John Key Neuseelands Premier tritt zurück

John Key nimmt den Hut: Das Staatsoberhaupt von Neuseeland hat am Montag in der Hauptstadt Wellington überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er regierte den Pazifikstaat seit acht Jahren.
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Neuseeländischer Regierungschef tritt überraschend zurück

WellingtonNeuseelands konservativer Premierminister John Key hat nach acht Jahren im Amt überraschend seinen Rücktritt angekündigt. „Das ist die schwierigste Entscheidung, die ich je getroffen habe, und ich weiß nicht, was ich als nächstes machen werde“, sagte Key am Montag bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Wellington. Der Ex-Banker deutete familiäre Gründe für den Rücktritt an. Neuseeländischen Medienberichten zufolge hatte seine Frau ihn zum Rücktritt gedrängt.

Seine konservative Nationalpartei werde am 12. Dezember einen neuen Vorsitzenden bestimmen, sagte Key. Noch am selben Tag werde er seinen Rücktritt formal einreichen. Als Nachfolger empfahl der 55-Jährige seinen ein Jahr jüngeren Stellvertreter und Finanzminister Bill English. Er selbst will Abgeordneter bleiben. Key regiert den Pazifikstaat mit seinen rund 4,5 Millionen Einwohnern seit 2008.

Bei der Pressekonferenz gewährte er ungewöhnlich tiefe Einblicke in sein Privatleben und wirkte sichtlich bewegt. „Für meine Frau Bronagh gab es viele einsame Nächte und Wochenenden, viele für sie bedeutende Anlässe, bei denen ich einfach nicht dabei sein konnte.“ Ihre gemeinsame Tochter Stephie und Sohn Max seien von Teenagern zu jungen Erwachsenen geworden, „während sie mit außergewöhnlichem Druck klarkommen mussten wegen des Jobs ihres Vaters. Ich danke ihnen für ihre Toleranz - Bronagh und ich sind unheimlich stolz auf beide.“

Neuseeländer wollen ihre Fahne behalten
Der Gewinner
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Die Befürworter der neuen Flagge hatten argumentiert, die alte Flagge sei der australischen zu ähnlich. Auch sei sie zu sehr mit der Kolonialgeschichte verbunden. Die Gegner des neuen Designs argumentierten, sie sei uninspiriert und lediglich der Versuch von Regierungschef John Key, sich ein Denkmal zu setzen.

Der Verlierer
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Doch kein Referendum eine neue Flagge: 56,6 Prozent der Neuseeländer haben sich in der schriftlichen Abstimmung gegen ein neues Design mit einem Silberfarn ausgesprochen. Damit bleibt die alte Flagge mit dem britischen Union Jack in der Ecke erhalten. An der Abstimmung beteiligten sich mehr als zwei Millionen Wähler.

Aufwendiger Prozess
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An die Zeichentische: Die neuseeländische Regierung hatte die Bevölkerung im Mai 2015 aufgefordert, Vorschläge für eine neue Landesflagge einzusenden. Aus mehr als 10.000 Einsendungen wählte eine zwölfköpfige Jury die 40 besten Designs aus. Doch auch die Motive, die es nicht in die Auswahl geschafft haben, sind durchaus sehenswert. So zum Beispiel...

Verbundenheit mit Großbritannien
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...dieser Vorschlag von Caleb Scrivener und Luke Edwards aus Canterbury. Abgebildet ist ein Kiwi, der Nationalvogel Neuseelands. Die Sterne stehen laut den Zeichnern für die drei Landessprachen des Inselstaats – Maori, Englisch und Zeichensprache – und die britische Flagge oben links für die Zusammenführung des britischen und neuseeländischen Volks. Der Kiwi repräsentiere sich selbst – „den flugunfähigen Vogel, den wir alle lieben und um den wir uns kümmern“, so die Künstler.

Der fliegende Kiwi
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Dass der Kiwi mit seinen bis zu fünf Zentimeter langen Flügeln nur schwerlich fliegen kann, schien Struan Ashby aus Wellington nicht zu stören. Er reichte die Flagge mit dem Titel „Flying Kiwi“ ein – mit der lapidar-trotzigen Erklärung: „Weil Kiwis fliegen können!“

Fish’n’Chips
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Gänzlich ohne Kiwi kam Angela Inglis aus Auckland aus – und griff stattdessen auf einen Fisch zurück und etwas, das auf den ersten Blick wie eine Sonne aussieht. Die Erklärung der Zeichnerin bringt die Auflösung: „Das gelbe Motiv repräsentiert die goldene Sonne und die goldenen Pommes frites dieses anständigen Landes.“ Außerdem weise der Bezug zum britischen Nationalgericht Fish’n’Chips auf die Herkunft der Neuseeländer hin.

Vorwärtsgewandt
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Einen Blick für die Zukunft beweist Sophie Wilson aus Auckland. Sie zeichnete eine Katze, die von einem Fischskelett träumt. Kryptisch? Gar nicht: „Wenn die Kiwis verschwinden, sind Kätzchen doch eine nette Alternative“, erklärt die Künstlerin ihr Werk. Der Kiwi ist vom Aussterben bedroht – und dementsprechend selten.

Für den populären Premier endet damit seine dritte Amtszeit vorzeitig. Bei der letzten Wiederwahl im September 2014 erreichte seine Partei sogar die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament.

Der frühere Währungshändler hat den Inselstaat auf soliden Wachstumskurs geführt, leistete sich während seiner Zeit als Regierungschef aber auch wiederholt politische Fehltritte und PR-Pannen. So ließ er Skandalberichte, dass seine Nationale Partei einen konservativen Blogger mit Material für Schmierkampagnen gegen politische Gegner versorgte, an sich abperlen. Auch Vorwürfe des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zu umfangreichen Überwachungsprogrammen wischte Key erfolgreich vom Tisch.

Seine größte Niederlage erlitt Key in einem Referendum zur Änderung der neuseeländischen Flagge. Er wollte einen Silberfarn statt des traditionellen Designs mit britischem Union Jack und Kreuz des Südens durchsetzen, um den alten Kolonialzopf abzuschneiden. Der Plan scheiterte jedoch, seine Landsleute lehnten das neue Flaggenmuster im März mit großer Mehrheit ab.

  • dpa
  • ap
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