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Kampf gegen den Terror USA vermelden Tötung des IS-Vizechefs

Die USA gehen davon aus, die Nummer zwei der Terrormiliz Islamischer Staat bei einer Militäroperation getötet zu haben. Die syrische Armee steht unterdessen kurz vor der Rückeroberung der historischen Stadt Palmyra.
Update: 25.03.2016 - 18:04 Uhr
Sowohl die USA als auch syrische Regierungstruppen vermelden Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz. Quelle: dpa
Kampf gegen den IS

Sowohl die USA als auch syrische Regierungstruppen vermelden Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz.

(Foto: dpa)

Washington/Damaskus/Bagdad Die USA haben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen schweren Schlag versetzt und die Nummer zwei der Extremisten getötet. Bei der Operation seien mehrere Anführer des IS ums Leben gekommen, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Freitag in Washington. Er gehe davon aus, dass darunter auch der IS-Vize und -Finanzminister Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli gewesen sei. „Wir eliminieren systematisch ihr Kabinett“, sagte Carter.

Zugleich geriet die Terrormiliz in Syrien und im Nachbarland Irak militärisch massiv unter Druck. Die syrische Armee steht kurz vor der Rückeroberung der historischen Oasenstadt Palmyra aus den Händen der Extremisten. Am Freitag konnte sie die historische Zitadelle am Rande der Stadt einnehmen. Bereits am Donnerstag hatten irakische und kurdische Einheiten die erste Phase einer Offensive begonnen, mit der sie die IS-Hochburg Mossul im Nordirak befreien wollen.

Al-Kaduli zählte zu den meistgesuchten Terroristen der Welt. Er war bis 2012 im Irak inhaftiert und schloss sich dann in Syrien dem IS an. Vor seiner Haft hatte er dem Terrornetzwerk Al-Kaida angehört. Im vergangenen Frühjahr soll er Beobachtern zufolge zum Vize von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi aufgerückt sein.

Laut Carter war er vor allem für die IS-Finanzflüsse verantwortlich. „Wir haben denjenigen unschädlich gemacht, der die Finanzierung all ihrer Operationen verantwortet hat und damit ihre Fähigkeit beschnitten, Kämpfer zu bezahlen und zu rekrutieren“, sagte Carter.

Die Tötung Al-Kadulis ist innerhalb kurzer Zeit der zweite US-Schlag gegen die IS-Führung. Mitte März war der IS-„Kriegsminister“ mit dem Kampfnamen „Omar der Tschetschene“ - gestorben, nachdem er einige Tage zuvor in Syrien bei einem US-Luftschlag getroffen worden war. Es sei wichtig, Schläge gegen die Führungsstrukturen des IS auszuführen, aber kein ausreichendes Mittel für den Sieg über den Terrorismus. „Führungsfiguren können ersetzt werden“, sagte Carter.

Im syrischen Palmyra eroberte die syrische Armee neben der historischen Zitadelle auch einen strategisch wichtigen Hügel, von dem aus man die archäologischen Stätten Palmyras überblicken kann. Es habe heftige Gefechte gegeben, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Russische flogen demnach massive Angriffe nahe den archäologischen Stätten.

Die gefährlichsten Krisengebiete der Welt
Syrien und Irak
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In den Konflikten in Syrien und im Irak gehört die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den stärksten Kriegsparteien. Sie beherrscht in beiden Ländern große Gebiete, in denen sie ein „Kalifat“ errichtet hat. Im syrischen Bürgerkrieg bekämpfen sich zudem das Regime und seine Gegner. Die Armee ist mit starker Hilfe von Kämpfern aus dem Iran, von der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah sowie von der russischen Luftwaffe auf dem Vormarsch. Die moderate Opposition wird vom Westen unterstützt.

(Foto: ap)
Ukraine
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Bei den Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten im Unruhegebiet Donbass starben seit April 2014 mehr als 9000 Menschen. Unter Vermittlung von Kanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin entstand im Februar 2015 in Minsk ein Friedensplan, der etwa eine Waffenruhe und politische Schritte vorsieht. Keiner der 13 Punkte wurde bisher vollständig umgesetzt. Beobachter fürchten, dass aus dem Krieg ein „eingefrorener“ Konflikt werden könnte. Wegen der russischen Ukraine-Politik und der Annexion der Krim hat der Westen Wirtschaftssanktionen verhängt.

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Nigeria
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Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram will in Nigeria und angrenzenden Gebieten der Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger einen „Gottesstaat“ errichten, mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Im Nordosten Nigerias verübt die Gruppe fast wöchentlich blutige Anschläge und Angriffe. Seitdem die sunnitischen Fundamentalisten im März der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Treuschwur leisteten, firmiert Boko Haram als deren westafrikanischer Ableger.
Im April 2014 wurde der Name Boko Haram mit der Entführung von mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok weltweit bekannt. Die Gruppe hat seit 2009 Schätzungen zufolge 14.000 Menschen getötet. Rund 2,5 Millionen Menschen sind vor ihrer Gewalt geflohen.

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Libyen
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Fünf Jahre nach den ersten Protesten gegen den später gestürzten und getöteten Diktator Muammar al-Gaddafi ist Libyen ein sogenannter „failed state“ (gescheiterter Staat). Es stehen sich eine islamistische und eine weltliche Führung gegenüber. Die Einsetzung einer von den UN vermittelten Einheitsregierung ist bislang am Widerstand beider Seiten gescheitert. Das lässt Platz für Dschihadisten. Der Ableger der Terrormiliz IS in dem Land wird immer stärker. Libyen gilt als Rückzugsgebiet für IS-Kader aus Syrien und dem Irak.

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Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer
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Im Südchinesischen Meer streitet sich China mit einer ganzen Reihe seiner Nachbarn um Territorien: Die Volksrepublik beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen Küste entfernt liegen. Dagegen protestieren unter anderem Vietnam und die Philippinen. Zusätzliches Konfliktpotenzial birgt die Einmischung der USA, die vergangenes Jahr mit der Durchfahrt eines Kriegsschiffes und Überflügen von B52-Bombern chinesischen Unmut provozierten. Washington will damit unterstreichen, dass sie das Seegebiet für international hält.

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Nordkorea
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Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm wird in der Region, aber auch darüber hinaus als Bedrohung angesehen. Sollte die als unberechenbar geltende Diktatur in den Besitz atomarer Mittelstreckenraketen kommen, wäre nicht nur Südkorea unmittelbar bedroht. Auch ist Nordkorea dabei, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Als das Land zuletzt mit einer Rakete einen Satelliten in den Orbit schoss, löste das weltweit Empörung aus. Die internationale Gemeinschaft sieht in solchen Raketenstarts verdeckte Tests für das Atomwaffenprogramm.

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Afghanistan
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Der Konflikt, von dem die Welt gehofft hatte, sie könne ihn nun der afghanischen Regierung überlassen, flammt wieder voll auf. Die Taliban kontrollierten jetzt so viel Territorium wie seit 2001 nicht mehr, hieß es jüngst in einem US-Bericht. Dutzende Bezirke sind umkämpft. Opferzahlen schießen in die Höhe. In 2015 starben allein mehr als 7000 Polizisten und Soldaten – Tausende Zivilisten wurden getötet oder verwundet. Ein instabiles Afghanistan ist umso gefährlicher, als auch der IS nun versucht, sich dort auszubreiten. Nach Schätzungen haben sie bisher 1000 bis 3000 Kämpfer.

(Foto: dpa)

Palmyra gehört wegen der einzigartigen Bauwerke aus den ersten Jahrhunderten nach Christus zum Unesco-Weltkulturerbe. Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 von der syrischen Armee eingenommen. Seitdem sprengten die Dschihadisten den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel sowie andere einzigartige archäolgische Stätten. Syriens Armee hatte ihre Offensive vor etwa zwei Wochen gestartet.

Im Irak konnten die Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer mehrere Dörfer westlich der Stadt Machmur einnehmen, wie irakische Medien berichteten. Bei der Operation „Eroberung“ seien sie von US-Luftangriffen unterstützt worden, sagte ein Armeesprecher. Bis der eigentliche Angriff auf Mossul beginnt, könnten aber noch Monate vergehen. Die Kämpfe südöstlich der nordirakischen Metropole sind derzeit noch rund 70 Kilometer von der Stadt entfernt.

Der IS hatte Mossul im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht - die Einnahme der zweitgrößten irakischen Stadt war einer der größten Erfolge der Extremisten. Die frühere Millionenstadt gilt neben Al-Rakka in Syrien als inoffizielle Hauptstadt der Terrormiliz. Nach westlichen Schätzungen haben die Extremisten inzwischen 40 Prozent des Gebietes verloren, das sie einst im Irak kontrollierten.

Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi hatte die Offensive zur Befreiung Mossuls im Februar im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur angekündigt. Der lang erwartete Angriff musste mehrfach verschoben werden, da es der Armee an Schlagkraft fehlte. Auch jetzt gibt es Zweifel. IS-Experte Charles Lister vom Middle East Institute in Washington twitterte, die Offensive sei ein „Sturm im Wasserglas“. Die Leistungsfähigkeit der Armee sei unzureichend.

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  • dpa
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