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Kampf ums Weiße Haus Mit dieser Formel will Joe Biden den US-Präsidenten besiegen

Noch ist er nicht am Ziel, doch die Kandidatur für das Weiße Haus dürfte Joe Biden kaum noch zu nehmen sein. Er setzt auf die Rückkehr von Moral und Anstand.
11.03.2020 - 18:10 Uhr Kommentieren

Biden gewinnt Vorwahlen in Missouri, Mississippi und Michigan

Berlin Barack Obama nannte ihn „den besten Vizepräsidenten, den Amerika jemals hatte“, als er ihm im Januar 2017 die Freiheitsmedaille verlieh. Jetzt will Joe Biden beweisen, dass er auch das Zeug zum Präsidenten hat – und Amtsinhaber Donald Trump im November herausfordern kann.

Noch vor zwei Wochen stand Bidens Kampagne für das Weiße Haus nach den Auftaktniederlagen in Iowa und New Hampshire vor dem Aus. Dann folgte eine wahre Vorwahlen-Siegesserie: Das Comeback in South Carolina, der Siegeszug am „Super Tuesday“ in zehn von 14 Bundesstaaten und nun die deutlichen Erfolge in Michigan, Mississippi, Missouri und Idaho haben Biden dahin zurückkatapultiert, wo er das Rennen begonnen hat – als klarer Favorit für die Kandidatur der Demokraten.

Sein letzter Rivale Bernie Sanders hat nach den bitteren Niederlagen im Süden und Mittleren Westen der USA nur noch eine theoretische Chance, eine Mehrheit der Delegierten auf dem Parteikonvent Mitte Juli hinter sich zu versammeln.

Für Biden, den früheren Senator aus dem US-Bundesstaat Delaware, ist es bereits der dritte Anlauf für das Weiße Haus. Der 77-Jährige bewarb sich schon 1988 und 2008 um die Kandidatur der Demokraten. Zuletzt verzichtete er zugunsten seines „buddy“ Obama. Seine enge Freundschaft zum ersten afroamerikanischen US-Präsidenten kommt Biden jetzt zugute: Die große Mehrheit der schwarzen Wähler unterstützt seine Kandidatur.

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    Biden entstammt einer typischen Mittelklassefamilie. Durch sein bescheidenes Auftreten und seine direkte Sprache hat er sich bis heute das Image des „Middle Class Joe“ bewahrt. Er ist warm und zugänglich und glich als Vizepräsident damit oft die intellektuelle Kühle des Kopfmenschen Obama aus.

    Zudem sind soziale Themen wie die Gesundheitsversorgung ein Markenzeichen von Biden. Das hat auch persönliche Gründe: 1972 verlor der Jurist seine erste Frau und seine Tochter, damals noch ein Baby, durch einen Autounfall. Vor fünf Jahren starb zudem sein ältester Sohn Beau an einem Gehirntumor.

    Vor etwas mehr als einer Woche erklärten viele Experten, dass diese Kandidatur tot sei. Jetzt sind wir sehr lebendig. Joe Biden (Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur)

    Seinen zweiten Sohn Hunter sehen politische Beobachter als mögliche Schwachstelle des Kandidaten Biden. Stein des Anstoßes ist, dass Hunter Biden von 2014 bis 2019 im Board des ukrainischen Gasproduzenten Burisma saß. Trump wirft Joe Biden vor, als Vizepräsident seinem Sohn damals geschäftlich geholfen zu haben. Belege gibt es dafür jedoch nicht. Außerdem tituliert der US-Präsident seinen Rivalen auf Twitter als „Sleepy Joe“, weil Biden bei einigen TV-Debatten abwesend wirkte oder über Versprecher stolperte.

    Aus mehren Gründen ist der Demokrat für Trump jedoch ein gefährlicher Gegner. Biden erreicht mit seinem bodenständigen Image auch jene Schichten der amerikanischen Gesellschaft, die 2016 noch Trump gewählt haben. Darüber hinaus trifft er mit seinem Wahlkampfversprechen „Make America moral again“ den Nerv vieler Wähler, die sich nach vier Jahren Trump nach einem anständigen, moralischen Präsidenten sehnen.

    Auch im Ausland werden mit einem möglichen Präsidenten Biden große Hoffnungen auf eine Rückkehr zu den Obama-Jahren verbunden. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass Obama viele außenpolitische Kursänderungen eingeleitet hat, die später von Trump weitaus brachialer vorangetrieben wurden.

    Die Hinwendung nach Asien, der Rückzug aus dem Mittleren Osten und der Druck auf Europa, mehr für die eigene Verteidigung zu tun, gehören dazu. All das ist von Biden unterstützt worden – und dürfte sich auch unter seiner Präsidentschaft kaum ändern.

    Mehr: US-Wahl 2020: Biden hängt Sanders ab – Fünf Lehren aus den Vorwahlen in den USA

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