Kampfeinsatz in Libyen Weitere Angriffe auf libysche Hauptstadt

Update: 23.03.2011 - 23:04 Uhr 16 Kommentare
Italienische Kampfflieger im Anflug auf Tripolis. Quelle: Reuters

Italienische Kampfflieger im Anflug auf Tripolis.

(Foto: Reuters)

Tripolis/KairoDie internationale Allianz zur Durchsetzung des Flugverbots über Libyen hat ihre Angriffe auch in der fünften Nacht in Folge fortgesetzt.

Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira am frühen Donnerstagmorgen aus Tripolis berichtete, waren etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht (Ortszeit) schwere Explosionen in der libyschen Hauptstadt zu hören. Das libysche Staatsfernsehen berichtete außerdem von nächtlichen Angriffen auf Jafar, knapp 100 Kilometer südwestlich von Tripolis.

Unklar war zunächst, was das Ziel der Attacken in der libyschen Hauptstadt war. Wie eine Al-Dschasira-Korrespondentin berichtete, erschütterten die Explosionen den Süden und Südosten der Stadt. Auf Fernsehbildern war Luftabwehrfeuer der Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi zu sehen.

Aus Misurata wurden schwere Kämpfe zwischen Gaddafis Soldaten und Aufständischen gemeldet. Bewohner berichteten dem US-Sender CNN, dass am Mittwochabend auch das Krankenhaus der Stadt angegriffen worden sei. Panzer hätten die Klinik beschossen, zwei Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Die internationale Koalition kündigte an, die Angriffe auf die Gaddafi-Truppen bei Misurata und der ebenfalls heftig umkämpften Stadt Adschdabija zu verstärken. Gaddafis Truppen hätten ihre Attacken auf die Bevölkerung in beiden Städten verstärkt, um Rebellen auszuschalten, sagte US-Konteradmiral Gerard Hueber am Mittwoch. „Als ein Ergebnis setzen wir Gaddafis Kräfte unter Druck, die diese Zivilisten angreifen.“ Gaddafis Bodentruppen führten auch Angriffe „in einer Reihe“ anderer Städte durch und brächten dadurch unschuldige Zivilisten in „ernste Gefahr“, schilderte Hueber weiter.

Die Koalition konzentriere ihre Attacken unter anderem auf motorisierte Einheiten Gaddafis, Boden-Luft-Raketenstellungen und darauf, Kommunikationslinien zu kappen. Gaddafis Luftwaffe sei nicht mehr einsatzfähig. „Die libysche Luftwaffe ist keine kämpfende Kraft mehr“, hatte zuvor bereits der Kommandeur der britischen Luftstreitkräfte, Greg Bagwell, in einem Interview der BBC erklärt. Die Flugzeuge der Alliierten könnten nahezu ungestört im Luftraum über Libyen operieren und die Flugverbotszone überwachen. Angesichts der andauernden Kämpfe rief UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die libysche Führung erneut zum sofortigen Ende aller Gewalt im eigenen Land auf. Zugleich warnte er: „Alle, die in Libyen gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte verstoßen, werden voll zur Rechenschaft gezogen“

Die Piloten der britischen Kampfflugzeuge konzentrierten nun sich zunehmend auf die Geschehnisse am Boden. „Wir haben ein Auge auf die unschuldigen Menschen in Libyen und stellen sicher, dass sie nicht angegriffen werden“, sagte Bagwell. „Wir halten die libyschen Bodentruppen unter ständiger Beobachtung und wir greifen sie an, wann immer sie Zivilisten bedrohen oder sich besiedelten Zentren nähern.“ Nach Bagwells Angaben haben die Alliierten in den vergangenen Tagen 300 Einsätze über Libyen geflogen und 162 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert.

Einwohner der libyschen Hauptstadt Tripolis berichten am Mittwochabend von neuen Luftangriffen. Acht Explosionen seien zu hören gewesen, Rauch steige auf. Das Staatsfernsehen berichtet über Angriffe auf militärische und zivile Ziele.

Ein Arzt in der Stadt Misrata berichtete derweil, dass sich Panzer der Regierungstruppen seinem Krankenhaus nähern und das Areal beschießen.

Zu zivilen Verlusten gab es zuletzt widersprüchliche Angaben. Ein Sprecher des Rebellen-Rates sagte, beim Beschuss der Stadt Sintan durch Gaddafi-Truppen seien sechs Zivilisten getötet worden. In Misrata hätten Heckenschützen am Mittwoch 16 Leute getötet.

Nach den Angaben eines hochrangigen US-Offiziers gebe es jedoch keine Berichte über zivile Opfer durch die Luftangriffe auf libysche Städte. Der Schutz von Zivilisten habe höchste Priorität. Das sei auch die Grundlage der Zielauswahl und der Angriffspläne, sagte Konteradmiral Gerard Hueber auf dem Kommandoschiff „Mount Whitney“.

Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

16 Kommentare zu "Kampfeinsatz in Libyen: Weitere Angriffe auf libysche Hauptstadt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Morchel

    Ich kenne zwei die sich nur hinteren Ofen auskennen! Z.B. Merkel und Sarkozy!

    Allerdings spielt sich Merkel nicht auf und denkt nach, bevor sie redet!

    Sarkozy ist ein "Neo-Napoleon".

    Wenn er die Welt "retten" will, dann interesiert es uns Deutsche nicht! Es wäre aber gut, wenn Neo-Napoleon endlich aufhört deutsches Geld zu klauen, um seine Kriege zu finanzieren!

    Sollte der FROG weiter klauen, dann bekommt er was auch die schiefe Fresse!



  • @ Rainer ich kann ihnen versichern ich habe mit richtiger feuertaufe gedient. und die vorrausetzung war absolute körperliche und geistige fitttttttneeeess.wenn de nicht aufgepasst hast waren auch erfrierungen drinne so richtiger schlafentzug und wenig essen.da gabs noch richtige liegestütze.einmal ist mir beim frühsport doch das eisenteil was man stemmen musste am stoffhandschuh angefroren und so richtige tote durfte ich auch erleben,findet man nicht hinterm ofen.aber da kennst du dich besser aus,oder sollte ich mich da irren.

  • @Morchel

    Haben Sie gedient? Falls nein, Klappe halten!

    Wie schreit eigentlich die gleichgeschaltete deutsche Presse nach Krieg? Wer hat es euch befohlen? Der Zentralrat der Juden?

  • Rainer, Leopold, Mesias, Mueller, heult weiter rum,weicheier die ihr seit, bleibt bitte hinterm ofen haltet den ball flach wer hat es eigentlich möglich gemacht das dummschwätzer ihre meinung so schreiben können.Ihr müsst noch bischen quicken öl und so heule aua, bitte bleibt hintern ofen da ist euer platz

  • @PeterScholz1: Hundertausende geflohen, mit militaerischer Ausbildung, nach Lampedusa .. ? Welchen Fil haben Sie gesehen ? Auf Lampedusa kommen nur Tunesier an - und einige Aegypter, die sich zunaechst als Libyer ausgegeben haben. Die Familien der Nationalrats-Mitglieder sitzen im sicheren Kairo - die anderen Libyer fliehen nicht, wozu auch. Libyen ist das reichste Land Afrikas, jeder Libyer bekommt von Gadaffi ein Buergergeld und empfindet folglich keinen Zwang zu koerperlicher Arbeit (deshalb waren ja auch 1,5 Millionen aegyptischer Gastarbeiter und Hunderttausende Asiaten und Afrikaner im Land). Die Moechtgern-Revoluzzer haben so wenig manpower, dass sie weder die besetzten Staedte verwalten noch andere Kleinstaedte besetzen koennen. Ohne NATO-Luftschlaege waere das Land schon wieder frei - und wenn wirklich jemand so dumm ist, Bodentruppen zu senden, sollten wir antizipieren, dass jene in 90% des Landes nicht mit Freudengeschrei empfangen werden - sondern mit einer Kugel aus einem Scharfschuetzen-Gewehr.

  • Ein wenig wundere ich ich schon, wie die öffentliche Meinung von der veröffentlichten Meinung abweicht. Hier die überwiegende Skepsis gegen das Bombardement, dort die Überzeugung, dass dies richtig ist.
    Nun muss die Presse ja nicht der Mehrheit nach dem Munde schreiben. Zum unabhängigen Journalismus gehört meiner Meinung nach aber auch, die Gegenmeinungen zumindest zu beschreiben.

  • Ja die Bündnis-Grünen, sie machens dem Adenauer nach: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!Von wegen "Schwerter zu Pflugscharen", "Nie wieder Krieg" oder gegen die Rüstungslobby! Wenn es um die Wähler aus der Mitte geht heiligt eben der Zweck die Mittel und für Lieschen Müller braucht man in den Medien dazu den passenden Buhmann. Früher waren es die Russen, heute ist es Osama Bin Laden, Saddam Hussain, Barak oder Gadaffi. Dieser Krieg kurbelt wieder mal die innovative und äußerst lukrative Rüstungsindustrie an und vor allem geht es ja ums Öl! Deshalb sind ja auch die Saudis mit von der Partie, indem sie die Arabische Liga zur Zustimmung bewegt haben. Dafür schaut man schon gern mal über die Unterdrückung der Demokratiebewegung am Golf hinweg, auch die Grünen. So schließt sich wieder der Kreis der Verlogenheit.

  • Auch für die Bündnis-Grünen gilt, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, von wegen "Schwerter zu Pflugscharen" oder "Nie wieder Krieg". Der Zweck heiligt eben immer noch die Mittel, auch wenn es nur um den deutschen Wähler aus der Mitte geht. Die Politiker wie die Medien brauchen aber um Lieschen Müller zu überzeugen die passenenden Feindbilder, ob es nun Osama Bin Laden, Saddam Hussain, Barak oder Gadaffi ist. Früher hatten wir die bösen Russen als Erklärung für das lukrative Rüstungsgeschäft. Und in Lybien geht es ja wie im Irak auch noch um das Öl, na wenn sich das nicht lohnt!! Da kann man schon ein paar Städte in Lybien bombardieren, auch wenn wieder hunderte Zivilisten dabei draufgehen.

  • Die Demokratiebewegungen in den arabischen Staaten, insbesondere die am Mittelmeer, müssen mit allen Mitteln unterstützt werden, denn der Gewinn ist weitaus größer als die absehbaren Folgen.
    Wenn die Allianz weder die Moral, noch die Mittel, aufbringen kann, sich nicht gegen einen Diktator über 6 Mio. Menschen durchsetzen zu können, werden wir selbst über Kurz oder Lang zu einer 3. Welt. Ob wir unseren eigenen Moralansprüchen genügen oder nicht, wir werden auf jeden Fall zahlen müssen und zwar kräftig.
    Jetzt ist es Sache der Politik, Mittel bereit zu stellen und dem Militär das Kommando zu überlassen.
    Wenn ein einheitliches Kommando nicht möglich ist, müssen Operationszonen unter nationaler Führung bestimmt werden. Die deutschen Kontigente müssen wieder eingesetzt werden.

    100 000e Menschen sind vor Gaddafi geflohen. Die meisten von ihnen haben eine militärische Ausbildung; mindestens die auf Lampedusa. Soll man denen eine Zukunftsperspektive geben und zu Landeeinheiten zu Wasser und zu Luft unter geeigneter militärischer Führung als Bodentruppen einsetzen. Es gilt, die Gaddafi-Truppen voneinander zu isolieren und in Kesseln zur Aufgabe zu zwingen. Hier muß sichergestellt werden, daß es nicht zu neuen Massakern kommt.
    Damit es zu keinen Glaubenskrieg kommt, sind als Bodentruppen Moslems zu bevorzugen.

    Auch wenn die Beseitigung des Gaddafi-Regimes 1 Billion Euro kosten sollte, ist der Gewinn allemal höher. Die Mittelmeerregion könnte zu einer beispielhaften Wirtschaftswunderregion werden.
    Übrigens: Gestern bei „hart aber fair“ hat mich Ötzdemir derart überrascht, daß ich jedenfalls am 27. erstmals die Grünen wählen werde.

  • Sie haben eine Karikatur von Gaddafi in Ihrer Zeitung veröffentlicht. Sie macht Stimmung gegen den Politiker, weil er hässlich aussieht. Damit ergreifen Sie als Tageszeitung Partei für die Gaddafi-Gegner. Dies ist Kriegshetze, die unser Grundgesetz aber verbietet.
    J.Müller

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%