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Klimagipfel in Kattowitz Umweltministerin Schulze sagt weitere 1,5 Milliarden Euro für Klimafonds zu

Die internationale Klimakonferenz im polnischen Kattowitz ist gestartet. Politiker forderten mutigere Schritte gegen weltweit steigende Temperaturen.
4 Kommentare
Die Bundesumweltministerin sieht Deutschland beim Klimaschutz in der Verantwortung. Quelle: dpa
Svenja Schulze

Die Bundesumweltministerin sieht Deutschland beim Klimaschutz in der Verantwortung.

(Foto: dpa)

KattowitzParis war 2015 – Kattowitz ist 2018. Vor drei Jahren bekannte sich in der französischen Hauptstadt die Staatengemeinschaft dazu, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise verändern zu wollen. Die Erderwärmung wollen die Staaten auf unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzen. Seitdem sind die Länder zwar nicht gänzlich untätig geblieben, doch das Engagement reicht nicht aus.

Auf der an diesem Dienstag gestarteten Klimakonferenz im polnischen Kattowitz forderte die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) „mehr Verbindlichkeit, mehr Mut und mehr Solidarität“ im Klimaschutz. Sie erinnerte daran, dass die Staaten 2015 Verpflichtungen eingegangen seien, die es nun einzulösen gelte. Alle Staaten seien gefordert, ihre Zusagen aufzustocken. Von Kattowitz müsse das Signal ausgehen, dass die Staatengemeinschaft nicht bei ihren bisherigen Plänen stehenbliebe.

Am Ende, so Schulze, solle jeder genau wissen, was er zu tun habe, damit der Klimawandel gemeinsam bekämpft werden könne. „Wir brauchen auch den Mut und das Selbstvertrauen, gemeinsam immer besser zu werden. Und wir brauchen die Solidarität zwischen den reichen und armen Ländern.“ Schulze und Müller kündigten in Kattowitz eine Verdopplung der Zusage für den internationalen Klimafonds (Green Climate Fund) um weitere 1,5 Milliarden Euro an.

Der Green Climate Fund, ein Baustein in der internationalen Klimafinanzierung, fördert Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, etwa den Aufbau erneuerbarer Energien, die Umsetzung klimafreundlicher Mobilitätskonzepte, neue Schutzbauten gegen Sturmfluten und den Aufbau von Unwetter-Frühwarnsystemen. Besonderer Wert wird auf die Förderung der am wenigsten entwickelten Länder, die so genannten LDCs, kleiner Inselstaaten und der afrikanischen Länder gelegt.

Über den Green Climate Fund werden bereits 93 Projekte gefördert. Zahlreiche weitere Projektanträge liegen vor, allerdings sind aufgrund der knappen Mittel ab Mitte nächsten Jahres keine Zusagen für neue Projekte mehr möglich. Deswegen wurde vor Kurzem die Wiederauffüllung des Fonds beschlossen.

Deutschland gehörte 2014 bei der Erstauffüllung des Fonds mit 750 Millionen Euro zu den größten Geldgebern. Bei der Wiederauffüllung ist Deutschland nun das erste Land, das eine konkrete Summe ankündigt.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller erwartet von der Klimakonferenz „die Trendwende, vom Reden zum Handeln zu kommen“, sagte der CSU-Politiker. Die Emissionen von Treibhausgasen seien global auf einem Rekordhoch und stiegen weiter. Es sei zu wenig passiert seit der Klimakonferenz 2015 in Paris.

Für den Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, ist der Kampf gegen die Erderwärmung eine Frage von Leben und Tod. Er appellierte an die knapp 200 Teilnehmerstaaten zu einem entschlossenen Kampf gegen die Erderhitzung. Weltweit sei der Klimawandel für viele Menschen, Regionen und auch ganze Staaten bereits eine „Frage von Leben und Tod“, sagte Guterres.

Unternehmen erwarten faire Klimaschutz-Regeln

Zwei Wochen lang wird in Kattowitz nun vor allem über das sogenannte Regelbuch des Pariser Abkommens verhandelt. Damit ist eine Art Gebrauchsanweisung gemeint, wie die klimaschädlichen Emissionen der einzelnen Länder transparent gemessen, geprüft und verglichen werden können. Nur wenn alle Länder nach den gleichen Regeln spielen, so die Grundüberlegung, kommt die Staatengemeinschaft beim Kampf gegen die Erderwärmung wirklich substanziell voran – und überzeugt auch die Wirtschaft, sich stärker als bisher zu engagieren.

Die deutschen Unternehmen erwarteten solide und faire Klimaschutz-Regeln, erklärte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Europa verfüge bereits über ambitionierte Ziele und habe diese mit verbindlichen Maßnahmen unterlegt. „Das bringt schon heute Wettbewerbsnachteile für viele deutsche Unternehmen mit sich.“

Aus Sicht der hiesigen Unternehmen sollten nun alle Staaten vergleichbare Anstrengungen zusagen und über die Umsetzung gleichermaßen zuverlässig wie transparent berichten, forderte Schweitzer. „So kommen wir aus Sicht der Wirtschaft zu einem wettbewerbsneutralen und wirkungsvollen Klimaschutz.“

Müller erklärte, natürlich müsse auch „zu Hause“, in Deutschland Klimaschutz umgesetzt werden. Deutschland stoße aber nur zwei Prozent der Welt-Treibhausgasemissionen aus. Die anderen 98 Prozent „sollten wir nicht aus dem Auge verlieren“. Für Müller sind es vor allem Indien und die afrikanischen Länder, die maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg von Klimaschutz entscheiden würden.

Diese Länder hätten bislang einen Ausstoß von 1,5 Tonnen Treibhausgasen pro Kopf – wenn dieser mit steigender Wirtschaftsentwicklung sich nur auf drei Tonnen pro Kopf erhöhen würde, dann „bedeutet das eine Verdreifachung der Gesamtemissionen der EU“, so Müller. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Wert bei zehn Tonnen.

Für Umweltministerin Schulze ist deswegen klar, dass auch die Deutschen in der Verantwortung stünden, das zu verändern. Schulze bekräftigte in Kattowitz abermals, 2019 ein Klimaschutzgesetz vorzulegen, das nicht nur ihr Gesetz sei. Alle Ministerien müssten ihren Teil dazu beitragen. Derzeit arbeiten die einzelnen Ressorts an Maßnahmeplänen, wie die Emissionen reduziert werden können. Diese Pläne sollen bis Ende des Jahres dem Umweltministerium vorgelegt werden.

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4 Kommentare zu "Klimagipfel in Kattowitz: Umweltministerin Schulze sagt weitere 1,5 Milliarden Euro für Klimafonds zu"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Diese Frau Umweltministerin Schulze von der SPD ist ein faules Ei das im Auftrag der Grünen hinterhältig grinsend deren linke Ideologie in der Großen Koalition durchsetzen soll.

  • Klimawandel im postfaktischen Zeitalter:
    Klima-Skandal: Mond sucht sich eine neue Erde!
    Merkel: "Dann ist das nicht mehr meine Erde!" „Wir schaffen das“!
    Seehofer: Mond versteckt sich im Erdschatten! "Wer betrügt, der fliegt!"
    Trump: "Klimawandel: Schwindel, Bullshit, Erfindung Chinas"
    Irre AfD: „ Klimawandel Ist eine Irrlehre“
    Selfie-Wissenschaftler: Kalt/Eiszeiten und Warmzeiten kommen und gehen schon immer!

    http://youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ

    http://youtu.be/LpxSXYw9tC0

    http://youtu.be/-q0gF597WEA

    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören.

  • ...
    Diese Fragen hat sich auch Singer-Songwriter Sigismund Ruestig gestellt:
    http://youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ

    http://youtu.be/LpxSXYw9tC0

    http://youtu.be/-q0gF597WEA

    Viel Spaß.

    PS: Übrigens bezeichnete selbst das Handelsblatt das Agieren von Merkel als "ein Stück weit heuchlerisch"! Und die ZEIT fragte nach ihrer Glaubwürdigkeit!

  • Schwarze Null: von der Klima-Kanzlerin zur CO2/Nox-Kanzlerin!
    Wir erinnern uns:
    Bei der Klimakonferenz in Paris 2015 wurden die Ergebnisse als "historischer Fortschritt" verkauft. Schön wär's. Alles nur falsche Versprechungen!
    Für mich klang es wie Augenwischerei. Die Ziele hochsetzen (Erderwärmung auf 1,5 Grad anstelle 2 Grad begrenzen) und sich dafür feiern lassen, aber die Maßnahmen und deren Verbindlichkeit runtersetzen und möglichst nicht hinterfragen. Das kam 2016/17, als für Deutschland alles konkretisiert werden sollte, ans Licht. Die Union, insbesondere die CSU-Bundesminister, wollten mehr Wirtschaftswachstum, mehr ökologiefeindliche Landwirtschaft, mehr schmutzige Autoabgase und weniger Klimaschutz! Dobrindt ging in vertrauter Kumpanei mit der Autoindustrie nicht gegen deren massiven Abgasbetrug vor! Und Gabriel fürchtete die Kohlelobby. Doch Merkel schwadronierte von Dekarbonisierung, ließ sich - wie wir heute wissen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen - als Klima-Kanzlerin feiern und brachte, noch vor der Bundestagswahl 2017 nur ein Umsetzungsplänchen auf die Beine, von dem wir heute wissen, dass die selbstgesteckten Ziele für 2020 nicht gehalten werden können, auch wenn das die Kanzlerin vor den Wahlen vehement geleugnet, nach den Wahlen aber schnell zugegeben hatte. Doch just zum Bonner Klimagipfel kurz nach der Bundestagswahl äußerte sie auch Zweifel an der Erreichung des 2 Grad-Ziels! Durchsichtig! Frech! In den GroKo-Verhandlungen 2017/18 wurden die 2020-Ziele auch konsequent abgeräumt!
    Im übrigen war schon in den Rechen-Modellen für das 2 Grad-Ziel z.B. das zwangsläufige Auftauen der Permafrostböden (enthalten fast doppelt soviel Kohlenstoff wie die gesamte Erdvegetation), das zu einer enormen Freisetzung von Kohlenstoff führt, nicht berücksichtigt.
    Was tun? Warten bis Öl- und Gas-Vorräte erschöpft sind? Auf die nächste Eiszeit warten? Sich anpassen?
    Diese Fragen hat sich auch Singer-Songwriter Sigismund Ruestig gestellt:
    http://youtu.be/s7Ivdm2