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Kommentar Mit Gary Cohn verliert die Trump-Regierung die wirtschaftliche Vernunft

Für den wirtschaftspolitischen Kurs der USA verheißt der Abgang von Gary Cohn nichts Gutes. Denn er birgt eine große Gefahr.
18 Kommentare
Gary Cohn: Wirtschaftliche Vernunft der US-Regierung tritt ab Quelle: AFP
Gary Cohn

Der Direktor des National Economic Council verlässt die US-Regierung, weil er die angedrohten Strafzölle für Stahl- und Aluminiumimporte nicht mittragen wollte.

(Foto: AFP)

Berlin

Gary Cohn ist sicherlich kein „push-over“. So bezeichnet man in Amerika Menschen, die sich leicht beiseiteschieben lassen.

Der 57-jährige Investmentbanker gilt seit seiner Zeit bei Goldman Sachs als durchsetzungsstark. Seine formidable Größe und sein eher bulliges Aussehen unterstreichen das überaus gesunde Selbstbewusstsein des in Ohio geborenen Amerikaners.

Dass ausgerechnet Cohn jetzt von US-Präsident Donald Trump zum Rücktritt gezwungen wird – man könnte auch sagen, er wird beiseitegeschoben – sagt viel aus über den Zustand im Weißen Tollhaus in Washington.


Mit Cohn verliert Trump nicht nur seinen wichtigsten Wirtschaftsberater, sondern auch einen der wenigen, die in seiner Regierung über ökonomischen Sachverstand verfügten. Vergessen sollte man allerdings nicht, dass Cohn es war, der zusammen mit Trumps Nationalem Sicherheitsberater H.R. McMaster jenen berüchtigten Artikel verfasste, in dem die Welt als eine „Arena“ miteinander ringender Nationen beschrieben wurde.

Es ist bezeichnend für die Verzweiflung der amerikanischen Handelspartner, dass ihre Hoffnungen zuletzt auf einem Mann ruhten, der nicht gerade ein Freund internationaler Kooperation ist.

Auch wenn Cohn und Trump das jetzt nicht offen sagen: Der Direktor des National Economic Council verlässt die US-Regierung, weil er die vom Präsidenten angedrohten Strafzölle für Stahl- und Aluminiumimporte nicht mittragen wollte.

Nicht nur das: Cohn wurde vom Vorpreschen Trumps völlig überrascht und sah wohl keine Chance mehr, den protektionistischen Kurs des Präsidenten noch korrigieren zu können.

Trump hört jetzt auf die Sirenengesänge des Antifreihändlers Peter Navarro und auf Wirtschaftsminister Wilbur Ross. Navarro, der mit seinem Buch „Death by China“ seinen Standpunkt in Handelsfragen klar markiert hat, macht sich zudem Hoffnungen, Cohn als obersten Wirtschaftsberater zu beerben.

Für den wirtschaftspolitischen Kurs der USA verheißt das nichts Gutes. Die Reaktionen an den Finanzmärkten zeigen das – der Dollar und der Dow bekamen nach dem Rücktritt Cohns weiche Knie.

„You're fired!“ – Die Galerie der geschassten Trump-Mitarbeiter
Tom Bossert, Homeland-Security-Berater
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Nach dem Amtsantritt des nationalen Sicherheitsberaters John Bolton muss Tom Bossert seinen Posten räumen.

(Foto: AFP)
David Shulkin, Veteranenminister
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Und der nächste Bitte: Ähnlich wie schon Tom Price, dem ehemaligen Gesundheitsminister, war auch Shulkin in die Kritik geraten, opulente „Geschäftsreisen“ mit seiner Frau auf Kosten der Steuerzahler abzurechnen. Ende März wurde er vom Präsidenten persönlich rausgeworfen. Das Veteranenministerium ist die zweigrößte Bundesbehörde der USA. Zukünftig soll es von Trumps Leibarzt Ronny Jackson geführt werden.

(Foto: AFP)
H.R. McMaster, Sicherheitsberater
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Donald Trump trennt sich von seinem nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster. Dieser teilte mit, er wolle in den Ruhestand gehen. Die Nachfolge tritt der frühere US-Botschafter bei der UN, John Bolton, an - ein Hardliner in vielen außenpolitischen Fragen.

(Foto: AFP)
Rex Tillerson, Außenminister
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Zwischen Trump und seinem Außenminister hatte es schon seit Monaten Ärger gegeben: Tillerson vertrat in außenpolitischen Fragen oft eine gemäßigtere Position als der US-Präsident. Trump soll ihn intern sogar einen „Schwachkopf“ genannt haben. Für Tillerson war der Job als Außenminister das erste Amt in der Politik. Zuvor hatte der 65-Jährige bei ExxonMobil Karriere gemacht und war 2004 zum Chef des Ölkonzern aufgestiegen.

(Foto: Reuters)
Gary Cohn, Chefökonom
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Der wichtigste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten setzte sich bis zum Ende seiner Amtszeit gegen harte Strafzölle ein. Der Demokrat gilt als Freihandelsbefürworter und stand laut Medienberichten bereits nach den Neonazi-Angriffen in Charlottesville vor seinem Rücktritt. In der Finanzbranche wird spekuliert, dass der ehemalige Goldman-Sachs-Investmentbanker bei einem Hedgefonds oder einer Private-Equity-Firma anheuern könnte.

(Foto: AFP)
Hope Hicks, Kommunikationschefin
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ecDie Beraterin von Donald Trump gab am 28.02.2018 ihren Rücktritt vom Posten der Kommunikationschefin bekannt. Hicks galt als enge Vertraute und „Ziehtochter“ der Trumps. Einige Tage vor ihrem Rücktritt war Hicks neun Stunden lang von einem Kongressgremium zur Russland-Affäre befragt worden, das habe aber nichts mit ihrem Rücktritt zu tun.

Hicks reiht sich damit in die lange Reihe der Amtsinhaber ein, die nicht lange auf ihrem Posten blieben – für sie waren es nur sechs Monate. Ihr Vorgänger Anthony Scaramucci hatte nach nur elf Tagen seinen Hut genommen.

(Foto: dpa)
Dina Powell
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Trumps Vize-Sicherheitsberaterin kündigte am 8. Dezember ihren Rückzug an. Die Ex-Investmentbankerin sagte damals, sie gehe im gegenseitigen Einvernehmen.

(Foto: Reuters)

Wenn es eine politische Konstante im Leben Donald Trumps gibt, dann ist es seine Abneigung gegen den Freihandel. Schon in den 1980er-Jahren wetterte er gegen angebliche unfaire Handelspraktiken Japans.

Dass der Politunternehmer dabei ständig Handelsdefizite mit „Verlusten“ von Unternehmen verwechselt, offenbart den ökonomischen Unsinn, der jetzt im Weißen Haus zur herrschenden Meinung zu werden droht.

Gefährlich ist das deshalb, weil auch Handelskriege oft aus Dummheit, Ignoranz und Übermut vom Zaun gebrochen werden. Ein Schlagabttausch nach dem biblischen Motto „Auge um Auge“ würde uns jedoch alle blind machen, warnt der Chef der Welthandelsorganisation Roberto Azevedo völlig zu Recht.

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18 Kommentare zu "Kommentar: Mit Gary Cohn verliert die Trump-Regierung die wirtschaftliche Vernunft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Keine andere Partei in Deutschland ist derart fremdbestimmt wie die AfD. Dass die Mitglieder gar nicht merken, dass sie unaufhörlich von einer wohlorchestrierten Propaganda aus Russland bestimmt sind, ist schon ulkig. Trump wurde massiv vom russischen Geheimdienst unterstützt, damit er die NATO schwächt, das westliche Wirtschaftssystem beschädigt, die Demokratie und die Medien schwächt und nicht zuletzt die EU beschädigt. Das sind Ziele Moskaus, die mit Geheimdienstmethoden verfolgt werden. Putzig, wie man sich als Deutscher für diese Agenda begeistern kann....

    Nun dreht Trump völlig durch, und beschädigt das westliche Wirtschaftssystem. Deutschland ist davon enorm betroffen! Und was machen die "Patrioten" von der deutschen AfD? Sie jubeln dummbrav für die Abrissbirne Trump - und merken gar nicht, dass sie Marionetten Russlands sind.

  • Die Fakten Herr Maidan sprechen für sich oder warum würden all die Moslems nach Europa geholt ? Daher gibt es auch die von Ihnen gehasste AfD. Ihre Sprüche helfen hier nicht weiter sondern die Rückführung der Okkupanten. Und wenn Frau Kanzler nicht in der Lage ist zu telefonieren und dabei von Ihrem Freund Obama abgehört wird, was soll man da wie Sie schreiben, Putin und Trump sind schuld ? Herr Maidan Sie leben in Ihrer Lebenslüge, ein Fake halt zum Selbstbetrug..

  • "Herr Tomas Maidan
    07.03.2018, 16:33 Uhr
    "Blockparteien", "Umvolkung"... Nun legen Sie mal ne andere Platte auf, Spiegel! Das sind doch die immer gleichen, abgenudelten Popaganda-Schablonen, ...."

    Leider, geehrter Herr Maidan, sind Sie auf den Spiegel-Klon herein gefallen.

    Schrecklich, was dieser Mensch immer für einen Unsinn über seinen Trump und Putin schreibt.....
    Obwohl ich ihn schon mehrmals bei HBO gemeldet habe, darf er weiter seinen Quatsch verbreiten.
    Soviel zur Qualität bei HBO.

  • "Blockparteien", "Umvolkung"... Nun legen Sie mal ne andere Platte auf, Spiegel! Das sind doch die immer gleichen, abgenudelten Popaganda-Schablonen, die die Menschen nachplappern sollen. Wir alle wissen, dass Russland massenweise Trolle ins Internet schickt, die den Leuten diese Wortschablonen vorkaut. Wie blöde muss man sein, dass nachzuplappern?

    Und am Ende Parteien zu wählen, die sich direkt gegen Deutschland wenden - wie Trump mit seinem Handelskrieg und Putin mit Hackerangriffen etc...!

  • Herr Maidan, die anti deutsche Partei bilden doch die Blockparteien mit ihren Wunsch zu Umvolkung und Islamisierung vollendet nach. In Demokratien wie den USA und Russland wäre das doch nicht möglich.

  • Die Welt der Fake-News, der vom Geheimdienst betriebenen Desinformation, die Schönheiten des Handelskrieges, die verbalen Drohungen mit heißen Kriegen, all diese Paradiese finden sie bei Putin und Trump natürlich wesentlich besser umgesetzt, als in dem von ihnen so verahassten Deutschland, Spiegel.

    Sie sollten eine Anti-Deutschland-Partei gründen. Ich bin sicher, sie bekommen mächtig Rückenwind aus Moskau für dieses schöne Projekt.

  • Dann gehen Sie doch nach drüben, wenns Ihnen hier nicht passt, Spiegel.

  • Herr Maidan, wir wählen hier niemanden aber Herr Trump und Herr Putin sind gewählt, das ist eben der kleine aber feine Unterschied in der Staatsform.
    Dass wir uns auch einen inkompetenten Stammtischbruder wie Trump zum Kanzler wählen sollten?

  • Was wollen uns diese deutschsprachigen Trump-Fans hier eigentlich sagen? Dass Trump ein Segen für Deutschland ist? Dass Deutschland es auch mit einer rechtspopulistischen und nationalistischen Wirtschaftspolitik versuchen sollte? Dass wir uns auch einen inkompetenten Stammtischbruder wie Trump zum Kanzler wählen sollten?

    Dass wir Deutsche uns freuen sollen, dass mit einem Zerfall des westlichen Wirtschaftssystems und möglicherweise der EU zwei Hauptziele Russlands zum Greifen nahe sind? Wenn diese AfD-Anhänger diese Entwicklung bejubeln, fragt man sich schon, ob es sich bei ihnen nicht um erklärte Feinde Deutschlands handelt.

    Als Deutscher kann man nur sagen: Trump go home, Putin nein danke.

  • Sehr geehrter Herr Riecke,

    was lese ich denn da? Gary Cohn, Direktor des National Econic Council, hat hingeschmissen. Da wird der amerikanische Präsident ganz sicher untröstlich sein. Nun steht er er ganz ohne wissenschaftliche Politikberatutung dar, ist nunmehr hilflos wie ein neugeborenes Kind. Hoffentlich gibt Trump sich nicht die Kugel.

    In Deutschland haben wir ja den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Dieses hochwichtige Gemium der Politikberatung verfaßt jedes Jahr ein fettleibiges Gutachten mit vielen Hundert Seiten. Aber das akademische Geschreibsel liest wirklich kein einziger Politiker. Wetten, dass Sie nicht einmal die Namen der ach so bedeutenden Ökonomen aufzählen können.

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