Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kampf gegen Steuervermeidung Steuertransparenz für Konzerne rückt näher

Multinationale Unternehmen müssen womöglich künftig offenlegen, in welchen Ländern sie wie viele Steuern bezahlen. In der Bundesregierung wird darüber weiter gestritten.
25.11.2019 Update: 25.11.2019 - 17:15 Uhr Kommentieren
Der Tech-Konzern zahlt in der EU kaum Steuern. Quelle: AFP
Apple

Der Tech-Konzern zahlt in der EU kaum Steuern.

(Foto: AFP)

Brüssel Die EU-Staaten könnten in Kürze den Weg frei machen und Großunternehmen zu mehr Steuertransparenz zwingen. Die Wirtschaftsminister der Mitgliedstaaten sollen bei ihrem Treffen am Donnerstag über einen Vorschlag abstimmen, nach dem multinationale Unternehmen künftig veröffentlichen müssen, in welchen Ländern sie wie viel Steuern zahlen. Nach jahrelangem Tauziehen zeichnet sich nun eine Mehrheit für das öffentliches Steuer-Reporting ab.

Das öffentliche Country-by-Country-Reporting soll das Verschieben von Gewinnen in andere EU-Länder zur Steuervermeidung erschweren. Die Europäische Kommission hatte bereits 2016 entsprechende Regeln vorgeschlagen, als Reaktion auf den Luxemburg-Leaks-Skandal.

Demnach sollen in der EU operierende Konzerne mit mehr als 750 Millionen Euro Jahresumsatz offenlegen müssen, wie viel Gewinn sie in den einzelnen europäischen Ländern erwirtschaften und wie viele Steuern sie dort jeweils abführen. Zudem sollen sie angeben müssen, wie viele Steuern sie außerhalb der EU insgesamt bezahlen. Viele Mitgliedstaaten lehnten die Initiative lange ab. Die Verhandlungen im EU-Rat steckten deshalb fest. Nun aber kam Bewegung in die Gespräche.

Bei einer Abstimmung im Kreis der EU-Botschafter stimmte laut Diplomaten vergangene Woche eine qualifizierte Mehrheit der Staaten für einen Kompromissvorschlag, den die finnische Ratspräsidentschaft eingebracht hatte. Bestätigen die Minister am Donnerstag das Ergebnis, können die abschließenden Verhandlungen mit dem Europaparlament beginnen. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ausgemacht ist das aber noch nicht, da das Votum der Botschafter denkbar knapp ausfiel: 17 Staaten unterstützten dem Vernehmen die Initiative – darunter das austrittswillige Großbritannien, das sich zuvor in der Diskussion zurückgehalten hatte. Für eine qualifizierte Mehrheit sind 16 der 28 EU-Staaten erforderlich, die zugleich 65 Prozent der Gesamtbevölkerung repräsentieren.

    Deutschland enthält sich seiner Stimme

    Während Frankreich, Spanien und Italien das öffentliche Country-by-Country-Reporting unterstützen, sehen etliche kleinere Staaten wie Irland, Österreich und Luxemburg dieses kritisch. Die Bundesregierung wird sich der Stimme enthalten, weil es keine gemeinsame Position gibt.

    Während das SPD-geführte Bundesfinanzministerium neuerdings auf eine länderbezogene Veröffentlichung der Steuerdaten drängt, bleibt das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium bei seinem Widerstand. Gemeinsam mit dem Kanzleramt soll das Wirtschaftsministerium laut Insidern angeblich noch versuchen, einzelne Staaten wie Kroatien oder Frankreich umzustimmen. Das Wirtschaftsministerium hat vor allem die Sorgen deutscher Unternehmen im Blick.

    „Familienunternehmen befürworten die internationalen Bemühungen im Kampf gegen Steuerflucht. Sie sind die ersten Opfer eines unfairen Steuerwettbewerbs“, sagt Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Es ist deswegen auch akzeptabel, wenn Steuerbehörden die Geschäftsdaten von Unternehmen vertraulich austauschen. Die Daten allerdings frei verfügbar ins Internet zu stellen wäre kontraproduktiv.“

    Der Europaabgeordnete Sven Giegold findet dagegen: „Es wäre ein Bärendienst am deutschen Mittelstand, wenn ausgerechnet an Deutschland die Steuertransparenz in Europa scheiterte.“

    Mehr: Seit Konzernen die Null-Steuerländer der Karibik versperrt sind, entdecken sie verstärkt Europas Niedrigsteuerländer. Deutschland verliert deswegen im Steuerwettbewerb weiter.

    Startseite
    Mehr zu: Kampf gegen Steuervermeidung - Steuertransparenz für Konzerne rückt näher
    0 Kommentare zu "Kampf gegen Steuervermeidung: Steuertransparenz für Konzerne rückt näher"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%