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Juden-Register Deutsche Juden schockiert über Regierungs-Pläne in Österreich

Koscheres Fleisch soll in Niederösterreich nur noch an registrierte Juden verkauft werden. Die FPÖ beruft sich dabei auf das Tierwohl.
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Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist gegen das „Juden-Register“. Quelle: dpa
Charlotte Knobloch

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist gegen das „Juden-Register“.

(Foto: dpa)

Berlin Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, hat Österreichs Politiker vor der Einführung eines Juden-Registers für den Kauf von koscherem Fleisch gewarnt. „Dass Juden sich in Niederösterreich künftig registrieren lassen müssen, um koscheres Fleisch kaufen zu können, ist ungeheuerlich und abscheulich“, sagte Knobloch der „Bild“-Zeitung (Freitag). Es sei offensichtlich, dass die FPÖ über das vorgeschobene Argument des Tierschutzes Listen der niederösterreichischen Juden erstellen wolle.

„Besonders vor dem Hintergrund der österreichischen Geschichte müssen hier alle Alarmglocken schrillen“, so Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist. „Ein solches Ausmaß an Geschichtsvergessenheit schockiert mich“, sagte sie dem Blatt. Sie hoffe, dass alle demokratischen Parteien in Österreich diesem Spuk so schnell wie möglich ein Ende machten.

Die Landesregierung in St. Pölten will Ausnahmen vom Tierschutzgesetz gegen das sogenannte Schächten vom Nachweis der Religionszugehörigkeit der Verbraucher koscheren Fleisches abhängig machen. Der für den Tierschutz zuständige Minister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) beruft sich auf einen Erlass eines vormaligen SPÖ-Ministers. Niederösterreichs Ministerpräsidentin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hatte angesichts der Debatte eine Registrierung ausgeschlossen. Es werde an einer praxisnahen Lösung gearbeitet.

  • dpa
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