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Jim Yong Kim Weltbank-Chef wirbt für private Investitionen in Afrika

Weltbankchef Jim Yong Kim ist überzeugt, dass Staaten nicht ausreichend Geld aufbringen können, um die Länder Afrikas zu stabilisieren. Und er warnt: Die Unzufriedenheit in Afrika wird im Internetzeitalter zur Gefahr.
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„Wir sehen bereits, dass in den Compact-Staaten, in denen Reformen begonnen wurden, die Investitionen deutlich schneller zugelegt haben als in den anderen Staaten Afrikas.“ Quelle: Bloomberg
Jim Yong Kim

„Wir sehen bereits, dass in den Compact-Staaten, in denen Reformen begonnen wurden, die Investitionen deutlich schneller zugelegt haben als in den anderen Staaten Afrikas.“

(Foto: Bloomberg)

Weltbank-Chef Jim Yong Kim hat die G20-Initiative für Reformpartnerschaften reicher Länder mit afrikanischen Staaten gelobt, die beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg beschlossen worden war. „Die Entscheidung, Unternehmen für Investitionen in Entwicklungsländern zu gewinnen, ist nicht einfach ein neuer Versuch, sondern sie basiert auf Analysen“, sagte Kim dem Handelsblatt.

Während der Verhandlungen zu den neuen Entwicklungszielen der UN habe sich schnell gezeigt, dass die Lebensverhältnisse in Afrika nur dann besser werden, wenn Billionen US-Dollar investiert würden – ein Vielfaches der weltweiten Entwicklungshilfe. „Ohne private Investoren geht es nicht“, sagte er vor seinen Gesprächen mit der Kanzlerin und afrikanischen Staatschefs beim Treffen mit dem Handelsblatt.

Es werde in Europa oft noch unterschätzt, wie sehr Breitband-Internet und Smartphones die Welt verändert haben. „Spätestens ab 2025 wird jeder in jedem Winkel der Welt sehen können, wie die Menschen anderswo leben“, sagte er. Das führe schon jetzt zu messbar höheren Erwartungen der Menschen in armen Ländern. „Sie ertragen Perspektivlosigkeit nicht länger, sondern machen sich auf den Weg“, sagte er. Die deutsche Regierung habe die Gefahren erkannt, die daraus auch für Europa entstehen können.

Lesen Sie nachfolgend das Gespräch im Wortlaut:

Herr Kim, ist die G20-Initiative „Compacts with Africa“ der Beginn einer effizienten Neuaufstellung der Entwicklungszusammenarbeit?
Die Entscheidung, Unternehmen für Investitionen in Entwicklungsländern zu gewinnen, ist nicht einfach ein neuer Versuch, sondern sie basiert auf Analysen. Während der Verhandlungen zu den neuen Entwicklungszielen der UN haben wir festgestellt: Um die Lebensverhältnisse überall ausreichend zu verbessern, brauchen wir Billionen US-Dollar. Die gesamte Entwicklungshilfe beträgt aber nur 140 Milliarden. Ohne private Investoren geht es nicht.

Wie stark müssen denn die Lebensverhältnisse verbessert werden?
Breitband-Internet und Smartphones haben die Welt komplett verändert: Spätestens ab 2025 wird jeder in jedem Winkel der Welt sehen können, wie die Menschen anderswo leben. Das hat zu messbar höheren Erwartungen der Menschen in armen Ländern geführt. Sie ertragen Perspektivlosigkeit nicht länger, sondern machen sich auf den Weg. Oder es kommt zu Aufständen wie in Tunesien, wo kurz vor dem arabischen Frühling eine enorm hohe Unzufriedenheit gemessen wurde. Die deutsche Regierung hat die Bedrohung verstanden, die daraus auch für Europa entstehen kann.

Was können die Compacts da bewirken?
Wir sehen bereits, dass in den Compact-Staaten, in denen Reformen begonnen wurden, die Investitionen deutlich schneller zugelegt haben als in den anderen Staaten Afrikas. Auch unser „Doing business“-Indikator zeigt: In den Ländern, in denen kleine und mittlere Unternehmen entstehen, wächst die Wirtschaft schneller. Es ist also keine Ideologie, den Privatsektor zu beteiligen, sondern wir haben die Erfahrung, dass dies wirkt.

Hat der Hamburger G20-Gipfel letztes Jahr Verbesserungen gebracht?
Ja. Wir nennen die Vereinbarungen des Gipfels die „Hamburg-Prinzipien“. Sie definieren klare Förderhierarchien: Projekte, die wirtschaftlich sind, bekommen keine Förderung. Wenn Investitionen wegen der Rahmenbedingungen unterbleiben, helfen wir über die internationalen Institutionen wie die Weltbank den Regierungen bei Reformen, etwa mit Haushaltszuschüssen. Wenn Unternehmen das Risiko zu hoch ist, müssen wir die Versicherungen verbessern. So steigern wir die Effizienz.

Herr Kim, danke für das Gespräch.

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