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Kommentar Modi muss diplomatisch auf Pakistans Gegenschläge reagieren

Auch im Wahlkampf sollte Indiens Premier Modi nicht mit Militäraktionen auf Stimmenfang gehen. Die Alternative wäre ein unkalkulierbares Risiko.
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Seit mehr als 70 Jahren ringen Indien und Pakistan um territoriale Ansprüche. Quelle: AFP
Kaschmir-Konflikt

Seit mehr als 70 Jahren ringen Indien und Pakistan um territoriale Ansprüche.

(Foto: AFP)

Während Donald Trump und Kim Jong Un in Hanoi über nukleare Abrüstung verhandeln, zeigen Indien und Pakistan, wie bedrohlich es ist, wenn zwei Atommächte aneinandergeraten. Pakistans Armee meldete am Mittwoch den Abschuss von zwei indischen Militärflugzeugen – einen Tag nachdem indische Kampfflugzeuge einen Angriff auf mutmaßliche Terroristenstellungen in Pakistan geflogen hatten.

Über die Details beider Vorfälle gibt es zum Teil sehr unterschiedliche Informationen, je nachdem, ob man die indische oder die pakistanische Seite fragt. Doch trotz der unklaren Informationslage ist eines sicher: Die Lage im Konflikt um die Kaschmir-Region ist so ernst wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Seit mehr als 70 Jahren ringen Indien und Pakistan um das Territorium und standen sich seither in drei Kriegen gegenüber. An der De-facto-Grenze zwischen den beiden Staaten kommt es zwar immer wieder zu Auseinandersetzungen. Doch die jüngsten gegenseitigen Angriffe sind eine seltene Eskalation: Seit Anfang der 70er-Jahre hatte die umkämpfte Region keine Luftschläge mehr gesehen.

Ihren Ausgang nahm die aktuelle Krise vor zwei Wochen mit einem islamistischen Selbstmordanschlag auf indische Truppen, bei dem 40 Personen getötet wurden. Mit seinen Angriffen auf pakistanischem Boden folgte Indiens Premierminister Narendra Modi diese Woche dem innenpolitischen Druck, eine harte Reaktion zu zeigen.

Auf den Straßen Indiens kam es zu Jubelszenen. Das Blut der Inder koche, stellte Modi fest. Meinungsforscher zeigten sich überzeugt, dass seine Zustimmungswerte nach der Militäraktion steigen werden. Der Premier stand zuletzt, wenige Monate vor der indischen Parlamentswahl, zunehmend in der Kritik – unter anderem wegen der schlechten Entwicklung des Arbeitsmarktes.

Doch der Versuchung, mit einer weiteren Eskalation des Konflikts auf Stimmenfang zu gehen, muss Modi dringend widerstehen. Mit einer diplomatischen Antwort auf Pakistans Gegenschläge hat er die Chance, den Vorwurf zu entkräften, dass sein Machterhalt primär auf gesellschaftlicher Polarisierung beruhe.

In Kaschmir weiter mit dem Feuer zu spielen wäre eine Strategie mit unkalkulierbaren Risiken auf Kosten Hunderttausender Zivilisten, die entlang der umkämpften Demarkationslinie leben. Das gilt naturgemäß auch für Pakistans Premierminister Imran Khan.

In seinem Fall ist auch China gefragt, einer weiteren Zuspitzung des Konflikts entgegenzuwirken: Die Volksrepublik ist einer der wichtigsten Geschäftspartner Pakistans. Khan muss klar sein, dass sich sein wirtschaftlich angeschlagenes Land einen neuen Krieg nicht leisten kann.

Mehr: Wie der aktuelle Konflikt ausgelöst wurde, lesen Sie hier: Pakistanische Armee berichtet von Abschuss indischer Kampfflugzeuge.

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