Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kleinanzeigen EU-Kommission geht wegen „Marketplace“ gegen Facebook vor

Die Art und Weise, wie der US-Konzern seinen digitalen Marktplatz einsetzt, könnte gegen Wettbewerbsrecht verstoßen. Brüssel leitet eine Prüfung ein.
26.05.2021 - 17:24 Uhr Kommentieren
Der Technologiekonzern gerät wegen seines digitalen Marktplatzes in die Kritik. Quelle: AFP
Facebook-Logo

Der Technologiekonzern gerät wegen seines digitalen Marktplatzes in die Kritik.

(Foto: AFP)

Brüssel, Düsseldorf Die EU-Kommission will formal prüfen, ob Facebook seine marktbeherrschende Stellung als soziales Netzwerk ausnutzt, um sich im Markt für Kleinanzeigen durchzusetzen. Das berichtet die „Financial Times“.

Seit 2016 betreibt Facebook seinen „Marketplace“, auf dem Nutzer zum Beispiel Möbel und Fahrräder weiterverkaufen und kaufen können – ohne jegliche Gebühren zu entrichten. Die Firma bewirbt den Dienst zwischen den Nutzerbeiträgen.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Kommission Facebook und seine Konkurrenten befragt, um ein mögliches wettbewerbswidriges Verhalten zu identifizieren. Wettbewerber sollten dabei etwa angeben, ob die „Marketplace“-Einführung sich auf ihr Geschäft ausgewirkt habe.

Eine der zentralen Fragen in diesem und in ähnlichen Verfahren gegen Plattformunternehmen: Welche Macht verleihen 3,45 Milliarden Nutzer im Monat dem Social-Media-Konzern auf anderen Märkten? Und nutzt er diese unzulässig aus?

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bei digitalen Netzwerken gibt es nach Meinung vieler Beobachter kein Vorbeikommen an Facebook. Das Problem soll sich nicht weiter ausdehnen. In Deutschland erreicht der Konzern bei Kleinanzeigen laut Branchenverband Bitkom erst rund ein Fünftel des Marktanteils: 22 Prozent der Onlineverkäufer bieten ihre gebrauchten Dinge bei Facebook an.

    Möglicher Vorwurf der Selbstbegünstigung

    Der Kartellrechtsexperte Thomas Höppner sagt: „Die Kommission hat das Facebook-Marketplace-Verhalten lange untersucht.“ Trotzdem sei unklar, welcher Vorwurf dem Konzern am Ende genau gemacht werde. Denkbar sei der Vorwurf der Selbstbegünstigung, aber auch die Frage einer unzulässigen Bündelung von Diensten für die Werbekunden käme in Betracht.

    Sollte die Kommission in der vertieften Prüfung Fehlverhalten feststellen, kann Facebook seine Geschäftspraxis entsprechend ändern. Erst wenn es das nicht tut, sind Geldstrafen möglich.

    Die Kommission wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, auch Facebook lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage ab. Ähnliche formelle, wettbewerbsrechtliche Prüfungen hatte die EU-Kommission zuvor bereits gegen Google, Amazon, Apple und Microsoft eingeleitet.

    Facebook vervollständigt die Gruppe der „Gafam“ genannten US-Riesen nun. Sie stehen derzeit besonders im Fokus der EU-Gesetzgeber: Sie arbeiten an einem Gesetz, dass die Betreiber von Onlineplattformen deutlich stärker regulieren soll.

    Der „Digital Markets Act“ (DMA) soll explizit verbieten, dass die Plattformen ihre eigenen Angebote bevorzugen. Dies würde sich auch auf das Ausspielen von Eigenwerbung beziehen. „Die Intransparenz weiter Teile der Onlinewerbung ist atemberaubend. Es ist richtig, dass die Kommission hier Licht ins Dunkel bringen will“, sagt der Europaparlamentarier Andreas Schwab (CDU).

    Für Facebook sind Kleinanzeigen Teil der Strategie, in den Onlinehandel vorzudringen. Der Marketplace habe monatlich eine Milliarde Besucher, sagte Finanzchef David Wehner.

    Mehr: Bundeskartellamt leitet Verfahren gegen Google ein

    Startseite
    Mehr zu: Kleinanzeigen - EU-Kommission geht wegen „Marketplace“ gegen Facebook vor
    0 Kommentare zu "Kleinanzeigen: EU-Kommission geht wegen „Marketplace“ gegen Facebook vor"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%