Kampf gegen Assad Opposition nimmt die Sache selbst in die Hand

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Hamas stellt sich auf die Seite der Opposition

Bei den Beratungen in Tunis ging es vorrangig um die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe, damit humanitäre Hilfe an die Bevölkerung verteilt werden kann. Dies geht aus dem Entwurf einer Erklärung hervor. Darin wird der oppositionelle Syrische Nationalrat als die legitime Vertretung der Syrer bezeichnet, die einen friedlichen demokratischen Wandel anstrebten. Von einem wie auch immer gearteten militärischen Engagement ist in dem Papier nicht die Rede.

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte Assad zum Einlenken auf. Anderenfalls lade er noch mehr Schuld auf sich, für die er einen hohen Preis bezahlen müsse. Katars Außenminister Scheich Hamad bin Ddschassim al-Thani schlug die Bildung einer arabischen Truppe vor, die dem Land Frieden bringen soll. Die Arabische Liga forderte die rasche Verabschiedung einer Waffenstillstandsresolution durch den UN- Sicherheitsrat. Dazu solle das Treffen von Tunis die Bedingungen schaffen, sagte Liga-Chef Nabil Elarabi. Bisher sind Syrien-Entschließungen des Sicherheitsrats am Veto Russlands und Chinas gescheitert, die in Tunis nicht vertreten sind.

Auch die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas hat sich offen auf die Seite der Gegner ihres langjährigen syrischen Verbündeten, Präsident Baschar al-Assad, gestellt. „Ich grüße all die Nationen des Arabischen Frühlings, und ich grüße das heroische Volk Syriens, das nach Freiheit, Demokratie und Reform strebt“, rief Hamas-Anführer Ismail Hanijeh am Freitag während eines Besuchs in Ägypten Tausenden Gläubigen in der Kairoer Al-Ashar-Moschee zu.

„Wir marschieren mit Millionen Märtyrern auf Syrien zu“, antworteten seine Zuhörer. „Die syrischen Revolution ist eine arabische Revolution.“ Zugleich wandte sich in dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen das hochrangige Hamas-Mitglied Salah al-Bardawil an Tausende Anhänger im Flüchtlingslager Chan Junis mit den Worten: „Die Herzen des palästinensischen Volks bluten mit jedem Bluttropfen, der in Syrien vergossen wird.“

Keinesfalls werde die Hamas aus politischen Erwägungen heraus „ein blindes Auge auf das richten, was auf dem Boden Syriens passiert.“ Es ist das erste Mal, dass die Hamas so deutlich Stellung bezieht in dem seit fast einem Jahr anhaltenden Konflikt, in dem bereits Tausende Syrer getötet wurden. Bislang galt die Gruppe als einer der wenigen verbliebenen sunnitischen Unterstützer des Alawiten Assad. Die syrische Protestbewegung wird überwiegend von Sunniten getragen, die auch die Bevölkerungsmehrheit in Syrien stellen.

Allerdings hatte sich der Bruch mit Assad in den vergangenen Monaten bereits angebahnt, als immer mehr Sunniten in Syrien getötet wurden. So hatte sich der im Exil lebende politische Führer der Hamas, Chaled Meschaal, mit seinen Vertrauten aus dem Hauptquartier der Gruppe in der syrischen Hauptstadt Damaskus zurückgezogen. Zwar bestand die Hamas damals darauf, der Schritt habe nichts mit der Revolte zu tun gehabt.

Doch scheint alles darauf hin zu deuten, dass die unter anderem von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestufte Gruppe sich mehr in Richtung Ägypten orientiert, wo seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak die sunnitischen Islamisten der Muslimbrüder immer mehr an Macht gewinnen. Die Hamas ging ideologisch aus der Muslimbruderschaft hervor. Sie wurde vor einem Vierteljahrhundert von Palästinensern gegründet, die wie die Syrer überwiegend Sunniten sind.

Nothelfer haben begonnen, Verletzte zu versorgen
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