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Kommentar Die EZB ist zu bewundern

Der Präsident des Asset Managements der Investmentbank Goldman Sachs, Jim O'Neill, fordert im Gastkommentar einen engeren Zusammenhalt der Länder in der Euro-Zone.
  • Jim O' Neill
10.08.2011 - 22:54 Uhr 7 Kommentare
Jim O'Neill, Präsident von Goldman Sachs Asset Management. Quelle: Goldman Sachs

Jim O'Neill, Präsident von Goldman Sachs Asset Management.

(Foto: Goldman Sachs)

Nun hat die Europäische Zentralbank (EZB) erneut eine Entscheidung wider Willen getroffen, als Folge der starken Verwerfungen in der Euro-Zone: Sie kauft Anleihen von Italien und Spanien auf, um die Finanzierung dieser Länder sicherzustellen. Ich bewundere die Flexibilität der Europäischen Notenbank. Und ich glaube, sie muss noch eine Weile einspringen, bis der erneuerte Rettungsschirm (EFSF) im September einsatzbereit ist und diese Stützungskäufe übernehmen kann.

Die EZB ist sich offenbar im Klaren darüber, dass die Krise mit dem Übergreifen auf Italien und Spanien eine ganz neue Dimension erreicht hat. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Spaniens ist doppelt so groß wie das von Griechenland, Portugal und Irland zusammen - das Italiens sogar rund viermal so groß. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft Euro-Lands, und der Schuldenberg ist einer der höchsten weltweit. Die europäischen Banken könnten schwere Probleme mit den Schulden Italiens nicht verdauen, und damit sind indirekt auch Banken außerhalb der Euro-Zone betroffen. Schlimmer noch: Das Problem weitet sich aus, wie man an den Kursen der französischen Anleihen ablesen kann. Frankreich ist stärker als Deutschland finanziell in Italien engagiert.

Die Kernfrage lautet nun: Überlebt die Währungsunion? Entscheidend ist, dass die Länder den EFSF tatsächlich beschließen, mit dem die Europäische Union die Euro-Zone stärken will. Vor allem die deutsche Regierung unter Angela Merkel steht unter enormem Druck, diese Pläne durchzuziehen.

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    Die EZB muss von ihrem Handeln überzeugt sein
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    7 Kommentare zu "Kommentar: Die EZB ist zu bewundern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Jim O' Neill: ein "Lügner vom Dienst" der Bankenlobby.

    • Dieser Beitrag hat etwas.

      "Ich bewundere die Flexibilität der Europäischen Notenbank"
      Die wird noch viel flexibler werden, wenn erst ein Italiener das sagen dort hat, denn anders als in Deutschland habe ich das Gefühl, dass in anderen europäischen Ländern die Politiker dem jeweils eigenen Land nicht unbedingt schaden wollen. Ich beneide die anderen Europäer schon fast.

      "die deutsche Regierung unter Angela Merkel steht unter enormem Druck, diese Pläne durchzuziehen."
      Klar, denn sie zieht die Pläne gegen die wenigen, in Deutschland noch vorhandenen Deutschen durch aber das schafft sie schon.

      "In Deutschland ist diese Option unbeliebt, aber ich verstehe nicht, warum"
      Die Option heißt, Deutschland verschuldet sich bis zur Selbstaufgabe und verschenkt das geliehene Geld in andere Länder. Ich glaube ihm nicht, dass er das nicht versteht, warum die Deutschen diese Aussicht nicht lieben.

      "Die EZB sollte lieber beim kleinsten Anzeichen, dass italienische oder spanische Papiere schwach werden, aktiv eingreifen."

      Oh weh, der Mann hat zweifellos ein Ziel und das hat er erreicht, wenn die EZB alles aufkauft und sichert, wenigstens solange noch, bis er seine Gelder in einen sichereren Hafen bringen konnte.
      Wunderbar, dieser Beitrag, ich nehme an, der Herr Jim O'Neill hat sich beim Verfassen desselben genauso amüsiert, wie ich mich beim Lesen.

    • Jim hörte sich aber bei CNBC heute noch ganz anders an. Der Mann versteht die Märkte doch schon seit langem nicht mehr oder er ist ein verdammt schlauer Hund der den Dummen spielt. Die "Märkte" spielen im Augenblick gegen Staaten und mit jedem neuen Rettungspaket wird mehr Geld vespielt.

      Banker wie Jim O'Neill werden erst dann aufhören wenn Deutschland in der Schicksalsgemeinschaft Euro für alle Exzesse der PFIIGS der letzten Jahre aufkommen muss. Nennen Sie es Versailles II oder Mashallplan letzendlich bedeutet es das Deutschland Bankrott geht. Und das obwohl sich über Jahre Kommentatoren wie Axel Weber und Hans-Werner Sinn den Mund fusselig geredet haben über Schuldensünder.

      Nun müssen Sie als Leser und Steuerzahler wie es Seehofer sagt die Schulden in Europa sozialisieren und auch tragen.

      https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123

    • Es scheint sich zwar immer mehr die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Währungsunion gescheitert ist, ja scheitern musste, gleichwohl nimmt der Irrealismus, die WU retten zu können und zu müssen nicht wirklich ab.
      Man sollte endlich der - wenn auch schmerzhaften - Vernunft den Vorrang lassen, und sich mit der Zeit nach der WU befassen.
      Alles andere ist lediglich eine Insolvenzverschleppung, wenn auch auf hohem Niveau.

    • Die EZB ist die Mafia!

    • Die Eurozone besteht zur Mehrheit aus Ländern die früher eine Schwachwährung hatten. Daher ist der Euro zum gleichen Schicksal verbannt.

      Die EZB tut das was viele Politiker schon ewig fordern, aber stets am Widerstand der Deutschen scheiterte, die Monetisierung der Staatsschulden. Der zukünftige Weg richtung Inflation ist damit doch eindeutig eingeschlagen.

      Für die Bürger heisst es jetzt entweder das ganze Vermögen zu verprassen so lange es noch Wert hat, oder in Sachwerte investieren.

      Und bei Qualitätsaktien läuft grad Sommerschlussverkauf! Also zugreifen! Sanofi-Aventis, Bayer oder warum auch nicht RWE Vorzugsaktien? Versorger werden doch letztlich jede Krise überleben.

    • Und auf welcher Verfassung beruht diese Währungsunion?

      Eine Währung für alle, aber 20 Parlamente, mit 20 verschiedenen Budgets, mit 20 verschiedenen Verfassungen. Welche gilt denn im Zweifelsfall?

      Ich habe nichts dagegen mit 50 in Rente zu gehen und 5% reale Einkommensteuer zu zahlen, wie in Griechenland. Wir können gerne die grieschische Verfassung übernehmen.

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