Kim Jong Un Nordkoreas Machthaber sucht Dialog mit Südkorea

Die Neujahrsreden des nordkoreanischen Machthabers schwanken zwischen versöhnlichen Tönen und Warnungen. Kim Jong Un sucht aber offenbar den Dialog mit Südkorea. Konkrete Vorschläge macht er dennoch nicht.
Immer wieder droht Nordkoreas Diktator Richtung Süden. Das Land ist zwar hochgerüstet, aber wirtschaftlich verarmt. Quelle: Reuters
70-Jahr-Feier

Immer wieder droht Nordkoreas Diktator Richtung Süden. Das Land ist zwar hochgerüstet, aber wirtschaftlich verarmt.

(Foto: Reuters)

PjöngjangNach Kriegstönen und Annäherungsversuchen im alten Jahr hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nun für offene Gespräche mit Südkorea ausgesprochen. Pjöngjang wolle aggressive Anstrengungen unternehmen, „Gespräche zu führen und die Beziehungen zu Südkorea zu verbessern“, sagte der Herrscher des weithin abgeschotteten Landes in seiner vierten Neujahrsansprache seit der Machtübernahme Ende 2011. Einen konkreten Gesprächsvorschlag machte er dennoch nicht. Den wirtschaftlichen Wiederaufbau des verarmten, aber hochgerüsteten Landes erklärte Kim zur obersten Priorität.

Auch die etwa 30-minütige Rede am Freitag, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde, war nicht frei von Warnungen in Richtung Südkorea. Dennoch werteten südkoreanische Kommentatoren den Ton Kims als eher zurückhaltend. Regierungs- wie Oppositionslager in Südkorea begrüßten die Rede vorsichtig.

„Wir sind zu unvoreingenommenen Gesprächen mit jedem bereit, der Frieden und die Wiedervereinigung will“, sagte Kim, der Anfang 30 sein soll. Zugleich warnte er die Regierung in Seoul jedoch, von Aktionen Abstand zu nehmen, die „die versöhnliche Atmosphäre“ beeinträchtigen. Wie üblich drohte er mit einem „erbarmungslosen Heiligen Krieg“, sollten es Aggressoren und Provokateure wagen, die Souveränität des Landes anzugreifen.

Erneut kritisierte er die gemeinsamen Militärmanöver der USA mit Südkorea. Das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm erwähnte Kim nicht. Nordkorea führte zwischen 2006 und 2013 drei Atomtests durch, auf die der Uno-Sicherheitsrat jeweils mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen das kommunistische Regime reagierte.

Kim rief Seoul auf, das Abkommen zwischen beiden Ländern im August zu würdigen. Damals versprachen beide Seiten, Schritte zur Entspannung zu machen. Als Teil des Abkommens hatten Mitte Dezember zwar weitere Gespräche stattgefunden, doch gingen diese ohne Einigung zu Ende.

Einen Tag vor der Rede Kims hatte es ein Staatsbegräbnis für einen seiner engsten Berater gegeben. Kim Yang Gon, der den Staatsmedien zufolge bei einem Autounfall ums Leben kam, war für die Beziehungen zu Südkorea zuständig. In Seoul löste die Nachricht vom Tod des Sekretärs der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei daher die Befürchtung aus, dass es in den innerkoreanischen Beziehungen vorerst keine Bewegung geben könnte.

Kim Jong Un sprach in seiner Rede von der Absicht, den Lebensstandard der Bürger verbessern zu wollen. „Alle Anstrengungen sollten auf den Aufbau einer Wirtschaftsmacht gerichtet werden.“

So feiert Kim Jong Un mit seiner Lieblings-Girl-Band
Kim Jong Un
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Nordkoreas Diktator Kim Jong Un lässt sich zum 70. Geburtstag der nordkoreanischen Arbeiterpartei nicht lumpen. Zusammen mit seiner Frau Ri Sol Ju (4. von links) schaute er sich in Pjöngjang die Performance einer ganz besonderen Band an: Die nordkoreanischen Medien veröffentlichten am Montag Bilder, die den Machthaber im Kreise der zwanzigköpfigen Frauen-Band Moranbong Band zeigen.

Fünf Damen für den Diktator.
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Die Moranbong Band ist die erfolgreichste Girl-Group Nordkoreas. Die Damen entzückten dabei Diktator Kim Jong Un und die übrige Parteiführung. Die Fotos wurden von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur veröffentlicht.

Ein Highlight jagte das nächste
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Die Band wurde eigens auf den Befehl des Diktators 2012 gegründet. Die Sängerinnen soll Kim eigenhändig ausgewählt haben.

Singen für den Diktator
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So feierte Kim Jong Un den 70. Geburtstag der Arbeiterpartei nicht nur mit einer obligatorischen Militärparade, sondern auch mit musikalischen Highlights.

Kim hat seinen Spaß
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Die Moranbong Band spielt eine Mischung aus Pop und Rock und soll mit ihren leichten Gute-Laune-Songs zur Lieblingsgruppe des Diktators geworden sein.

Kim inmitten seiner Mädels
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Der Moranbong ist übrigens ein Berg in der Hauptstadt Pjöngjang, der nach der Moran Blume benannt ist.

Moranbong Band
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Auf den hinteren Rängen in Pjöngjang durfte sich auch die Militär-Prominenz das Spektakel anschauen.

  • dpa
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