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Journalistenmord Trump hält eisern zu Saudi-Arabien

Für den US-Präsidenten bleibt das Königreich ein wichtiger Partner – trotz des bislang ungeklärten Mordes an Jamal Kashoggi und einer CIA-Untersuchung.
19.11.2018 - 17:55 Uhr Kommentieren
Ein „wirklich spektakuläre Verbündeter“ sei Saudi-Arabien, sagte der US-Präsident. Quelle: Reuters
Mohammed bin Salman und Donald Trump

Ein „wirklich spektakuläre Verbündeter“ sei Saudi-Arabien, sagte der US-Präsident.

(Foto: Reuters)

Washington Kurz nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi hatte die US-Regierung noch um eine klare Antwort auf die außenpolitische Krise gerungen. Jetzt scheint sich US-Präsident Donald Trump festgelegt zu haben: Er will das Königreich bedingungslos als engen Partner behalten.

So deutlich wie nie hat er die mutmaßliche Verantwortung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman zurückgewiesen – egal, welche Erkenntnisse über die brutale Tat noch zum Vorschein kommen mögen. Erneut pries Trump Saudi-Arabien als „wirklich spektakulären Verbündeten“. Zugleich spielte er die Bedeutung eines US-Geheimdienstberichts herunter, dessen Veröffentlichung zeitnah erwartet wird.

Laut US-Medien ist die CIA zu dem Schluss gekommen, dass der Prinz die Ermordung von Khashoggi angeordnet habe. „Aber wer kann das schon so genau wissen“, distanzierte sich Trump im Fernsehsender „Fox“. Der Präsident deutete an, er könne damit leben, sollte ihn der Kronprinz in die Irre geführt haben. „Wir haben einen Verbündeten, der gut für uns ist. Dabei soll es bleiben.“

Trump hält am Regime fest, während sich ein Großteil der westlichen Welt entsetzt abwendet und Konsequenzen zieht. Der Präsident hat politisch viel in den 33-jährigen Erben investiert, ein Kurswechsel wäre aus seiner Sicht das Eingeständnis eines gefährlichen Irrtums. Saudi-Arabien ist zentraler Partner der USA im Nahen Osten.

Schwiegersohn Jared Kushner unterhält ein freundschaftliches Verhältnis zu bin Salman, der nicht nur von den USA lange als Reformer gelobt wurde. Trumps erste Auslandsreise hatte ihn 2017 in die saudische Hauptstadt geführt. Riad hat sich verpflichtet, US-Waffen im Wert von 110 Milliarden Dollar zu erwerben. Allerdings wurden davon bislang erst 14,5 Milliarden eingelöst.

Das wohl wichtigste Beweismittel – ein Tonband des türkischen Geheimdienstes, auf dem die letzten Lebensminuten Khashoggis zu hören sein sollen – habe er sich nicht angehört, so der Präsident. Er habe sich mündlich über jedes Detail briefen lassen. „Es gibt keinen Grund, die Aufnahme zu hören. Sie ist sehr gewalttätig, bösartig und schrecklich.“ Laut dem Portals „Axios“ argumentierte Trump vor Vertrauten, Amerika müsse sich nicht in den Streit einmischen, da Khashoggi kein US-Bürger war und der Mord nicht in den USA stattgefunden habe.

Aus dem Kongress muss Trump bislang nur abgeschwächte Kritik fürchten, denn der neue US-Kongress konstituiert sich erst Anfang Januar. Trump hat sich dafür offen gezeigt, die US-Militärunterstützung für die saudische Offensive im Jemen einzustellen. Möglich sind auch gezielte Sanktionen und neue Visum-Einschränkungen gegen Saudi-Arabien. Alles, was darüber hinausgeht, wird Trump wohl blockieren.

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