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Kein Geld für Donezk und Lugansk Das Leid der Bestraften

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Die Krankenhäuser arbeiten noch – doch wie lange?

Kritiker der Poroschenko-Entscheidung, die Separatisten-Gebiete finanziell zu isolieren, fürchten, dass dadurch der Graben zwischen der Zentralregierung in Kiew und den Bewohnern in den umkämpften Gebieten noch tiefer wird. Und tatsächlich gab es bereits am Montag in Makiivka und Torez, zwei kleineren Städten in der Ostukraine, aufgebracht Rentner, die die Zufahrtsstraßen blockierten und die Auszahlung ihrer Renten forderten. Erst nachdem die von den Separatisten geführte Regierung ihnen die Rente zusicherte, beruhigten sich die Gemüter. Außerdem, so sagen die Kritiker der Finanzblockade, könnte das finanzielle Austrocknen der östlichen Landesteile ein weiteres Argument für Moskau sein, in den Konflikt noch direkter als bisher einzugreifen.

Die Befürworter des harten Kiewer Kurses hoffen dagegen, dass die Finanzblockade den in den besetzten Gebieten lebenden Menschen deutlich machen werde, wer die Verantwortung für Situation trage. „Die Separatisten beschießen uns, und wir sollen auch noch zahlen?“, verteidigt Gennadiy Moskal, derzeit abgesetzter Gouverneur von Lugansk, den kompromisslosen Kurs von Präsident Poroschenko.

Der hofft, dass viele der noch in den Regionen Donezk und Lugansk verbliebenen Menschen den Separatisten ihre bisherige Unterstützung versagen, wenn sie merken, dass die Rebellen nicht in der Lage sind, grundlegende staatliche Funktionen aufrecht zu erhalten. „Wir haben Geld, sie nicht. Unsere Kinder gehen in die Schule, ihre sitzen im Keller. Wir haben Geld für die Renten, sie nicht“,  wetterte ein aufgebrachter Präsident am Dienstag.

Es sind nicht nur die Rentner, die unter der Finanzblockade leiden werden. In den Schulen in den von Separatisten besetzten Gebieten herrscht Ratlosigkeit. „Wie sollen wir hier weiter unterrichten, wenn kein Geld mehr aus Kiew kommt?“, sorgt sich eine Lehrerin in Donezk. Ein Vertreter der selbst ernannten Volksrepublik Donezk erklärte, seine Regierung werde Gelder für den Schulbetrieb zur Verfügung stellen. Woher dieses Geld kommen soll, sagte er nicht.

Die Universitäten von Lugansk und Donezk haben die Konsequenzen bereits gezogen und sind nach Vinnitsa und andere Städte in den von Kiew kontrollierten Landesteilen umgezogen. Auch einige Museen haben vorrübergehend ihre Pforten geschlossen oder sind ebenfalls in andere Städte umgesiedelt. Die Krankenhäuser in der Ostukraine arbeiten noch. Doch niemand weiß, wie lange noch.

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137 Kommentare zu "Kein Geld für Donezk und Lugansk: Das Leid der Bestraften"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Johannes Rosendahl

    ..."Putin hat erkannt, dass er mit nur noch 143 Millionen Einwohnern keine Weltmacht mehr ist"...

    Sie meinen also er braucht mehr als 143 Millionen?
    Wieviel braucht er denn, 330 Millionen wie die Supermacht USA? Meinen Sie es kommt auf die 43 Millionen Ukrainer und die anderen ehemaligen Bewohner der Sowjet-Republiken an?

    Und wenn er dann zahlenmäßig zu den USA aufgeschlossen hätte, dann wäre er Ihrer Meinung nach wieder Weltmacht? Das ist die Denkweise eines Erbsenzählers.

    Glauben Sie wirklich Putin oder seine Spitzenleute sind so naiv?

  • @ Marvin Wisnewsky

    Muss sich Russland wirklich nicht fürchten?

    Werden die USA nicht "Menschenrechtsverletzungen" in Russland erkennen (natürlich nie im verbündeten Saudi-Arabien)?

    Werden dort keine "Studentenproteste" mit CIA-Geldern finanziert werden?

    Wird man nicht mit NATO-Kräften "Schutzkorridore" einrichten damit sich dem Westen zugewandte Separatisten abspalten können?

    Sobald man zugibt dass Kiew nur durch westliche Finanzierung noch handlungsfähig ist weiß man auch wer die Anweisungen gibt.

  • @Marvin. Also sind Sie nun für legales Handeln und Rechtstaatlichkeit oder nicht?

  • Frau Merkel hat doch in Sitzung ganz zu Beginn ihrer ersten Amtszeit mal erklärt "Deutschland hat kein Anrecht auf Demokratie für alle Zeit"
    Na, da wissen wir doch, was auf zukommt

  • Martin Wisnewky
    Welche Zeitungen?
    Die Mehrheit der deutschen Zeitungen unterliegt dem polit. Einfluss oder gehören gar einer Partei.
    Wie z. B. die Rheiniche Post, das ist eine absolute CDU-Zeitng

  • Soll natürlich 1917 heißen

  • C. Falk
    Marvin ist ein Troll.
    Er ist offensichtlich ein bezahlter Schreiber, das gibt es.
    Übrigens war die Okt.-Revolution 1017. Da Marvin das gar ciht weiß, sieht man, wie dumm er ist

  • @ Marvin Wisnewsky

    Der durchschnittliche Russe empfand die Putin-Jahre als wirtschaftlichen Aufschwung. Es sind die USA in denen immer mehr Menschen eine zerbröselnde Mittelschicht beklagen.

  • Manfred Kern,
    sehr gut beschreiben.
    Das sollten Sie mal dieser Ost-Merkel mitteilen, die an Demokratie und Frieden ja nicht interessiert ist

  • @ Marvin Wisnewsky

    Die Meldung über das ausgeflogene Gold wurde zwar im März zuerst von russischen Medien berichtet aber nun scheint die ukrainische Zentralbankchefin Gontareva diese Woche zumindest bestätigt zu haben dass früher angegebene Bestände nicht mehr da seien.

    Macht aber nichts. Bekanntlich dürfen nach westlichen Zentralbankstandards Gold und Goldforderungen in der Bilanz zusammengefasst werden. Dann muss sie halt ein paar "Goldforderungen" einbuchen.

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