Kampf um Mossul Irakisches Militär befürchtet viele Opfer

In Mossul will das irakische Militär die Herrschaft der IS-Terroristen beenden. Aber die meist unerfahrenen Soldaten geraten im Häuserkampf an ihre Grenzen – noch immer hält sich eine Million Zivilisten in der Stadt auf.
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Laut Offizieren gibt es zahlreiche Tote und Verwundete unter den irakischen Spezialeinheiten. Quelle: dpa
Spezialeinheiten in Mossul

Laut Offizieren gibt es zahlreiche Tote und Verwundete unter den irakischen Spezialeinheiten.

(Foto: dpa)

BagdadSechs Monate – so viel Zeit gaben sich die irakischen Generäle, als sie ihren Plan zur Eroberung von Mossul ausarbeiteten. „Das war das Maximum“, sagt der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi. „Wir mussten uns auf das Schlimmste vorbereiten, damit wir nicht unangenehm überrascht werden.“ Vor sechs Wochen begann die Operation gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in der nordirakischen Stadt. Und wie es aussieht, haben die Generäle nicht zu großzügig geplant.

Die Truppe, die aus 50.000 Soldaten sowie schiitischen und sunnitischen Milizionären und kurdischen Peschmerga-Kämpfern besteht, ist noch weit davon entfernt, die Kontrolle über Mossul zu übernehmen. Die Gefechte zeigen die Grenzen der irakischen Sicherheitskräfte auf, die sich offenbar immer noch nicht vollständig von der Niederlage gegen den IS vor zwei Jahren erholt haben. Damals nahmen die Islamisten innerhalb von kurzer Zeit weite Teile des West- und Nordiraks ein.

Wie nicht anders erwartet wurde, verteidigen die IS-Kämpfer mit aller Kraft ihre letzte große Basis im Irak. Und die eine Million Zivilisten, die sich noch in Mossul aufhalten, machen den massiven Einsatz von Waffen unmöglich.

Die Gesichter des Widerstandes
Loay Mahdi
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Jung und alt, Kinder und Soldaten, ein Potpourri an ungewöhnlichen Uniformen und improvisierter Ausrüstung: Der Kampf um Mossul schweißt Iraker aus allen Schichten und Generationen zusammen. AP-Fotograf Marko Drobnjakovic hat sie an der Front besucht. Das sind die Gesichter des Widerstandes.

Unbekannter Kämpfer der Peschmerga
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Manchmal tragen die Widerstandskämpfer professionelle Ausrüstung, aber meistens wirkt sie eher zusammengewürfelt.

Raad Muqdam al-Mosieh
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Was aber allen Kämpfern gemeinsam ist: Sie wirken nicht so, als würden sie mit einem raschen Ende der Kämpfe rechnen.

Bergam Kadhim
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Eine richtige Uniform, Panzerung oder schwere Waffen, wie diese Spezialeinheit der irakischen Armee sie trägt, besitzen nur die wenigsten.

Haidar Hussein
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Dieser Iraker trägt nur ein T-Shirt und einen schwarz-weißen Schaal, während er stolz sein sowjetisches Maschinengewehr präsentiert.

Abdelhakim Hamid
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Die irakische Polizei hat sich ebenfalls in das Getümmel gestürzt. Dieser Rekrut, gerade einmal 19 Jahre alt, trägt einen grünen Mediziner-Mundschutz, während er für nationalen Sicherheitskräfte Wache hält.

Hiwa Omar
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An einem Checkpoint in Gwer, 30 Kilometer südöstlich von Mossul, präsentiert ein Kämpfer der kurdischen Peschmerga seine mit den Farben der kurdischen Flagge dekorierte Waffe.

Irakische Kommandeure vor Ort bezeichnen es als alarmierend, dass die Fortschritte bisher eher einseitig ausfallen: Die kampferprobten Spezialkräfte übernehmen die meisten Gefechte und rücken in der Stadt langsam voran; andere Einheiten stecken dagegen außerhalb von Mossul fest. Sie kommen nicht voran, weil sie auf Widerstand treffen, zu unerfahren oder übermüdet sind oder nicht über die passenden Waffen für einen Häuserkampf verfügen.

Eine weitere Herausforderung für die Iraker ist das Kommando über eine so große und heterogene Truppe, die koordiniert eine Stadt übernehmen soll. Das sagt der amerikanische Generalleutnant außer Dienst, Mark Hertling, der ranghöchste US-Soldat im Nordirak während der Aufstockung der amerikanischen Truppen von 2007 bis 2008. „Das bleibt ein harter Kampf“, ist Hertling überzeugt. Viele der irakischen Kommandeure hätten zwar militärische Erfahrung, „aber die meisten Soldaten sind jung, unerfahren und haben noch keine Gefechte erlebt“.

Die Spezialkräfte, die die Vorhut bilden, stehen unter großem Druck, weiter vorzurücken: durch schmale Straßen und Gassen, wo sie sich täglich Selbstmordattentaten und Artilleriebeschuss ausgesetzt sehen. Opferzahlen veröffentlicht das irakische Militär nicht. Aus den Reihen der Offiziere verlautet jedoch, es gebe zahlreiche Tote und Verwundete.

„Es wird erhebliche Opfer geben“
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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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