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Luftverschmutzung in Indien

Viele Staaten stehen beim Klimaschutz am Scheideweg.

(Foto: AFP)

Klimawandel Der Höhepunkt bei den weltweiten Emissionen könnte bald erreicht sein

Welche Länder sind am aktivsten beim Klimaschutz, welche liegen zurück? Vor dem EU-Klimaziel-Gipfel erscheint eine neue Rangliste der emissionsstärksten Staaten und der EU.
07.12.2020 - 10:00 Uhr 2 Kommentare

Berlin Für die meisten Länder liegen die Pariser Klimaziele in weiter Ferne. Doch Experten erwarten, dass es bald einen Wendepunkt beim Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgasemissionen geben könnte.

„Der Höhepunkt bei den weltweiten Emissionen könnte erreicht sein“, heißt es im neuen Klimaschutz-Index (KSI) der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch und dem NewClimate Institute, der an diesem Montag veröffentlicht wird.

Viele Staaten stünden am Scheideweg – auch in Europa: Die EU könne mit einem grün ausgerichteten Wiederaufbau nach der Coronakrise, einem ehrgeizigeren neuen Klimaziel für 2030 und einer guten Umsetzung und Weiterentwicklung ihres Green Deal zum Zugpferd beim Klimaschutz werden, sagt Germanwatch-Experte Jan Burck. „Sie kann aber auch schwer ins Straucheln geraten, wenn sie Greenwashing statt Green Recovery betreibt.“

Ende der Woche wollen sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf ein schärferes Klimaziel einigen. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die klimaschädlichen Emissionen bis Ende 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent statt um 40 Prozent zu senken, das EU-Parlament hatte sich für 60 Prozent ausgesprochen. Bis Mitte des Jahrhunderts will die EU als erster Kontinent der Welt klimaneutral wirtschaften.

Der KSI umfasst 57 Nationen mit dem größten Ausstoß von Treibhausgasen plus die EU. Diese Länder sind für 90 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Der Index wird seit 2005 einmal jährlich erstellt und berücksichtigt in diesem Jahr überwiegend die Daten von 2018.

Zentrales Ergebnis: Die CO2-Emissionen stiegen insgesamt nur noch leicht an, in mehr als der Hälfte der Staaten sanken sie. In zwei Drittel der Länder werden mittlerweile mehr als zehn Prozent der insgesamt benötigten Energie aus erneuerbaren Energien gewonnen, Tendenz steigend.

Grafik

Klimaschutz ist nicht nur Industriestaaten vorbehalten

Die ersten drei Plätze des Rankings bleiben wie bereits in den Vorjahren unbesetzt, weil sich kein Land auf Kurs mit dem Pariser Klimaabkommen befindet. Auf dem vierten Platz und damit Spitzenreiter im Index ist das vierte Jahr in Folge Schweden. Es folgen auf den Plätzen fünf bis zehn Großbritannien, Dänemark, Marokko, Norwegen, Chile und Indien.

Für Niklas Höhne vom NewClimate Institute zeigen die Platzierungen von Marokko, Chile und Indien in den Top Ten, dass Klimaschutz nicht nur Industriestaaten vorbehalten ist. Gründe für das gute Abschneiden seien vergleichsweise ehrgeizige Klimaschutzziele kombiniert mit einem ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien bei einem insgesamt niedrigen Emissionsniveau.

Der Index betrachtet vier Bereiche, die unterschiedlich stark in die Gesamtbewertung einfließen: Die Menge der Treibhausgasemissionen macht 40 Prozent der Wertung aus, erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Klimapolitik schlagen mit jeweils 20 Prozent zu Buche.

Deutschland hat sich etwas verbessert und landet auf Rang 19 (Vorjahr 23). Kritisch gesehen werden der schleppende Ausbau der erneuerbaren Energien, der Verkehrssektor sowie ein noch immer hoher Energieverbrauch und hohe Emissionen pro Einwohner.

USA in der Klimapolitik „desaströs“

Die EU insgesamt konnte sich in der Gesamtwertung um sechs Plätze auf Rang 16 verbessern, allerdings fast ausschließlich dank einer stark besser bewerteten Klimapolitik. „In der Platzierung stecken also ein paar Vorschuss-Lorbeeren“, so Germanwatch-Experte Burck. 

Das frühere EU-Mitgliedsland Großbritannien hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, seine klimaschädlichen Emissionen bis 2030 um mindestens 68 Prozent senken zu wollen.

China ist der größte Emittent klimaschädlicher Emissionen und steht auf Platz 33 (Vorjahr 30). Als „desaströs“ bezeichnen Germanwatch und NewClimate Institute das Abschneiden der USA: Zum zweiten Mal in Folge liegen sie hinter Saudi-Arabien am Ranking-Ende.

Die Pläne des designierten neuen Präsidenten Joe Biden eröffneten große Chancen, dass sich diese Bewertung deutlich verbessern könnte – allerdings nur, wenn die Ankündigungen aus dem Wahlkampf tatsächlich umgesetzt werden. Angesichts der noch unklaren Mehrheitsverhältnisse im Senat gilt es jedoch als unsicher, wie viel davon realisiert wird.

Das Pariser Klimaabkommen hatten 194 Staaten und die EU unterzeichnet. Es sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zu vorindustrieller Zeit auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu bremsen. Um die Ziele zu erreichen, sind die Länder dazu verpflichtet, sich alle fünf Jahre neue Klimaziele zu setzen. Das steht bis Ende des Jahres erstmals an. Bislang haben aber nur wenig mehr als 20 Staaten neue Pläne vorgelegt.

Mehr: „Gift für die Wirtschaft“ – Union warnt vor zu hohen EU-Klimazielen

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2 Kommentare zu "Klimawandel: Der Höhepunkt bei den weltweiten Emissionen könnte bald erreicht sein"

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  • Neueste Forschungsergebnisse für Neutrino Technologie machen Mut - es gibt neue Wege für Emissionsfreie Energienutzung.Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Produktionsstätten, Vermarktung und Wartung der Geräte werden viele neue Arbeitsplätze schaffen.

  • Also aus meiner Sicht ist das alles sehr fragwürdig.
    Da steht ausgerechnet Indien auf Platz 10...und noch vor wenigen Tagen waren im Zusammenhang mit der Corona-Berichterstattung katastrophale Bilder aus Indien zu sehen...wo man vor lauter Luftverschmutzung kaum die Hand vor Augen, geschweige denn irgendein Wahrzeichen in der Ferne erkennen kann. Oder zählt da z.B. Rauch vom großflächigen Abbrennen einfach nicht mit?
    Großbritannien liegt auf Platz 5, Deutschland auf Platz 19. Ein ehemaliges und inzwischen weitgehend deindustrialisiertes Industrieland vergleicht man also mit einem "echten" Industrieland. Ich bin überzeugt davon, Deutschland könnte auf einen Schlag einen Satz um 10 Plätze nach oben machen. Schalten wir die Produktionsanlagen einfach auf das Niveau von Großbritannien ab und führen gleichzeitig (wie dort) neue Atomkraftwerke ein...und schwupps, geht es im Ranking deutlich nach oben. Wir verbrauchen viel weniger Energie und das wenige produzieren wir dann auch noch "sauber". Und egänzend züchten wir statt Schweine und Rinder dann noch hauptsächlich Schafe auf den grünen Auen. Aber wollen wir sein wie Großbritannien?
    Sorry, aber so einfach ist es nicht wie hier dargestellt...

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