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Keine Einigung im Schuldenstreit Argentinien vor der nächsten Staatspleite

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Argentinien steckt in der Zwickmühle

Noch bevor Kicillof vor die Presse trat, verkündete Standard & Poor's die Herabstufung. Die Ratingagentur verwendet die Bewertung „teilweiser Zahlungsausfall“, wenn ein Schuldner eine Anleihe oder Kreditrate nicht fristgerecht zurückzahlt, aber andere Verpflichtungen weiter erfüllt. Zuvor hatte S&P die argentinische Kreditwürdigkeit mit der Note CCC- bewertet. „Wer glaubt Ratingagenturen schon? Wer denkt, dass sie unparteiische Schiedsrichter des Finanzsystems sind?“, fragte Kicillof.

Noch wenige Stunden vor seiner erbitterten Erklärung hatte es nach einem Deal in dem Schuldendrama ausgesehen: In den Medien kursierte ein Plan, wonach Argentiniens private Bankenvereinigung ADEBA als Retter einspringen und die offenen Forderungen begleichen könnte. Im Gegenzug hätte das US-Gericht dem südamerikanischen Land erlauben sollen, noch vor Mitternacht die anderen Außenstände in Höhe von 539 Millionen Dollar zu bedienen. Doch aus dem Plan wurde offensichtlich nichts.

In den Jahren 2005 und 2010 hatte Argentinien sich mit mehr als 90 Prozent seiner Gläubiger auf eine Umschuldung geeinigt. Einige wenige Investoren wie NML Capital und Aurelius blieben jedoch hart. Vor einem US-Bundesgericht erstritten die beiden Hedgefonds von Argentinien eine Summe von 1,3 Milliarden Dollar, der Oberste Gerichtshof in Washington wies die Beschwerde von Buenos Aires gegen das Urteil vergangenen Monat ab.

Argentinien steckt in einer Zwickmühle: Zahlt es nämlich die Hedgefonds aus, könnten die Vereinbarungen mit den anderen Gläubigern über die Schuldenschnitte nachträglich platzen. Gegenüber den Teilnehmern der Umschuldungsprogramme hatte sich Buenos Aires verpflichtet, den ausharrenden Gläubigern bis Ende 2014 kein besseres Angebot vorzulegen. Bei einem Verstoß fürchtet die argentinische Regierung mögliche Kosten von 120 Milliarden Dollar.

Der neuerliche Zahlungsausfall könnte für die drittgrößte Wirtschaftsmacht Lateinamerikas schwerwiegende Folgen haben. Die wirtschaftliche Krise und die Inflation dürften sich verschärfen, die Landeswährung Peso weiter abwerten. Außerdem wäre Argentinien weiter vom internationalen Kapitalmarkt ausgeschlossen, an dem es schon seit der Staatspleite 2001 kein Geld mehr bekommt. Wegen der weitgehenden Isolation von den Finanzmärkten dürften die weltweiten Folgen dagegen überschaubar bleiben.

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