finanzministers „rassistisch, fremdenfeindlich und sexistisch.“ Europa werde als gemeinsames Projekt erst wieder glaubwürdig sein, wenn Dijsselbloem zurücktrete, sagte Costa.

Manfred Weber, Vizechef der CSU und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, twitterte: „In der Eurozone geht es um Verantwortung, Solidarität aber auch um Respekt. Kein Platz für Stereotype.“

Dijsselbloem lehnt einen Rücktritt ab. „Ich habe nicht die Absicht, zurückzutreten“, sagte er am Nachmittag niederländischen Medien. „Ich bedauere, dass meine Aussage missverstanden wurde und ich bedauere, dass es als 'Nord-gegen-Süd' aufgefasst wurde.“ Es tue ihm zudem leid, wenn sich jemand durch seine Äußerungen angegriffen fühle. „Es war direkt, es kann mit der calvinistischen Kultur und niederländischer Direktheit erklärt werden.“

Die Bundesregierung hält sich mit einem Kommentar zurück. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schätze die Arbeit Dijsselbloems als Chef der Eurogruppe sehr, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Berlin. Es werde auch für die nächsten Treffen von einem „voll handlungsfähigen“ Eurogruppenvorsitz ausgegangen. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert wollte sich nicht konkret äußern. Er kenne das Interview nicht im Wortlaut und nicht in der vollen Fassung, sagte Seibert.

Dijsselbloem könnte nach dem schlechten Abschneiden seiner Sozialdemokraten bei der niederländischen Parlamentswahl sein Amt als Finanzminister des Landes demnächst verlieren. Er selbst machte klar, dass er trotzdem wie geplant bis Januar Chef der Eurogruppe bleiben wolle. Im Zweifel müsse die Eurogruppe entscheiden. Schäuble und andere Minister lobten Dijsselbloem ausdrücklich, ließen aber offen, wie es mit dem Vorsitz genau weitergeht.

Es ist nicht das erste Mal, dass Dijsselbloem sich mit Interview-Äußerungen im Ausland Ärger einbrockt. Anfang 2014 bezeichnete er den jetzigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker in einer niederländischen TV-Sendung als starken Raucher und Trinker. In Griechenland wird ihm zudem eine unnachgiebige Haltung gegenüber dem hoch verschuldeten Land vorgeworfen.

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8 Kommentare zu "Jeroen Dijsselbloem: Eurogruppenchef beleidigt Südeuropäer mit Macho-Spruch"

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  • Da er jetzt sowieso geht kann er sich leisten die Wahrheit zu sagen.

  • Soweit ich das sehe, haben sich die Leute den Schuh angezogen ,
    der ihnen passt ? Jede Kritik ist igendwie unbequem , eben Rassistisch !
    Der Laden löst sich halt auf .

  • @Grutte Pier
    So schaute es aus...der naive und blöde Deutsche Arbeitnehmer, Zeitungsangestellte, Berichtschreiber, Drucker, Büroangestellter, Handwerker, Arbeiter und Malocher...also der Deutsche Sozialversicherungspflichtige und Lohnsteuerzahler...der Leistungsträger der die Steuer- und Sozialabgabentöpfe füllt aus denen sich die Politiker ihre Diäten nehmen, die illegalen Einwanderer ihr Hartz IV und andere Sozialleistungen, die EURO Schulden Banken ihre Profite, die Energiewendemafia ihre EEG Profite.....genau der verarschte Deutsche Arbeitnehmer und Wähler...darf arbeiten bis zum Umfallen, soll die SPD, Union, Grüne, Linke weiter wählen, die ihn dann weiter mit Steuern und Abgaben ausplündern...der Deutsche Arbeitnehmer und Wähler soll arbeiten für noch mehr Steuerabgaben noch mehr Sozialabgaben..damit die Party in der EU und Euro Land weitergehen kann...die Party für die illegale Einwanderung und den Energiewende Raubzug per EEG (Zwangsabgabe).
    Da hilft nur eines um sich dagegen zu demokratische zu wehren...AfD wählen! Danke!

  • Andere verblasen ihre Geld für "Frauen und Schnaps" - die Deutschen verblasen es für "Flüchtlinge" - wer es für "Frauen und Schnaps" ausgibt hat (vom Brummschädel abgesehen) mehr Spaß.
    Zahlen tut sowieso der deutsche Steuermichel - der hat in jedem Fall keinen Spaß, denn der muß arbeiten....

  • Schluss mit der Unterdrückung der Lebensweisen und Kulturen der europäischen Völker...Schluss mit der Wirtschaft- und Finanz Diktatur eines grenzenlosen EU-Euro Eliten Konstrukt....lasst die europäischen Völker, Kulturen und Lebensweisen wieder frei atmen...zurück zu den Nationalen Währungen und der Nationalen Wirtschafts- Finanzpolitik.National = freies Volk, freies und selbstbestimmtes Leben und Kulturen.
    Danke!

  • Eine bessere Steilvorlage und Wahlhilfe konnte Dijsselbloem den FN von Frau Le Pen gar nicht machen. Le Pen hat jetzt noch mehr Munition, für ihren EU und EURO Austritt, bekommen.
    Das wahre Gesicht der EU und auch des EURO kommt immer mehr zum Vorschein...ein Gesicht der Macht, der Intrigen, der Selbstgefälligen Eliten, der korrupten Eliten, des Geldes und der Abzocke...der Verachtung der europäischen Völker = über Jahrtausend gewachsener kulturellen Gepflogenheiten/Lebensweisen.

  • Wieder mal ein Beweis, daß man in der Eurozone nicht ungestraft die Wahrheit sagen darf...



    :)

  • da hat er wohl voll ins Schwarze getroffen. Was sich die Niederländer so erlauben. Erst die Türken verärgern und jetzt auch noch die Südländer. Ist ja völlig unerhört, die Wahrheit zu sagen.

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