Kampf gegen das Assad-Regime Großbritannien erwägt Waffenlieferung an syrische Opposition

Deutschlands europäische Verbündete sprechen sich immer offener für Waffenlieferungen an die syrische Opposition aus. Der britische Außenminister William Hague schließt ein solchen Szenario nicht aus.
Update: 03.03.2013 - 19:25 Uhr 9 Kommentare
Rebellen in Syrien. Quelle: dpa

Rebellen in Syrien.

(Foto: dpa)

London/Amman/BerlinDie britische Regierung schließt Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen nicht aus. Dies gehöre zwar nicht zu einem neuen Hilfspaket, das in den kommenden Tagen vorgestellt werde, sagte Außenminister William Hague dem Sender BBC am Sonntag. "Für die Zukunft schließe ich nichts aus", ergänzte er jedoch. Wenn der Krieg sich über Wochen oder Jahre hinziehe und Nachbarstaaten destabilisiere, werde man das nicht ignorieren können, sagte Hague. Dann komme man irgendwann an den Punkt, "an dem die humanitäre Not so groß ist und die Zahl der Toten so hoch, dass man etwas Neues unternehmen muss, um Leben zu retten".

Der Westen liefert trotz wiederholter Bitten der Aufständischen keine Waffen an die Gegner von Präsident Baschar al-Assad, da in deren Reihen viele Islamisten kämpfen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters und anderer Medien haben die Rebellen in den vergangenen Monaten zunehmend größere Lieferungen von Waffen über die Türkei und Jordanien erhalten. Das Geld dafür soll aus arabischen Staaten wie Katar und Saudi-Arabien stammen. Die USA hatten am Donnerstag erstmals angekündigt, nicht-militärische Hilfe wie Medikamente, Lebensmittel und 60 Millionen Dollar an die Aufständischen zu liefern. Hague soll in der kommenden Woche vor dem Parlament neue Maßnahmen bekanntgeben.

In einem am Samstagabend ausgestrahlten Interview mit der "Sunday Times" warf Assad der Regierung in London vor, "Militärgüter an die Terroristen" liefern zu wollen. Hague wies den Vorwurf als "Wahnvorstellung" zurück.

Die syrische Führung kämpft seit fast zwei Jahren gegen einen Aufstand, der inzwischen zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen ist. Die Rebellen sind zwar der Armee an Feuerkraft unterlegen, kontrollieren aber größere Landstriche. Wie Reuters von einem Insider erfuhr, besuchte der Oppositionsführer Moas Alchatib am Sonntag entsprechende Gebiete im Norden des Landes. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind 70.000 Menschen in dem Krieg getötet worden, Millionen sind auf der Flucht.

Der Unions-Außenpolitiker Philipp Mißfelder hat sich indes ebenfalls für die Ausrüstung der syrischen Opposition mit Waffen ausgesprochen. „Waffenlieferungen an die Opposition halte ich für notwendig. Ausbildung und Ertüchtigung der Opposition macht durchaus Sinn“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag „Spiegel online“. Die Bundesregierung unterstützt dagegen die Position der EU, die ihr Waffenembargo gegen Syrien verlängert hat. Allerdings wird die Lieferung von Militärgütern zum Schutz von Zivilisten erwogen, die nicht für den Kampf geeignet sind.

  • rtr
  • dpa
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9 Kommentare zu "Kampf gegen das Assad-Regime: Großbritannien erwägt Waffenlieferung an syrische Opposition"

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  • wie dämlich ist der Westen eigentlich?
    Genau das Gleiche wie bei BinLaden, erst ausbilden, dann kriegt der Westen den Arsch voll mit den eigenen Waffen.
    man verdammt, dass sind Moslems die die Ungläubigen wenn due mit Assad fertig sind, sich gegen den Westen stellen! Bescheuerter geht gar nicht.

  • irakische Truppen halfen den Syrern im irakisch-syrischen Grenzgebiet bereits, indem sie gegen die FSA vorgingen u. einen Grenzposten zurückeroberten.http://www.liveleak.com/view?i=f7d_1362288180. Weitere Waffen an die Rebellen ist eine Verbrechen!

  • Es ist unverantwortlich dass Terroristen als "Opposition" bezeichnet werden.
    Noch schlimmer ist es, dass die EU und die USA diese islamistischen Terroristen finanzieren.
    Stellt sich die Frage, ob die Islamisierung des Westens damit gefördert werden soll, oder ob einfach nur die Rüstungsindustrie dahinter steckt.

  • Dazu passend ist die Tatsache das Israel auf den illegal annektierten Golanhöhen Gas und Erdöl abbaut und dass Syrien dezeit mehr mit der FSA beschäftigt ist.
    Traurig aus auch das man in dem Zusammenhang wieder Namen wie Dick Cheney, Jacob Rothschild und Rupert Murdoch liest. Gestern durfte ich noch lesen, Assad zu friedlichen Gesprächen bereit. Und warum ist er dazu bereit? Weil ihm und seinem Volk, das für ihn ist, klar ist was erst losgetreten wird, wenn die Opposition an der Macht ist. Assad hat das Leben von Minderheiten nebeneinander ermöglicht. Was sich nach seinem Sturz abspielen wird, zeigt derzeit Ägypten.

  • "Die syrische Opposition sind Dschihadisten aus der ganzen arabischen Welt."
    Das ist auch die Aussage von deutschen Ärzten, die dort helfen. In einem Fernsehinterview kürzlich in der ARD sprach ein Arzt davon, daß er kaum Syrer unter den Rebellen fand, sondern Islamisten aus der ganzen arabischen Welt.
    Parallelen zu Afghanistan lassen sich offenbar erkennen.
    Und wieder geht es um Rohstoffe, diesmal um die Absicherung der Erdöltrassen.

  • Die syrische Opposition sind Dschihadisten aus der ganzen arabischen Welt.
    Die wirkliche syrische Opposition ist größtenteils zu Assads Truppen zurückgekehrt, weil sie keinen islamistischen Staat wollen.
    Die Briten sind weiterhin an Destabilisierung im arabischen Raum interessiert, wie seit ca. 100 Jahren.
    Nur schwache zerfallene Staaten sind gute Staaten, um dort die wirtschaftlichen und strategischen Gesichtspunkte durchsetzen zu können.
    Alle westlichen Länder mit Außenhandelsdefizit, wie England, Amerika, Frankreich sind auf Plünderung der Rohstoffe weltweit angewiesen, also auf die Erzeugung von politischer Instabilität und Abhängigkeit vom internationalen Währungssystem.
    Frieden, Zivilisationsentwicklung dort wird es erst geben wenn es England, USA als auf Plünderung angewiesene Defizitstaaten nicht mehr gibt.

  • Keine Waffenlieferungen an islamische Staaten (und am Besten auch sonst nicht)! Die "Opposition" ist nicht mehr demokratisch, sondern überwiegend islamistisch. Aus Erfahrung der letzten "Aktionen" (sei es nun militärisch oder mit Hilfsgelder, Katastrophenhilfer, Aufbauhilfe, ...) wir helfen und der Dank ist Feindschaft und Terror!
    Solen doch die Bruderstaaten helfen. Ich spende zumindest keinen Cent mehr für muslimische Staaten.

  • Der irakische Ministerpräsident Nouri al-Maliki teilte kürzlich in einem Interview für den Fernsehsender „Al Mayadin“ mit: Ein Sieg der bewaffneten "Opposition" in Syrien wird die Lage in der ganzen Region destabilisieren, einen Bürgerkrieg im Libanon, eine Spaltung in Jordanien und einen "Bruderzwist" im Irak verursachen. Das ist es, was der britische Außenminister William Hague anscheinend billigend in Kauf nimmt.

    Wer der Zivilbevölkerung in Syrien wirklich helfen will, sollte dazu beitragen, dass die "Rebellen" entwaffnet statt weiter bewaffnet werden.

  • Ja, die USA unterstützen im Afghanistan-Krieg der Russen seinerzeit auch die Taliban.
    Sie bildeten sie aus und rüsteten sie mit modernen Waffen aus.
    Das Ergebnis ist bekannt.

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