Klimaschutzziele Greenpeace hält Merkel für den größten Hemmfaktor der EU-Klimapolitik

Anstatt Führung beim Klimaschutz in Europa zu nehme, wolle Bundeskanzlerin Angela Merkel auf EU-Ebene Klimaziele blockieren, kritisiert Greenpeace.
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Sie halte „das permanente Setzen neuer Ziele“ nicht für sinnvoll, sagte die Bundeskanzerlin im ARD-Sommerinterview. Quelle: dpa
Angela Merkel

Sie halte „das permanente Setzen neuer Ziele“ nicht für sinnvoll, sagte die Bundeskanzerlin im ARD-Sommerinterview.

(Foto: dpa)

BerlinDie Umweltorganisation Greenpeace hat den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Klimapolitik scharf kritisiert. Anstatt Führung zu übernehmen beim Klimaschutz in Europa und anstatt beim Ausstieg aus Kohle und Verbrennungsmotor Dampf zu machen, wolle sie nun auf EU-Ebene Klimaziele blockieren, kritisierte Greenpeace.

Sie gebe damit nun zu, dass „sie selbst zum größten Hemmfaktor für eine ehrgeizigere EU-Klimapolitik“ geworden sei. „Das ist der Offenbarungseid für Merkels Klimapolitik.“

Die Kanzlerin hatte sich am Sonntag im „Sommerinterview“ der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ gegen Pläne der EU-Kommission für ehrgeizigere Klimaschutzziele gewandt. Sie halte „das permanente Setzen neuer Ziele“ nicht für sinnvoll. In Deutschland gehe es nun darum, die gesetzlichen Maßnahmen zum Erreichen des Ziels für 2030 umzusetzen, was schwer genug werde.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete will den EU-Staaten vorschlagen, dass die EU bis 2030 eine Senkung der Treibhausgase um 45 statt 40 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 1990 international zusagt. Deutschland liegt Stand jetzt bei rund 28 Prozent.

Die Bundesregierung hat sich national auf höhere Ziele verpflichtet. Danach sollen die heimischen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 sinken – was inzwischen als kaum mehr erreichbar gilt. Dieses Ziel wird ergänzt durch ein Minderungsziel von mindestens 55 Prozent bis 2030 und mindestens 70 Prozent bis 2040.

Bis zum Jahr 2050 soll Deutschland eine weitgehend Treibhausgas-neutrale Gesellschaft sein, heißt es im Klimaschutzplan 2050.

  • dpa
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