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Kommentar Dank Putin hält der Westen wieder zusammen

Die Reaktion des Westens auf den Giftgasanschlag in London zeigt: Putins machtpolitisches Kalkül, spalte und herrsche, geht nicht auf.
24 Kommentare
Russland: Dank Wladimir Putin hält der Westen wieder zusammen Quelle: AFP
Russlands Präsident Putin

Putin hat seine Karten eindeutig überreizt. Zu lang ist die Liste seiner offenen und verdeckten Versuche, den Westen zu spalten.

(Foto: AFP)

Berlin Wann gab es das zuletzt? Briten, Amerikaner und Kontinentaleuropäer ziehen an einem Strang. Wladimir Putin hat geschafft, was der über Brexit, Handelskriege und Europa zerstrittene Westen seit Jahren nicht mehr hinbekommen hat: Geschlossenheit in einer zentralen außenpolitischen Frage zu zeigen. Das machtpolitische Kalkül Putins, spalte und herrsche, geht nicht auf.

Es wäre verfrüht, die gemeinsame Reaktion Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs und der USA gegen Moskau bereits als eine Wiederauferstehung des Westens zu feiern. Dazu bedarf es mehr als nur Erklärungen.

Aber die Tatsache, dass sich die vier wichtigsten transatlantischen Mächte so schnell und entschlossen dem aggressiven Treiben Putins entgegenstellen, zeigt, dass der Westen eben doch noch nicht den Glauben an seine eigenen Werte verloren hat.

Putin hat seine Karten eindeutig überreizt. Zu lang ist die Liste seiner offenen und verdeckten Versuche, den Westen zu spalten. Seine Fingerabdrücke sind überall zu finden: Von der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim über die Einmischung in den US-Wahlkampf, die Finanzierung rechtsradikaler Parteien wie dem französischen Front National und die Cyberattacken auf Bundestag und Bundesregierung bis hin zu den jüngsten Giftgasanschlägen in Großbritannien.

Selbst der erklärte Putin-Freund Donald Trump muss nachgeben oder lässt sich vom US-Kongress mitziehen und verhängt neue Sanktionen gegen Moskau.

Putin lässt sich nach fast 19 Jahren an der Macht am Sonntag erneut zum russischen Präsidenten wählen. Innenpolitische Gegner wie Alexej Nawalny wurden entweder kaltgestellt oder, wie Boris Nemtsov, unter rätselhaften Umständen ermordet.

Dass die sichere Wiederwahl Putins dennoch im Westen weithin mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen wurde, ist ein Zeichen von politischer Gleichgültigkeit, die sich – siehe den Anschlag in Großbritannien – bitter rächen kann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit ihrer Beistandserklärung für die Briten das richtige Signal nach Moskau gesandt. Es ist nun die Aufgabe des neuen Außenministers Heiko Maas, eine neue Balance zwischen der Eindämmung von Putins Machtproben und der weiterhin notwendigen Gesprächsbereitschaft Berlins gegenüber Moskau zu finden.

Den Vertrauensvorschuss, den Maas’ Vorgänger Sigmar Gabriel dem Kreml-Chef in der Ukraine einräumen wollte, hat der russische Präsident jedenfalls verspielt.

Die Aufgabe, das Verhältnis mit Russland neu auszutarieren, ist für den gesamten Westen zugleich eine Chance, wieder zueinander zu finden.

Die Briten spüren, wie sehr sie die Solidarität der Kontinentaleuropäer brauchen, wollen sie Putin nicht allein die Stirn bieten. Deutsche und Franzosen wissen, dass es ohne Großbritannien und die USA keine Sicherheit in Europa geben kann. Und vielleicht dämmert es langsam auch US-Präsident Trump, dass Europa trotz aller Streitereien Amerika näher steht als der Männerfreund im Kreml.

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24 Kommentare zu "Kommentar: Dank Putin hält der Westen wieder zusammen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Und da wagt es doch einer in England wider den Stachel zu löcken:

    "Politiker sollten nicht versuchen, schneller zu sein, als die Polizei Beweise sammeln könne, so der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn."

    Na sowas aber auch.

  • Der Unterschied ist, dass die "handfesten" Beweise, genauso vage sind wie die, die der Grund waren in den Irak einzumarschieren wegen angeblichen Chemiewaffen, die man nie gefunden hat.
    Es gibt genügend Beispiele vor der eigenen Haustüre zu kehren, aber anscheinend wollen selbst die Journalisten diese "Lapalien" gerne mal übersehen die nach wie vor der Grund dafür sind warum es in Syrien Krieg gibt.
    Gerne auch das "nach mir die Sinnflut-" Spiel mit Ghaddafi und einem Lybien, was man völlig seinem Chaos überlassen hat - ebenso im heute demokratischen und sicheren Afghanistan...erinnern wir uns gerne auch an das Bombardement von Belgrad zurück - natürlich ohne UN-Resolution, warum auch? Wir sind ja die Nato, wir brauchen sowas nicht, das ist nur für die Russen gedacht ...

    ...wenn diese dumme Doppelmoral des Westens nur nicht so traurig wäre und zig tausend von Menschenleben zum Opfer hätte...

  • Zum Untertitel dieses Nachweises journalistischer Unfähigkeit: Wo ist der Beleg für Putins angebliches machtpolitisches Kalkül, wie sieht es aus, woran macht es die Journalie fest? Und welche gemeinsamen Interessen hat DER WESTEN, was immer das ist. Welche gemeinsamen Interessen haben die Deutschen und die US-Amerikaner gegenüber Russland? Klar ist, die Amerikaner verfolgen ihre Interessen-was machen die Deutschen?

  • Eigentlich lohnt es sich nicht, dieses Thema zu kommentieren, da politische (und natürlich mediale) Scharfmacher nun am Ruder sind und wir direkt auf WW3 zusteuern.
    Die Scharfmacher, darunter die "Herrschaften" (wie es der Peter Spiegel neulich trefflich formuliert hat) und insbesondere auch die Schreibtischtäter der Propaganda-Journaille wollen sich aber natürlich nicht selber mit abschlachten lassen. Sie als "Elite" möchten natürlich am liebsten aus atomwaffensicheren ""First-Class-Doomsday-Bunkern" bei Champagner dem makabren Treiben zusehen - während das aufgehetzte "gemeine Volk" dagegen ruhig draufgehen kann.
    Mit oder ohne Krieg führt der eingeschlagene Weg des "Westens" jedoch direkt in den Abgrund. Das sagt übrigens kein Russen-Propagandist, sondern ein US-amerikanischer Geostratege:
    "Die Zukunft – für die Länder der Europäischen Union als auch für einen Großteil der Welt – liegt in der Zukunft der Völker oder Länder Eurasiens. Im Moment sind die europäischen Eliten klinisch schizophren: die eine Hälfte ihrer Anhänglichkeit klammert sich immer noch verzweifelt an das Atlantik-Bündnis mit den Vereinigten Staaten, die andere Hälfte ihrer Vernunft erkennt rational an, dass die Zukunft im Osten liegt – ob es Russland ist, ob es China ist, ob es die zahlreichen Ländern dazwischen in Zentralasien, im ahen Osten sowie Teile von Afrika sind.
    Europa hat jedes Potenzial, jede Möglichkeit und jede Ressource, um eine wirtschaftliche Renaissance zu schaffen, wie die Welt sie noch nie gesehen hat. Wenn die Europäer ihren Wagen weiter an den NATO-amerikanischen Stern orientieren, dann sind die Aussichten für Europa in der Tat düster."
    http://www.larsschall.com/2011/03/30/wir-sind-inmitten-einer-epochalen-tektonischen-verschiebung-%E2%80%93-teil-2/
    Wer Gustave Le Bons "Psychologie der Massen" gelesen hat, der weiß, dass er als Individuum gegen aufgehetzte und indoktrinierte Massen nichts ausrichten kann. Er braucht aber dennoch nicht mit der Masse mit unterzugehen...

  • @Herr Old Harold: Qui bono-sehr gute Frage. Allerdings ist Ihre Antwort für mein Gefühl ziemlich unbefriedigend. Jemand umbringen und gleich das Visitenkärtchen dazulegen ist eigentlich nicht die Art von Geheimdiensten. So es denn ein Visitenkärtchen gibt-bisher weiß nur die britische Regierung, was das für ein Gift war und May war scheinbar dabei als es verabreicht wurde. Sie weiß auch wo es herkommt-und lässt keinen ran, das zu überprüfen. Und alle sind ihrer Meinung-es waren die Russen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Früher hat uns Schröder vor solchem Unsinn bewahrt-seit Merkel kommt die deutsche Meinung direkt aus dem A... des amerikanischen Präsidenten.

  • Es gibt eben gewählt Präsidenten, die für ihr Land stehen und es gibt Volksverräter, daß sich niemand für Verräter einsetzt ist eigentlich klar. außer Ihnen Herr Maidan. Warum man nicht für die EU ist auch klar, ich bin nicht für Diebe und undemokratische Vereinigungen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Herr F. Gessw. 16.03.2018, 15:39 Uhr

    Sie schreiben nicht nur beträchtlich weniger, sondern lesen auch anscheinend relativ wenig Kommentare. Nur das erklärt die Zeitverschwendung, die Sie gerade mit Ihren letzten beiden Kommentaren betrieben haben.

  • Herr Maidan, sind Sie ein Bot? Können oder wollen Sie nicht auf Fragen / Argumente etc. eingehen?

    Ein weiterer Denkanstoß und dann bin ich auch weg in's Wochenende: Ja, es ist völlig denkbar, dass Russland sich isoliert. Und China ja irgendwie auch. Auch Nordkorea. Und Indien nicht vergessen. Außerdem Afrika komplett. Die stehen alle KOMPLETT ISOLIERT da von... hmm, den USA und der EU, die zusammen knapp 10% der Weltbevölkerung stellen.

    Mal was aus der Bibel (und ich bin Atheist): Sie zeigen auf den Splitter im Auge des anderen und sehen den Balken im eigenen Auge nicht.

    Ich habe noch niemals Donald Trump oder die AfD bejubelt oder gesagt (oder auch nur angedeutet, das wäre ja unfassbar naiv und blöd), dass Putin ein Unschuldsengel wäre.

    Sie schmeißen verbal mit Dreck um sich, weichen aber jeder Diskussion aus... Also wer ist hier der Troll?

  • Der russische Geheimdienst ist neben dem Mossad einer der besten, effektivsten Behörden. So dilettantisch wäre Russland nicht vorgegangen. Vornehmlich löst das Land solche Angelegenheiten im eigenen Land persönlich. Diesen Mann und seine Tochter hätte man erst gar nicht ausreisen und unter die Herrschaft einer fremden Regierung stellen lassen.
    Die abstrusen Behauptungen der britischen Regierung und der westlichen Länder, die den Unsinn nachquatschen tragen die Handschrift westlicher Gedankenstrukturen und sind allein dadurch schon ad absurdum geführt. Nichtsdestotrotz bieten sie einen weiteren Anlaß, Russland weiter zu provozieren und Kriegstendenzen zu schüren. Begründet könnten diese Angriffe in der westlichen Gier nach den erheblichen russischen Bodenschätzen, den Schwarzerdeböden (Kornkammern) des Landes sein. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Und natürlich ist auch die USA wieder aktiv dabei, die sowieso seit Jahrhunderten die ganze Welt in Schutt und Asche legen, wenn sie Profit wittern.

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