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Abgesagtes Treffen

Das Treffen scheiterte letztendlich an Trumps falscher Strategie und am mächtigen Rivalen China.

(Foto: AFP)

Kommentar Trumps Erpressungspolitik gegen Nordkorea ist gescheitert

US-Präsident Trump hat das Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un abgesagt. Jetzt steht er vor den Trümmern seiner Außenpolitik.
2 Kommentare

Es sind absurd widersprüchliche Nachrichten: Nordkorea hat gerade sein Atomtestgelände gesprengt, da sagt US-Präsident Donald Trump wenige Stunden später das für 12. Juni vereinbarten Gipfeltreffen mit Pjöngjangs Diktator Kim Jong Un ab. Trump hatte alles auf eine Karte gesetzt: einen Deal, der den von ihm als „litte rocket man“ verunglimpften Kim zum Aufgeben seiner Atomraketen bringen sollte. Doch nun scheitert er an seinen überzogenen Erwartungen, an seiner falschen Strategie und am mächtigen Rivalen China.

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Dabei kommt die Absage des Gipfeltreffens kaum überraschend. Denn zu gegensätzlich waren die Erwartungen: Kim wollte mit Trump als Atommacht auf Augenhöhe beraten, wie sein Land als neue Nuklearmacht nun Sicherheitsgarantien und die Wiederintegration in die Weltwirtschaft im Gegenzug für klare Zusagen eines Nichtangriffs auf den Süden und die USA bekommt. Trump indes verlangte vollmundig Pjöngjangs Abgabe des gesamten Nukleararsenals. Das passte nicht zusammen. Und Trump drehte bei.

Doch was macht er jetzt? Er wird weiter mit massivem Druck auf Nordkorea versuchen, das Land und seine atomaren Ambitionen kleinzukriegen. Und wenn Kim tatsächlich nachgeben und Washington sich durchsetzen sollte, dann „wird die Welt nicht mehr so sein wie vorher“, wie es ein hochrangiger Politiker in Berlin formulierte.

Denn dann dürfte neben dem Iran vor allem Russland als Nächstes auf Trumps Liste der durch Megadruck zu erpressenden Staaten stehen. Vor allem die Chinesen, Kims wichtigste Partner, haben das begriffen – und Trump auflaufen lassen.

Dabei hatten die Chinesen ein gutes Argument auf ihrer Seite: Trumps Unberechenbarkeit und Unzuverlässigkeit. Denn er hat schon mit dem Aufkündigen des Atomdeals mit dem Iran deutlich gemacht, was er von Vertragstreue hält: nichts. Und mit so jemandem will niemand, der sich Atomwaffen als Lebensversicherung zugelegt hat, verhandeln.

Doch was durch einen zurückgewiesenen Trump nun droht, ist brandgefährlich. Er dürfte noch unberechenbarer werden. Und man sehnt sich schon jetzt nach der Zeit am Anfang seiner Amtsübernahme zurück, als er nur twitterte. Nun könnte er bald auch schießen.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Trumps Erpressungspolitik gegen Nordkorea ist gescheitert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehe ich anders. Trumps Außenpoltitk bzgl. Nordkorea ist nicht zu Ende.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette