Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kampf gegen IS USA müssen Luftangriffe in Syrien begründen

Im Krieg gegen IS-Extremisten eröffnen die USA eine neue Front in Syrien - ohne Erlaubnis der Regierung. Arabische Verbündete helfen, auch die Türkei rasselt nun mit dem Säbel. Doch die Uno fragt nach dem Völkerrecht.
23.09.2014 Update: 24.09.2014 - 01:44 Uhr 8 Kommentare

US-Präsident Obama mit arabischen Verbündeten

Washington/Damaskus/Istanbul/Beirut Das US-Militär hat in Syrien erneut Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Es seien zwei Stellungen der Extremisten südwestlich von Dair as-Saur bombardiert worden, teilte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Auch im Irak gab es einen weiteren US-Angriff, der nordwestlich der Hauptstadt Bagdad erfolgt sei.

Die USA hatten in der Nacht zum Dienstag gemeinsam mit fünf arabischen Verbündeten erstmals ihre Angriffe auf den IS vom Irak auf Syrien ausgeweitet. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden dabei 70 IS-Extremisten getötet. Zudem starben 50 Kämpfer der weitgehend unbekannten Chorasan-Gruppe, die mit dem syrischen Al-Kaida-Ableger verbunden ist. Chorasan soll nach Angaben des Pentagon kurz vor einem Terroranschlag in den USA oder Europa gestanden haben.

Bei den US-Luftangriffen in Syrien wurden nach Angaben von Menschenrechtlern auch acht Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder. US-Generalleutnant William Mayville sagte, dem Pentagon lägen keine Berichte über getötete Zivilisten vor.

Im Nachbarland Irak fliegen die USA schon seit mehr als sechs Wochen Angriffe gegen die IS-Miliz. Anders als dort hat Washington in Syrien jedoch keine Erlaubnis der Regierung für die Angriffe eingeholt, sondern den international isolierten Präsidenten Baschar al-Assad lediglich vorgewarnt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Ziele in Syrien seien mit Marschflugkörpern „Tomahawk“, Kampfjets und bewaffneten Drohne angegriffen worden. Es habe insgesamt 14 Luftschläge gegen den IS gegeben. Mehr als 150 Präzisionsbomben fielen nach Angaben von Pentagonsprecher John Kirby. Die Schläge seien „sehr, sehr effektiv gewesen“, betonte er. Den Befehl hatte US-Präsident Barack Obama vergangenen Donnerstag nach seinem Besuch in Tampa erteilt.

    Zu den Angriffszielen gehörten laut dem US-Militär Kommandozentren, Trainingslager, Waffenarsenale und Versorgungslager der IS-Miliz. Es seien vor allem Stellungen und Einrichtungen im nordostsyrischen Al-Rakka angegriffen worden, darüber hinaus in der Nähe der Städte Dair as-Saur, Hasaka und Abu Kamal. Al-Rakka gilt als die syrische Hochburg der Dschihadisten. Pentagonsprecher Kirby kündigte weitere Attacken an: „Die Angriffe von gestern Nacht waren erst der Anfang.“

    Syrien sei über die US-Bombardements nach eigenen Angaben vorab von Washington informiert, meldete die nationale Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das syrische Außenministerium. Die USA betonten, Syrien sei nicht um Erlaubnis gebeten worden.

    „Dies ist nicht Amerikas Kampf allein“, sagte Obama kurz vor seiner Abreise zum Klimagipfel nach New York. Die nationale Sicherheit werde „Schulter an Schulter“ mit den arabischen Ländern verteidigt. „Wir werden Terroristen, die unser Volk bedrohen, keinen Zufluchtsort lassen“, sagte er mit Blick auf die Angriffe gegen Chorasan.

    Wachsende Unterstützung für Syrien-Angriffe - auch aus der Türkei
    Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Kampf gegen IS - USA müssen Luftangriffe in Syrien begründen
    8 Kommentare zu "Kampf gegen IS: USA müssen Luftangriffe in Syrien begründen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • „Die USA müssen Luftangriffe über Syrien begründen“. Und wenn nicht? Was will dieser Zahnlose Tiger denn machen. Dieses Internationale Kaffeekränzchen tanzt doch ehe nach der Pfeife US-Kriegsmaschinerie. Und diese Sache mit dem Völkerrecht, gilt doch nur für andere Nationen, wenn man sie damit belangen kann. Doch nicht für die Imperialistischen Machtgelüste der Amerikaner. Die haben sich mit der ISIS eine Legitimation geschaffen, die ihnen ermöglicht, überall und wann immer sie es für nötig halten Militärisch einzugreifen. Wer kontrolliert wen oder was die Amis da Bombardieren? Jetzt können sie auch in Syrien rumbomben, und brauchen auf keine Resolution warten. Die Contras, Al-Kaida, ISIS, erst hofiert und Aufgebaut um sie später zu Bekämpfen. Immer und immer wieder ziehen die Amis dieses Schema durch, und keiner lernt daraus dass der Amerikaner der Einzige Terrorist auf diesem Globus ist.

    • Die irakische Hisbollah kann melden, was sie will. Sollte es zur Bombardierung der irakischen Armee durch US-Kampfflugzeuge tatsächlich gekommen sein, ist das zwar eine Peinlichkeit und wohl verdiente Abfuhr für alle, die immer noch behaupten, Luftschläge könnten mit "chirurgischer Präzision" durchgeführt werden, aber Absicht darf man mit Sicherheit ausschließen.

    • Die irakische Hisbollah hat gemeldet, dass US-Kampfflugzeuge bereits zum zweiten mal absichtlich die irakische Armee bombardiert haben, statt wie offiziell angegeben die ISIS-Gruppe. Auch in Syrien fliegen die USA nun Angriffe. Russland verurteilt die Militär-Operationen scharf.

    • Die UNO in Person ihres Generalsekretärs Ban Ki Moon stellen anders, als es die Überschrift des Artikels suggeriert, keine hochnotpeinlichen Fragen, sondern spielen nur die Begleitmusik, indem sie in ihrer Hilflosigkeit und berechtigten Verzweiflung höflich darum bitten, das Völkerrecht möglichst zu achten und Kollateralschäden möglichst in Grenzen zu halten. Die altbekannte Fundamentalopposition der Russen aber gegen jede Lösung, die nicht Assad rückhaltlos in seinem Amt bestätigen würde, ist alles andere als hilfreich. Vielmehr ist sie für die Eskalation der Situation in Syrien zu einem großen Teil verantwortlich und verdient es nicht, in irgendeiner Form als Kooperationsangebot gedeutet zu werden. Allerdings, und hier schließt sich der Kreis, zeigt sich die US-amerikanische Politik seit Bush - leider und wider alles Erwarten auch unter Obama und jetzt wider - völlig außer Stande einen Beweis dafür zu liefern, dass sie in der Lage wäre, Pläne zu liefern, die in ihrem Kern wie auch in ihrer Außenwirkung, in ihren Begründungen und ihren absehbaren Folgen, eine internationale Unterstützung grundsätzlich verdienen.

    • Über die terroristische Chorasan-Gruppe hat man vor wenigen Tagen erstmals in den Zeitungen lesen können. Jetzt sind sie schon gut genug dafür, dass sie in Syrien präventiv in die Luft gesprengt werden, damit sie keine Gelegenheit haben, Anschläge in den USA zu verüben. Dem Pentagon liegen entsprechende Informationen vor. Als wenn das Pentagon nicht alle Informationen erhalten würde, die es haben will, egal ob wahr oder falsch. Ebenso wie es niemals über Information verfügt, die ihm nicht in den Kram passen, besonders solche über zivile Opfer in Afghanistan, im Irak und jetzt in Syrien. Die drohnenverseuchten Nebenkriegsschauplätze wie Pakistan, Jemen und Somalia (und was es da sonst noch geben mag) lassen wir mal ganz unberücksichtigt.

      Natürlich muss man gegen Terroristen, die in ihrer Willkür jedermanns Sicherheit bedrohen, potentiell auch die unsere, entschieden vorgehen. In Rechtsstaaten ist dafür die Polizei zuständig. In Failed States gestaltet sich die Sache prekär, und es wäre ein Fehler, die Aufgabe auch dort einer in Praxis nicht vorhandenen Polizeigewalt zuschanzen zu wollen. Aber die Mühe muss man sich schon machen, dass man durch sein Vorgehen nicht selber zu einem rechtswidrigen Sicherheitsrisiko mutiert. Leider beherrschen die Amerikaner diese Kunst nicht im Mindesten. Sowieso erinnert all ihr Engagement mehr an Wahlkampf in eigenem Interesse als an irgendetwas anderes. Die Begründungen (Der Irak hat um unsere Hilfe in Syrien gebeten!) sind nicht einmal mehr fadenscheinig und die Vorgehensweise schlicht gegen jedes internationale Recht.

    • Kampf gegen die Terrormiliz IS
      -------------
      Die USA hatten in der Nacht zum Dienstag gemeinsam mit fünf arabischen Verbündeten erstmals ihre Angriffe auf den IS vom Irak auf Syrien ausgeweitet. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden dabei 70 IS-Extremisten getötet. Zudem starben 50 Kämpfer der weitgehend unbekannten Chorasan-Gruppe, die mit dem syrischen Al-Kaida-Ableger verbunden ist. Chorasan soll nach Angaben des Pentagon kurz vor einem Terroranschlag in den USA oder Europa gestanden haben.

      Und das ist auch gut so. Die Schlächter von der IS müssen mit allen Mitteln bekämpft werden.
      Und die USA haben mittlerweile viele Verbündete gefunden.
      Aber Frankreich will nicht, Großbritannien zögert noch, die Türkei will eventuell, unter gewissen Umständen, und Deutschland lehnt es kategorisch ab. Wie sollte Deutschland das auch unterstützen?
      Ihr Fluggerät ist veraltet und funktionsunfähig.
      Z.B. von 43 Marinehubschraubern sind nur 4 bedingt flugfähig.
      Die alten Transall Maschinen fliegen nicht mehr, das müssen jetzt holländische tun. Die "Kampfjets" fallen vom Hímmel wie seinerzeit die "Starfighter".


    • EIn Witz. Die UNO macht sich nur lächerlich.

    • „Die irakische Regierung hat die USA gebeten, internationale Maßnahmen anzuführen, um Stellungen und militärische Hochburgen des IS in Syrien anzugreifen“
      Das eine Land bittet ein anderes Land um militärische Maßnahmen, deutlciher gesagt um kriegerische Einsätze, in einem dritten Land. Und das soll richtig sein?

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%