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Klimawandel Merkel beim UN-Klimagipfel: „Haben Weckruf der Jugend gehört“

Die Bundeskanzlerin fordert die Industriestaaten auf, den Klimawandel ernst zu nehmen. US-Präsident Trump hörte sich überraschend ihre Rede an.
Update: 23.09.2019 - 20:32 Uhr 4 Kommentare
Die Erderwärmung sei eine „globale Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden kann“. Quelle: dpa
Angela Merkel

Die Erderwärmung sei eine „globale Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden kann“.

(Foto: dpa)

New York Kanzlerin Angela Merkel hat die Industrienationen mit großer Dringlichkeit aufgefordert, gegen die globale Herausforderung der Erderwärmung aktiv zu werden. „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört“, sagte Merkel am Montag bei der Eröffnung des UN-Klimagipfels in New York.

Merkel gehörte bei dem Gipfel zu den ersten Rednern. „Die Industriestaaten sind die Verursacher dieser Erderwärmung“, sagte sie. Die Entwicklungsländer seien dagegen die Hauptleidtragenden. „Deshalb haben wir als Vertreter der Industrieländer die Pflicht, Innovation, Technologie und Geld einzusetzen, um die Wege zu ebnen, um die Erderwärmung zu stoppen.“

Deutschland stehe vor einem tiefgreifenden Wandel, bei dem man durch Anreize die Menschen mitnehmen müsse, sagte die Kanzlerin. „Es gibt diejenigen, die aktiv sind und demonstrieren und uns Druck machen. Aber es gibt auch die Zweifler.“ Aufgabe jeder Regierung sei es, „alle Menschen mitzunehmen“. Dieser Aufgabe stelle sich Deutschland. „Wir werden unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft und zu einem nachhaltigen Leben weltweit leisten“, versprach Merkel.

Zuvor hatte die Klima-Aktivistin Greta Thunberg die Staats- und Regierungschefs der Welt emotional zu mehr Engagement beim Klimaschutz aufgefordert. „Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten?“, sagte Thunberg bei dem Gipfel mit Tränen in den Augen.

Spöttisch kommentierte US-Präsident Donald Trump den Auftritt Thunbergs. Auf Twitter schrieb er nur: „Sie scheint ein sehr glückliches junges Mädchen zu sein, das sich auf eine strahlende und wundervolle Zukunft freut.“

Merkel hatte Thunberg bereits vor den Eröffnungsreden des Klimagipfels getroffen. In einem von Regierungssprecher Steffen Seibert getwitterten Foto ist zu sehen, wie Merkel in einem Sessel neben der schwedischen Jugendlichen sitzt und mit ihr spricht. Merkel und Thunberg schauen sich dabei an.

Überraschend nahm auch US-Präsident Donald Trump an dem Gipfel teil. Er kam aber zu spät und verpasste Thunbergs Rede. Und er blieb auch nur wenige Minuten, weil er zu einer Parallelveranstaltung zu religiöser Freiheit musste, zu der er selbst eingeladen hatte.

Trump gilt als mächtigster Bremser beim Kampf gegen den Klimawandel. Nach seinem Amtsantritt hatte er den Ausstieg aus dem zentralen Pariser UN-Klimaabkommen verkündet - und das als Staatschef des Landes mit dem zweithöchsten Ausstoß von klimaschädlichen Gasen.

Thunberg warf den Politikern vor, sie seien immer noch nicht reif genug zu sagen, wie ernst die Lage sei. „Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie bislang - und mit ein paar technischen Lösungsansätzen?“, fragte sie. „Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum.“

Thunberg ist die Initiatorin der Jugendbewegung „Fridays for Future“, die vergangene Woche weltweit Millionen Menschen zu einem Klima-Streik auf die Straße gebracht hat. Zusammen mit 15 weiteren Kindern und Jugendlichen aus zwölf Ländern reichte sie am Montag eine Beschwerde beim Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen ein. Darin werfen sie den UN-Mitgliedsstaaten vor, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen und damit gegen die vor 30 Jahre verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention zu verstoßen.

70 Länder erklärten sich beim Gipfel zu neuen, konkreten Anstrengungen gegen die Erderwärmung bereit. 66 von 193 Mitgliedern der Vereinten Nationen verpflichteten sich, bis 2050 klimaneutral zu werden, also unter dem Strich keine Treibhausgase mehr zu produzieren. Auch Deutschland zählt zu diesen Ländern. 102 Städte, zehn Regionen und 93 Konzerne schlossen sich diesem Ziel an.

Weiteres starkes Signal: Russland trat am Montag per Regierungsverfügung dem Klimaschutzabkommen von Paris offiziell bei. Unklar blieb aber, wie die Regierung den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 reduzieren will. Die Rohstoffgroßmacht, die vor allem von ihren Gas- und Ölressourcen lebt, gehört zu Ländern mit dem höchsten Ausstoß von Kohlendioxid.

Merkels Rede im Video:

Mehr: US-Präsident Trump boykottiert Klimagipfel – und lädt zu einer Parallelveranstaltung

  • dpa
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4 Kommentare zu "Klimawandel: Merkel beim UN-Klimagipfel: „Haben Weckruf der Jugend gehört“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Weckruf - wer sind die Populisten?
    Ich denke doch eher diejenigen, die ständig diese Hysterie verbreiten und den Weltuntergang schon seit Jahrzehnten prophezeien. Und das mit sog. Klimamodellen, deren Bedingungen nicht veröffentlicht werden.

    Der Klimawandel wird von niemandem geleugnet, aber den gibt es seit Jahr Millionen. Unser Ziel muss es sein, uns auf die Bedingungen einzustellen hysterisch CO2 zum Teufelszeug zu erklären.
    Die Sonne gehört zusätzlich gedimmt.

    Die sog. Wutrede von Greta ist so absurd, anmaßend und unverschämt, wie es ein 16-jähriges Mädchen ohne jede Verantwortung nur ausbringen kann.
    Das Anbiedern von unserer Kanzlerin ist schon sehr erstaunlich und nicht nachvollziehbar.

    Vielleicht sollte sie auch noch eine Rede für den Weltfrieden halten, aber vor allem für den Plastikmüll in den Meeren und Flüssen.
    Vorschläge von ihr und ihren Einflüsterern - Fehlanzeige.
    Forderungen kann jeder aufstellen, dass sie aber von den Medien als Ikone gehypt wird - ein Armutszeugnis aber Fakt.
    So nimmt man die Bevölkerung nicht mit.

    Allen einen schönen Tag und viel Zukunft wünscht Peter Michael




  • Es ist unglaublich wie borniert die beiden Herren argumentieren, die hier einen Kommentar abgegeben haben. Unverständlich, dass sich Leser des Handelsblatt scheinbar die Argumentationslinie der Populisten zu eigen machen und das Problem herunterspielen.
    Wie viele renomierte Wissenschaftler müssen noch sagen, dass die Zeit drängt.
    Ein Kopfschütteln bleibt zurück und Hoffnung schwindet - ich hoffe es gibt andere Leser, die mehr Vernunft zeigen.

  • Die Propaganda erinnert mich stark an den untergegangenen Sozialismus und Nazismus. Kaum auszuhalten mit welcher Stringenz Presse, Funk und Fernsehen das hochjubelt. Hier wird Hass und Gewalt geschürt. Verstöße der "Aktivisten" werden nicht geahndet, da sie im Dienst der " guten Sache" stehen. Es ist zum Fürchten wie erwachsene Menschen sich instrumentalisieren lassen.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Diskutieren erwünscht – aber richtig“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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