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Jugendarbeitslosigkeit in Europa Generation Lost

In Europas Krisenländern haben junge Erwachsene kaum Chancen auf einen Job. Die Gefahr, auf der Couch zu versauern ist groß. Lösungen aus der Misere könnten die „Jobgarantie“ der EU oder ein Umzug nach Deutschland sein.
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In Spanien ist schon jeder zweite junge Erwachsene auf Jobsuche. Quelle: dpa

In Spanien ist schon jeder zweite junge Erwachsene auf Jobsuche.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Italiens Jugend ist gründlich desillusioniert: Bersani, Berlusconi, Grillo, Monti? Ist doch ganz egal. Sara, 24 Jahre alt, jedenfalls erhofft sich „nicht viel“ von der neuen Regierung. Und das ist das „eigentlich Traurige“. In Italien sehen junge Erwachsene derzeit kaum Perspektiven, heißt es in einem Länderbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Wahl. „Für Jugendliche generell und schon gar nicht für Frauen“, sagt Sara. Die Zeit zwischen den letzten mündlichen Prüfungen ihres Jura-Studiums nutzt sie, um Bewerbungen zu schreiben – für Jobs im Ausland.

Thanassis, 23 Jahre alt, hat im März 2012 seinen Job bei einem Kurierdienst in Athen verloren. Neun Monate lang bekam er Arbeitslosengeld, dann war Schluss. Inzwischen sind auch die Ersparnisse des jungen Erwachsenen aufgebraucht. Seit zwei Monaten wohnt er wieder bei seinen Eltern – wie seine ebenfalls arbeitslose Schwester Tassoula (24). So geht es immer mehr jungen Griechinnen und Griechen. In der Altersgruppe der bis zu 24-Jährigen sind mehr als sechs von zehn ohne Job. Aktuell verlieren in Griechenland jeden Tag rund 900 Menschen ihre Arbeit. „Meine Chancen auf eine neue Stelle sind gleich Null“, sagt Thanassis.

In den Krisenländern Europas wächst eine Generation heran, die vielfach schon den Stempel „verloren“ verpasst bekommt. In den beiden Krisenländern Griechenland und Spanien ist den vorliegenden Zahlen der Europäischen Statistikbehörde zufolge mit 57,6 Prozent beziehungsweise 55,6 Prozent mehr als jeder zweite junge Mensch arbeitslos. Italien wird mit 36,6 Prozent ausgewiesen. Zum Vergleich: Für Deutschland meldet Eurostat eine Quote von 8,0 Prozent.

Ökonom Ekkehard Ernst zeichnet im Gespräch mit Handelsblatt Online ein düsteres Bild, wenn er über die hohen Zahlen bei der Jugendarbeitslosigkeit in den Krisenländern Europas redet. „Wer in diesen Ländern heute arbeitslos ist, für den wird auch innerhalb der kommenden fünf Jahre schwierig, eine feste Stelle zu finden“, sagt Ernst, Arbeitsmarkt-Experte bei der Internationale Arbeitsorganisation (ILO), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Die Prognose der ILO lautet daher: „Die Jugendarbeitslosigkeit wird in Spanien auch 2017 noch bei mehr als 50 Prozent liegen, in Italien und Griechenland bei über 30 Prozent.“

Nicht so schwarz sieht Holger Schäfer, Arbeitsmarktökonom beim Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). „Ich mag den Begriff 'Verlorene Generation' nicht, denn es stimmt nicht, dass schon alles verloren ist, dass ganze Biographien dauerhaft entwertet sind“, sagt Schäfer Handelsblatt Online. Allerdings sei nicht zu bestreiten, dass eine Generation auf Jahre zurückblicken wird, die wirtschaftlich sehr schwierig gelten werden. „Doch die Krisenländer können es schaffen, es gibt genügend Vorbilder“, sagt der Ökonom. „Dänemark und Großbritannien haben ihre Arbeitsmarktkrisen gemeistert und auch Deutschland hat es innerhalb von fünf Jahren von Tiefschwarz auf Rosarot geschafft.“

Das Problem: „Schon eine kurze Arbeitslosigkeit in jungen Jahren wirkt sich dauerhaft negativ aus“, sagt ILO-Ökonom Ernst. „Karrierechancen sinken, die Löhne sind niedriger, die Arbeitsverhältnisse schlechter.“

„30-Stunden-Woche ist ein absurder Vorschlag“
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81 Kommentare zu "Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Generation Lost"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ zecke,
    Leiden Sie neuerdings an FSME? Sie haben doch sonst nicht solchen Mief abgesondert. Zum einen braucht unser Staat die Computerspielefreaks. Wer soll denn sonst die Dronen fliegen? Zum anderen, haben Sie sich schon mal gefragt, welcher Entfaltungsspielraum einem Menschen, vor allem einen jungen, heute in Deutschland noch zur Verfügung steht? Alles ist geregelt. Was getan werden darf, bestimmen die Alten und deren Beamte mit ihren Gesetzen. Wer etwas Gemeinschaftliches auf die Beine stellen will, ist verloren, weil selbst die Kommunen pleite sind. Die Welt ist aufgeteilt. Das Geburtsrecht besteht darin, arm zu sein, und Ausbildung darin, Konsumenten und Funktionseinheiten hervorzubringen.
    Systematisch entwürdigt und mit Desillusionen ihres Tatendrangs beraubt, tun die, die Sie meinen genau das, was der Staat ihnen gelassen hat. Gegen wen sollen die denn auf dem Arbeitsmarkt auch konkurrieren, diejenigen, die von ihrer Arbeit ehe schon von der Hand in den Mund leben müssen, wie ihre eigenen Eltern etwa? Und anstatt für die Jugend Platz zu schaffen, hebt man das Renteneintrittsalter Schritt um Schritt an.
    Es gibt sicher auch viele Schmarotzer, aber die sollten sie vor allem in Banken, Staat und Politik suchen, anstatt einem Wehrlosen in die Fresse zu hauen.

  • @wiesel/bDD: Dasselbe habe ich mir auch gedacht, mich jedoch nicht getraut, es in dieser Klarheit zu posten. Letztendlich und nach reiflicher Überlegung komme ich zum selben Schluß. Es liegt in großem Maße an Smartphone und Home-Pc, welche Aufstände, Großdemonstrationen, Amokläufe, bis hin zu Bürgerkriegen verhindern. Das politische, sowie das wirtschaftliche Umfeld dafür wurde jedenfalls die vergangenen 20 Jahre geschaffen und die (Elite) wird vom eingeschlagenen Kurs kein Müh abweichen.

  • Dieses Forum ist unterstes Niveau und bereitet Übelkeit beim lesen. Es wird geflucht, beledigt, gehetzt, gepöbelt auf Argumente und Begründungen aber verzichtet. Bitte aufhören, das bringt nichts, gar nichts. Nur Ärger und erhöhtes Herzinfarktrisiko.

  • Freidenker
    Sie sind wohl ein Grüner?
    Denn die schaffen ja die Detuschen massiv ab.
    Soll ich nun die Grünen als neue Nazis bezeichnen?

  • Freidenkier
    Sie widersprechen sich selbst
    sie schimpfen statesman als Rechts, aber gleichzeitig sagen Sie die Reichen wollen Krieg.
    Nicht nur die Reichen wollen das, das wollen vorrangig unsere nichtsnutzigen Politiker und wenn man das benennt, ist man nicht rechts

  • statesman
    aber der Rentner mit nur 1.000 € Rente und 600 € Miete bekommt kein Wohngeld, da er zu viel Rente hat, so ist das bei uns

  • Die ersten hierher geholten jungen Spanier sind bereits wieder arbeitslos
    Die Qualifikation war wohl doch nicht so groß
    http://www.frankenpost.de/lokal/fich...rt2460,2362617
    = Arbeitslose Spanier bei uns nach Herholung
    Aber nun glaubt doch kein Mensch, dass diese zurück gehen, sodnern sie wrden jetzt halt Hartz IV bekommen
    Deutschland das Sozialamt der Welt.
    Wie lange das wohl funktioniert?

  • SayTheTruth
    habe ich gerade in meiner Mail gelesen und mich riesig gefreut. Endlich.
    Ich bin ja dort bereits Mitglied
    Es wird Zeit, dass Deutschland eine neue partei bekommt, eine aus dem bürgerlichen konsrvativen Lager

  • Man sollte das Problem ganz anders angehen. Ohne die Zinsen, die der Geldadel beansprucht, müsste der Rest Europas deutlich weniger Steuern zahlen. Dann würde von Brutto genug hängen bleiben, um genug Produkte (mit dann max. 5% MwSt.) kaufen zu können. Wenn man dazu noch das Brüsseler Beschäftigungstherapiezentrum für abgehalfterte Politiker abschafft ist sofort wieder Licht am Ende des Tunnels.

    Die Lösung ist ein radikaler Schuldenschnitt. Mit anderen Worten, wir sollten die Kriegserklärung des Grosskapitals endlich annehmen und um unsere Selbstbestimmung kämpfen statt die Versklavung im Namen des Geldes zu akzeptieren.

  • Hatte ich Dankbarkeit gefordert? Nee, das will ich gar nicht. Aber, ich will auch nicht mehr das Gesülze, Genöle und Gejammere hören, von einer Generation die unter den besten Umständen die es jemals gab aufwuchs. Kein Krieg, keine Hungersnöte, keine Katastrophen, ausgebaute Infrastruktur wie z.B. Schulen, Unis, Straße, die von den vorherigen Generationen geschaffen wurden.
    Ja, es herrscht eine Diktatur - die Diktatur des Geldes, der sogenannten "sozialen" Netzwerke, der Smartphones - aber (noch) keine politische Diktatur.
    Änderungen am System wurden selten auf der Couch vorm Fernseher, mit nem Smatphone oder Laptop auf den Knien herbeigeführt.

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