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Katalonien Großer Zulauf zu Puigdemonts neuer Separatistenbewegung

Trotz seiner drohenden Auslieferung an Spanien will der katalanische Ex-Regionalpräsident weiter an den Plänen für eine souveräne Republik festhalten.
Update: 17.07.2018 - 13:33 Uhr 1 Kommentar
Katalonien: Carles Puigdemont gründet neue Separatistenbewegung Quelle: AP
Carles Puigdemont

Puigdemont war im Herbst im Zuge eines verbotenen Unabhängigkeitsreferendums ins Ausland geflohen und hält sich derzeit in Deutschland auf.

(Foto: AP)

BarcelonaDer frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont lässt auch im Exil nicht locker: Zusammen mit seinem Nachfolger Quim Torra hat er eine neue politische Bewegung zur Abspaltung der Region von Spanien gestartet. Unter dem Namen „Crida Nacional per la República“ (Katalanisch für: Nationaler Ruf nach der Republik) soll sie alle Befürworter einer Unabhängigkeit vereinen.

Die Bewegung erfreue sich riesigen Zulaufs, berichteten spanische Medien am Dienstag unter Berufung auf separatistische Politiker. Bereits in den ersten beiden Stunden nach der Verlesung eines Manifests bei einem Festakt in Barcelona am Montagabend hätten rund 3500 Interessenten um Mitgliedschaft gebeten. Bis zum Dienstagmorgen seien es schon 13000 gewesen.

Puigdemont hat das Projekt zusammen mit dem neuen katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra sowie dem Aktivisten und Politiker Jordi Sànchez aus der Taufe gehoben, der zurzeit in Untersuchungshaft sitzt. Im Herbst soll aus der Bewegung eine weitere Partei werden. Derzeit gibt es mindestens drei separatistische Parteien in der Region, von denen aber voraussichtlich nur eine – Puigdemonts PDeCAT – in dem neuen Projekt aufgehen wird. Die andere große Partei, Esquerra Republicana (ERC), hat bereits angekündigt, sich dem neuen Projekt nicht anschließen zu wollen.

„Wir sind stärker, wenn wir übergreifend und vereint handeln können“, hatte Puigdemont am Montagabend erklärt. Er war per Video aus Deutschland zu dem Festakt in Barcelona zugeschaltet. Der 55-Jährige war im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober zunächst nach Brüssel geflohen und hält sich derzeit in Deutschland auf.

Die Justiz in Schleswig-Holstein will den Politiker wegen des Vorwurfs der Veruntreuung an Spanien ausliefern – aber nicht wegen Rebellion, dem Hauptvorwurf der spanischen Justiz. Ein Richter in Madrid muss über das weitere Vorgehen entscheiden.

Weitere katalanische Spitzenpolitiker sitzen in Untersuchungshaft. Dennoch hatten die Separatisten bei einer Neuwahl im Dezember erneut die Mehrheit errungen.

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Katalonien: Großer Zulauf zu Puigdemonts neuer Separatistenbewegung"

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  • Als Deutscher verschließt sich mir, welchen Vorteil ein unabhängiges Katalonien den dortigen Bürgern bringen soll. Wenn in der Vergangenheit diese Region ungerecht/unfair behandelt worden ist, lässt sich das durch die neue spanische Regierung evtl. korrigieren. Wir haben in Europa bereits genug Kleinstaaten wie im Balkan. Mit gutem Willen auf beiden Seiten sollte sich das richten lassen.