Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Katalonien Spanische Polizei nimmt bei Protesten offenbar 25 Menschen fest – Dutzende Verletzte

Nach der Verurteilung führender Mitglieder der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien kommt es erneut zu Zusammenstößen. Polizisten setzen Schlagstöcke ein.
Update: 16.10.2019 - 06:50 Uhr Kommentieren

Gewaltsame Zusammenstöße zwischen Separatisten und Polizisten in Barcelona

Barcelona Bei neuen Protesten in der spanischen Region Katalonien gegen die Urteile für neun Separatistenführer ist es in der Nacht zum Mittwoch zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Teils vermummte Demonstranten setzten Medienberichten zufolge unter anderem in der Regionalhauptstadt Barcelona Barrikaden und Kartons in Brand, warfen Gegenstände und beschimpften Polizisten. Die mit Schutzkleidung und Schilden ausgerüsteten Beamten versuchten mit Schlagstöcken, die Situation unter Kontrolle zu halten.

In verschiedenen Städten der Region im Nordosten des Landes seien 25 Menschen festgenommen worden, darunter in Barcelona, Tarragona und Lleida, zitierte die Zeitung „El País“ eine vorläufige Bilanz der Regionalpolizei Mossos d'Esquadra. 74 Menschen mussten demnach wegen Verletzungen behandelt werden.

Auf Fotos waren brennende Straßen zu sehen. „Offene Schlacht in Barcelona“, titelte die katalanische Zeitung „La Vanguardia“ in ihrer Online-Ausgabe. Die Festnahmen seien wegen Angriffen auf Beamte oder Gefährdung der öffentlichen Ordnung erfolgt, hieß es in den Medien.

Das Oberste Gericht in Madrid hatte im Zuge des illegalen Abspaltungsreferendums von Oktober 2017 am Montag lange Haftstrafen für frühere katalanische Spitzenpolitiker von bis zu 13 Jahren verhängt. Zu den anschließenden Kundgebungen hatten die zivilen Organisationen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural aufgerufen, deren frühere Chefs ebenfalls auf der Anklagebank saßen und zu jeweils neun Jahren Gefängnis verurteilt worden waren.

Der zu neun Jahren Haft verurteilte Jordi Cuixart kündigte an, er und seine Mitstreiter würden vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof ziehen. „Wir haben die moralische Pflicht, diese autoritäre Entwicklung (Spaniens) zu verurteilen und an die Bürger Europas zu appellieren, Menschenrechte zu verteidigen“, teilte er der Nachrichtenagentur AP über seinen Anwalt mit. Um den politischen Konflikt zu lösen, sei außerdem eine Amnestie nötig.

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra hielt am Dienstag an der Unabhängigkeit der Region fest. „Wir müssen das Recht Kataloniens auf Selbstbestimmung weiter verteidigen“, sagte er vor ausländischen Reportern in Barcelona. „Ein Referendum ist die positivste Lösung, um diese Situation zu lösen.“

Währenddessen demonstrierte der flüchtige Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont in Brüssel vor der EU-Kommission. Alle europäischen Demokraten müssten die Sache der katalanischen Separatisten unterstützen, forderte er. „Denn diese Krise betrifft die europäische Demokratie und die Qualität der europäischen Demokratie. Das ist keine katalanische, regionale oder spanische Angelegenheit.“

Eine andere Auffassung vertritt der kommissarische spanische Außenminister Josep Borrell: Die katalanischen Separatisten dürften nicht jene Katalanen wie ihn außer Acht lassen, die gegen eine Unabhängigkeit der Region seien. „Wenn man einen Teil der Bevölkerung ausschließt, weil er nicht denkt wie man selbst, und nur diejenigen als Volk betrachtet, die wie man selbst denkt, ist das eine totalitäre Grundeinstellung.“

Bereits nach Verkündung der Urteile war es am Montag zu Protesten gekommen. Katalonien im Nordosten Spaniens ist eine wirtschaftlich starke Region. In den vergangenen Jahren hatten verschiedene Politiker das Bestreben nach Unabhängigkeit von Spanien vorangetrieben.

Mehr: Die spanische Finanzministerin schließt eine Begnadigung der katalanischen Separatisten im Interview mit dem Handelsblatt aus.

  • rtr
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Katalonien - Spanische Polizei nimmt bei Protesten offenbar 25 Menschen fest – Dutzende Verletzte

0 Kommentare zu "Katalonien: Spanische Polizei nimmt bei Protesten offenbar 25 Menschen fest – Dutzende Verletzte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.