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Kassym-Schomart Tokajew Kasachstans neuer Präsident ist ein Scheinherrscher

Der 65-Jährige wird nach dem Rücktritt von Nursultan Nasarbajew neuer Präsident von Kasachstan. Doch seine Befugnisse stoßen an enge Grenzen.
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Der 65-Jährige leitete auch schon die wichtige Genf-Außenstelle der Vereinten Nationen. Quelle: dpa
Kassym-Schomart Tokajew

Der 65-Jährige leitete auch schon die wichtige Genf-Außenstelle der Vereinten Nationen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer kleine Sultan bleibt seinem Volk auch nach dem Rücktritt erhalten: Als Dank für Nursultan Nasarbajews Verzicht, sein Präsidentenamt bis zum Lebensende zu führen, hat Kasachstans Parlament am Mittwoch die Hauptstadt Astana in Nursultan (kleiner Sultan) umbenannt. Parallel wurde als Übergangspräsident der bisherige Parlamentsvorsitzende Kassym-Schomart Tokajew vereidigt.

Tokajew, für kasachische Spitzenpolitiker mit 65 Jahren noch jung, war schon einmal Premier und Außenminister. Er kennt die geopolitischen Besonderheiten Kasachstans, weiß, was das Spannungsverhältnis zwischen den Riesen China und Russland für sein Land bedeutet. Der Sohn eines kasachischen Schriftstellers ist ein Topdiplomat: Er leitete auch schon die wichtige Genf-Außenstelle der Vereinten Nationen.

Wer die Machtverschiebung in Kasachstan verstehen will, muss ins benachbarte Usbekistan blicken. Als nach dem Tod des usbekischen Autokraten Islam Karimow 2016 dort der Versuch gescheitert war, dessen Tochter an die Macht zu bringen, sanken auch die Chancen für Nasarbajews Tochter Dinara, neue Präsidentin von Kasachstan zu werden.

Schweres Amt

Wie im größeren Usbekistan, entschied man sich zunächst dagegen, die Macht innerhalb der Familie direkt weiterzureichen. Immerhin ist die älteste Naserbajew-Tochter Dariga Vorsitzende des kasachischen Oberhauses – und kann Tokajew das Leben als Präsident schwermachen.

Dass Tokajews Befugnisse an enge Grenzen stoßen, liegt auch daran, dass Nasarbajew als Chef des Sicherheitsrats starke Befugnisse behält. Jederzeit kann er Tokajew stoppen. Auch gilt für Naserbajew selbst nach dem Ende seiner Amtszeit Immunität vor Strafverfolgung.

Nasarbajew, heute 78 Jahre alt, führte das öl- und gasreiche Land 1990 in die Unabhängigkeit, wofür er vom Volk bis heute verehrt wird. Seine Kritiker hingegen lasten ihm die Korruption im Land an – und die Finanzkrisen, in deren Strudel auch ausländische Kreditinstitute wie die Commerzbank gerieten.

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