Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kim Jong Nam Klage in einem Mordfall gegen Indonesierin fallengelassen

Eine Indonesierin saß unter dem Verdacht in Haft, an dem Mord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber beteiligt gewesen zu sein. Nun kam sie überraschend frei.
Kommentieren
Zwei Jahre lang saß Siti Aisyah wegen Mordverdachts in Haft. Quelle: AP
Siti Aisyah

Zwei Jahre lang saß Siti Aisyah wegen Mordverdachts in Haft.

(Foto: AP)

Shah AlamIm Fall um den Giftmord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist eine indonesische Verdächtige nach rund zwei Jahren Haft überraschend freigekommen. Ein Richter am Obersten Gericht in der Stadt Shah Alam ließ die Klage gegen Siti Aisyah am Montag fallen, nachdem die Staatsanwälte die Vorwürfe ohne Angabe von Gründen zurückzogen. Formal freigesprochen wurde die Indonesierin nicht.

Rasch wurde sie aus dem Gerichtssaal geführt und in ein wartendes Auto gesetzt. Aisyah wirkte gelöst. Sie habe erst am Morgen erfahren, dass sie freikomme. „Ich bin überrascht und sehr glücklich“, sagte Aisyah. Ihren Anwälten zufolge sollte sie zur indonesischen Botschaft gebracht und dann bald nach Jakarta ausgeflogen werden.

Indonesiens Botschafter Rusdi Kirana dankte der malaysischen Regierung. „Wir glauben, dass sie nicht schuldig ist“, erklärte er. Kim Jong Nam wurde am 13. Februar 2017 in einem Airport-Terminal in Kuala Lumpur das Nervengift VX in Gesicht und Augen gerieben. Er starb zwei Stunden später. Neben Aisyah wurde eine junge Vietnamesin beschuldigt, das Gift auf Kims Gesicht abgestreift zu haben.

Sie sagten indes aus, sie hätten geglaubt, an einem für eine TV-Show bestimmten Streich im Stile von „Versteckte Kamera“ mitzuwirken. Die Frauen kamen später als einzige Beschuldigte in Haft, nachdem vier nordkoreanische Verdächtige noch am Morgen des Attentats auf Kim das Land verlassen hatten.

Die Anwälte der Frauen argumentierten seit jeher, ihre Mandantinnen seien Bauernopfer in einem politischen Komplott mit Verbindungen zur nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur gewesen. Die Staatsanwälte hätten auch keine klare Mordabsicht belegen können. Dieser Tatbestand ist nach malaysischem Recht entscheidend für eine Mordanklage.

Das Mordverfahren gegen die Vietnamesin liegt nun nach der jüngsten Wendung auf Eis. Nach monatelanger Verzögerung hätte sie bei der Anhörung am Montag eigentlich ihre Verteidigungslinie präsentieren sollen. Ihr Anwalt Hisyam Teh Poh Teik sagte, sie würden nun eine Verschiebung des Verfahrens anstreben.

Seine Mandantin sei verstört und finde die Entlastung von Aisyah ihr gegenüber unfair. Noch 2018 hatte der Richter befunden, dass die Beweislage gegen die Frauen für eine Fortsetzung des Mordprozesses ausreiche Malaysische Regierungsvertreter haben im Fall Kim Jong Nam bisher keine offizielle Beschwerde bei Nordkorea eingelegt. Vielmehr haben sie betont, dass sie keine Politisierung des Verfahrens wünschen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • ap
Startseite

Mehr zu: Kim Jong Nam - Klage in einem Mordfall gegen Indonesierin fallengelassen

0 Kommentare zu "Kim Jong Nam: Klage in einem Mordfall gegen Indonesierin fallengelassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.