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Karlspreis an Schäuble Der letzte Europäer

Wolfgang Schäuble gilt manchen als Hardliner, der mit seinen Sparforderungen an die Krisenländer den Euro aufs Spiel setzt. Doch er ist leidenschaftlicher Europäer. Deshalb hat er heute den Aachener Karlspreis erhalten.
59 Kommentare

Düsseldorf Kein deutscher Politiker hat in Griechenland so viel Zorn auf sich gezogen wie Wolfgang Schäuble. Einst sprach er sich dafür aus, Griechenland unter das Kuratel eines Brüsseler Sparkommissars zu stellen. Jetzt gibt er wieder den Hardliner und schließt Nachverhandlungen über das Griechen-Hilfspaket aus. So manche griechische Tageszeitung hat ihn schon in Naziuniform abgebildet.

Doch grade Wolfgang Schäuble bekommt nun für seine Verdienste um die Stabilisierung der Währungsunion den Aachener Karlspreis. "Wenn Wolfgang Schäuble über Europa spricht, dann sind es beileibe nicht nur fiskal- und währungspolitische Probleme, die den Bundesfinanzminister umtreiben," heißt es in der Begründung des Direktoriums. Europa sei für Schäuble eine Herzensangelegenheit und innere Überzeugung.

"Seit ich ihn kenne, gibt es ein Thema, dass ihn besonders bewegt - und das ist Europa," sagte der CDU-Politiker Hans-Peter Repnik, ein langjähriger Freund Schäubles. Der Philosoph Jürgen Habermas bezeichnete ihn als "letzten profilierten Europäer im Kabinett.“

Wer sich um Europa verdient gemacht hat
BIO-MONNET
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Jean Monnet

Der 1979 verstorbene Politiker gilt als der Architekt der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Franzose war unter anderem verantwortlich für die Planung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und war ab 1952 der erste Chef der Hohen Behörde der EGKS. Als „Schöpfer der ersten souveränen übernationalen europäischen Institution“ wurde Monnet 1953 mit der Karlspreis-Medaille geehrt.

(Foto: AFP)
ADENAUER
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Konrad Adenauer

Als Deutschlands erster Bundeskanzler war der gebürtige Kölner maßgeblich an der Westintegration Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt. Während seiner Amtszeit machte sich Adenauer zudem stark für eine Aussöhnung mit Frankreich und kämpfte für die europäische Idee. 1954 erhielt der „kraftvolle Förderer eines einigen Europa“ den Karlspreis.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 3684107 Robert Schuman
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Robert Schuman

Neben Monnet ist Robert Schuman einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Der 1886 in Luxemburg geborene Jurist war von 1948 bis 1952 französischer Außenminister und Präsident der Europäischen Versammlung, dem Vorläufer des Europäischen Parlaments in Straßburg. 1958 erhielt er den Karlspreis der Stadt Aachen für „die Einheit Europas“.

(Foto: Pressefoto EU)
Walter Scheel fordert Respekt für Wulff
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Walter Scheel

Der gelernte Bankkaufmann war zwischen 1945 und 1953 zunächst Geschäftsführer mehrerer Unternehmen und arbeitete anschließend als freier Wirtschaftsberater. Nach seinen politischen Stationen als Abgeordneter, (Außen-)Minister und Vizekanzler wurde die Karriere des FDP-Politikers 1979 mit der die Ernennung zum Bundespräsidenten gekrönt. Zwei Jahre zuvor erhielt Scheel den Karlspreis für „Europa und den Frieden der Welt“.

(Foto: dpa)
Helmut Kohl wird 80
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Francois Mitterrand und Helmut Kohl

Sie ging als eine der politischen Gesten der Nachkriegszeit in die Geschichtsbücher ein: Die damaligen Staatschefs aus Frankreich und Deutschland reichten sich 1984 bei einer Zeremonie zum Gedenken an die Gefallenen bei der Schlacht um Verdun die Hände als Zeichen der Versöhnung beider Länder. 1988 wurden Mitterand (l.) und Kohl für ihre Streben nach „französisch-deutscher Freundschaft“ und ihren Einsatz für „Europas Zukunft“ mit dem Karlspreis ausgezeichnet.

(Foto: dpa)
Former U.S. President Clinton during interview with Reuters at his Chappaqua New York home
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Bill Clinton

Im Jahr 2000 erhielt der damalige US-Präsident Bill Clinton den Karlspreis für sein pro-europäisches Engagement. Die Jury würdigte mit ihrer Entscheidung unter anderem die „partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den europäischen Staaten zur Erweiterung und Vertiefung der Union“ und Clintons Einsatz für die „Wahrung der Menschenrechte und der Freiheit“.

(Foto: Reuters)
Symbolbild Euro
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Euro

Als „Integrationsschritt“, der die „Identifikation mit Europa befördert und damit einen entscheidenden, epochemachenden Beitrag zum Zusammenwachsen der Völkerfamilie leistet“, wurde 2002 der Euro mit dem Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet. Stellvertretend für die Gemeinschaftswährung nahm der damalige Chef der Europäischen Zentralbank, Willem Frederik Duisenberg, die Medaille entgegen.

(Foto: dpa)

Die Leidenschaft für Europa hängt eng mit Schäubles Biografie zusammen. Er wurde während des Zweiten Weltkriegs in der Nähe der französischen Grenze geboren. Schon als junger Abgeordneter des Wahlkreises Offenburg leitete er 1979 die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen.

Obwohl Schäuble in den Euro-Krisenländern als Hardliner gilt, befürwortet er eine stärkere europäische Integration. Mit seinen Vorschlägen hierfür ist er häufig weit über das hinaus gegangen, was Kanzlerin Merkel zu tun bereit war. Zum Beispiel forderte er vor zwei Jahren die Gründung eines Europäischen Währungsfonds – und wurde von der Kanzlerin zurückgepfiffen.

Auch Eurobonds hat Schäuble für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Vorraussetzung dafür seien aber Regeln für strikte Haushaltsdisziplin. Bald könnte Schäuble eine noch wichtigere Rolle bei der Lösung der Euro-Krise einnehmen als ohnehin schon.

Favorit für Eurogruppen-Chefposten
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59 Kommentare zu "Karlspreis an Schäuble: Der letzte Europäer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • 100.000-DM-Schäuble ist ein alter verbitterter Mann, der politisch immer nur die 2. Geige gespielt hat und sich nun dafür an den deutschen rächt. Ich bedaure, dass das Attentat auf in nicht erfolgreich war. Das hätte diesem Land unermesslichen Schaden erspart.

  • Soviel an Entwicklungshilfe....und was bringt sie? Und dann noch aufstocken. Vielleicht sollte man mal mit der Entwicklungshilfe in Neukölln anfangen. Wie wäre es denn damit?

  • [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Volle Steuerkassen wie noch nie, 45 Mrd. EURO Zinsersparnisse,trotzdem muss angeblich die äußerst fragwürdige Luftverkehrsabgabe bleiben, die gerade mal eine knappe Mrd. € bringt. Gleichwohl werden die Bundeszuschüsse für Entwicklungshilfe von 12,5 Mrd um weitere 800 Mio € auf sagenhafte 13,3 Mrd. € erhöht. Damit sind wir sofort hinter den dreimal größeren USA weltweit auf Platz 2. Die Renten im Westen werden bei einer dauerhaften Inflationsrate von ca. 2,7% um "prächtige" 2,18 % erhöht, während sich die BT-Abgeordneten selbst bedienen mit +3,6% zum 1.1.2012 und in einem Zug zum 1.1.2013 um weitere +3,7%. Wenn das nichts ist für einen BFinMin! Afghanistan bekommt die Zusage von 500 Mio € p.a.auf Dauer zur Militärfinanzierung, gleichzeitig müssen deutsche Kommunen Freibäder schließen. Toll! Der Karlspreis wertet sich von Jahr zu Jahr mehr ab. Trichet, der die EZB mit hunderten von Mio € Staatskrediten zur europäischen Inflationszentrale erweitert hat, ist auch Karlspreisträger. So ist der Karlspreis bereits deutlich abgestempelt. Das sollten künftige Kanditaten beachten.

  • Gute Idee, schenken wir ihn den Griechen

  • Schäuble ist ein arroganter, ignoranter und irrer Fanatiker, der unter krankhafter Realitätsverweigerung leidet. Hoffentlich gibt es nach dem Zusammenbruch des Euros Gerichte, die solche Verbrecher aburteilen.

  • Wie konnte man diesem Volkverräter, diese Auszeichnung antragen???
    Richtig wäre für mich, wenn diese Auszeichnung dem ungefragten deutschen Steuerzahler verliehen worden wäre.
    Danke

  • Ein wohlwollender echter Europäer für ein freies Europa kann weder für Euro noch für EU sein.

  • Und, wenn ich schon mal dabei bin: Könntet Ihr mal bitte dieses BIG BROTHER IS WATCHING YOU am Kopf jeder Seite wegnehmen? Ich weiss jetzt, wie der Chefredakteur aussieht.

  • Da hängt die Hochfinanz dem Kasperl die Medaille um,

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