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US-Präsident Donald Trump

Trump wird das Einmaleins des Außenhandels auf die harte Tour lernen, wenn Firmen und Verbraucher in den USA über höhere Kosten für all jene Importe aus China klagen.

(Foto: dpa)

Kommentar Trumps Handelskrieg ist zum Scheitern verurteilt

Trump hat Recht, wenn er auf einen einfacheren Marktzugang mit China pocht. Das Problem ist nur, dass er mit einem Handelskrieg genau das Gegenteil erreicht.
34 Kommentare

Berlin Ist Donald Trump vielleicht doch der größte „Dealmaker“ aller Zeiten? Erst drohte der US-Präsident dem Rest der Welt mit Strafzöllen auf Stahl- und Aluminium. Die EU bettelte daraufhin in Washington um eine Ausnahme, bekam zunächst aber nur eine Feuerpause im aufziehenden Handelskrieg.

Einen Preis, so viel ist sicher, werden die Europäer dem Pokerspieler im Weißen Haus zahlen müssen. Entweder in Form von reduzierten Einfuhrzölle auf US-Autos oder durch den Eintritt in eine Koalition der Willigen gegen China oder beides. Trump scheint alle Karten in der Hand zu halten.

Dass der Amerikaner am gleichen Tag, da er die EU vorerst mit Strafen verschonte, gegen das Reich der Mitte Handelssanktionen in Höhe von 60 Milliarden Dollar pro Jahr verhängte, ist sicher kein Zufall. China ist das eigentliche Ziel seines Handelskrieges. Da können ihm die Europäer nützliche Gehilfen sein. Zumal sie seinen Unmut über die unfairen Handelspraktiken Pekings weitgehend teilen.

Trumps Feldzug, in den die EU inklusive Deutschlands jetzt mit hineingezogen wird, ist dennoch zum Scheitern verurteilt: Der US-Präsident hat weder ein erreichbares Kriegsziel definiert, noch hat er eine Exit-Strategie, um aus dem Konflikt wieder herauszukommen. Zwar hat Trump erklärt, China müsse seinen Handelsüberschuss mit den USA von mehr als 370 Milliarden Dollar in einem ersten Schritt um mindestens 100 Milliarden Dollar verringern. Dahinter steht die ökonomisch unsinnige Annahme des Politunternehmers, dass Handelsdefizite „Verluste“ für Amerika und Überschüsse ein Zeichen dafür sind, dass die USA im internationalen Handel „gewinnen“.

Trump wird das Einmaleins des Außenhandels auf die harte Tour lernen, wenn Firmen und Verbraucher in den USA über höhere Kosten für all jene Importe aus China klagen, die der US-Präsident mit Strafzöllen belegen will. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Lasten vor allem für die amerikanischen Farmer, die von den bereits angekündigten Vergeltungsmaßnahmen der Chinesen am stärksten betroffen sind.

Handelskriege sind nicht leicht zu gewinnen, wie Trump vollmundig angekündigt hat. Sie gleichen eher dem militärischen Irak-Abenteuer von 2003, aus dem Amerika auch nach 15 Jahren noch immer nicht herausgefunden hat.

Ob sich Europa wie aus dem Irak-Krieg auch aus dem drohenden Handelskrieg der USA mit China weitgehend heraushalten kann, ist mehr als zweifelhaft. Die EU ist gegenüber Trump in der Bringschuld, wenn sie aus dem „Waffenstillstand“ bei Stahl und Aluminium einen dauerhaften Frieden machen will.

China ist zudem nicht das unschuldige Opfer von Trumps Attacken. Auch europäische Firmen klagen seit langem über Technologieklau, hohe Marktschranken und von Peking subventionierte Übernahmen im Handel mit dem Reich der Mitte.

Dennoch müssen die Europäer den Konflikt deeskalieren, bevor der Handelskrieg wie in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts außer Kontrolle gerät und die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzt. Gelingen kann das nur durch ebenso mühsame wie hartnäckige Verhandlungen.

Um Handelskonflikte zu lösen, bedarf es Regeln. Für viele Bereiche, wie etwa Stahl- und Aluminium, gibt es diese bereits bei der Welthandelsorganisation WTO. Sie müssen nur angewandt werden. Auch und vor allem gegenüber China. Überhaupt muss Peking lernen, dass der internationale Handel keine Einbahnstraße, sondern ein Geschäft auf Gegenseitigkeit ist.

Trump hat ja Recht, wenn er auf Reziprozität beim Marktzugang mit China pocht. Das Dilemma ist jedoch, dass er mit einem Handelskrieg genau das Gegenteil erreicht und seinem Land und dem Rest der Welt einen Bärendienst erweist.

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34 Kommentare zu "Kommentar: Trumps Handelskrieg ist zum Scheitern verurteilt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Carlos Santos: die Sache mit den Rohstoffen, die China klaut, habe ich nicht ganz verstanden. Könnten Sie das näher erläutern? Vielen Dank

  • 45 US-Amerkanische Brancheninstitute und die Amercan Chamber of Commerce haben davor gewarnt, die Zölle für Lieferungen aus China zu erlassen. Dieses würde negative folgen für die amerikanische Wirtschaft und Verbraucher verursachen (Hatte ich in einem Kommentar schon eine Woche durch zuvor festgestellt - da helfen natürlich entsprechende mathematische/statistische Kenntnisse).

    Handelskriege haben selten zum Ziel geführt. Hierfür steht u. a. das Bemühen des Vereinigten Königsreich, deutsche Waren mit "Made in Germany" zu brandmarken. Genau das Gegenteil wurde erreicht. Ich bin gespannt, wie sich die Trump`sche Aktion entwickelt. Ich wünsche den USA alles gute und keine Entwicklung wie dem Vereinigten Königreich, als dieses die führende Weltmachtstellung einbüßte.

  • Die Deutschen hätten halt mehr Wertarbeit bei Opel liefern sollen - und weniger Ford-Kfz's kaufen sollen.

    Und was die Qualität sogenannter "Politiker" angelangt - geschenkt.

  • ...bis in die heutige Zeit wird Deutschland, insbesondere durch deren ( chasarischen ) Hedgefonds geplündert.
    Für alle Kommentarschreiber mit Kurzzeitgedächtnis gebe ich das Stichwort BERGGRUEN..
    Ich zitiere die FAZ : " der schöne Blender"... Israelisch amerikanischer Geschäftsmann...viel versprochen nichts gehalten !! Die Filet Stücke von Karstadt für 300 Millonen verkauft und dann sich verdünnisiert!!
    Ursula von der Leyen fühlte sich richtig wohl neben dem hübschen Nicola...ob Sie heute noch daran erinnert werden möchte ??
    Das ist leider amerikanisches Geschäftgebaren...

  • Ein klassisches Beispiel für ( faire ) amerikanische Untermehmenskultur zeigt die Autofirma Opel!
    Von der amerikanischen Mutterfirma General Motors systematisch ausgesaugt und geplündert, sind die Reste unlängst an die Franzosen halb verschenkt worden! Opel durfte seine Autos nicht auf dem asiatischen Wachstumsmart verkaufen, nur auf dem stagnierenden Europäischen. Bekamen aber die Vorgabe profitabel zu sein!! Ja, das ist die allgemeine amerikanische Vorstellung von wirtschaftlicher FAIERNES....

  • Herr Peter Spiegel
    23.03.2018, 14:00 Uhr
    Es gibt derzeit keine Alternative zur USA auch wenn Frau Dr. Merkel so tut als ob und die Führung dort beleidigt oder mit ihren Sprüchen zu belehren versucht.
    Das heißt, sich mit Herrn Trump einigen, gute Geschäfte machen und zwar für beide Seiten.

    ............................

    TRUMP HAT NUR DAMIT ANGEFANGEN EINEN DER KLEINSTE BRUCHTEILE DER WELTWEITE PROBLEMATIKEN ANZUGEHEN !

    ES IST NICHT LÄNGER TOLERIERBAR DASS WIR IM JAHR 2018 IMMER NOCH VON KRIEGE SPRECHEN ANSTATT SICH WELTWEIT AUF GERECHTE UND FAIRE KOMPROMISSE ZU EINIGEN DIE DER GESAMTE WELTBEVÖLKERUNG EHER DAS LEBEN ERHALTEN UND DEN PLANET FÜR WEITERE GENERATIONEN ERHALTEN !

  • WELTWEIT MUSS DIE HERSTELLUNG EINER WARE BESSER GEKENNZEICHNET WERDEN UM DEM VERBRAUCHER BESSER UND DEUTLICHER ZU ZEIGEN WO DAS ZU KAUFEN BEABSICHTIGTER PRODUKT HER STAMMT !

    AUCH DIE " EU IST DABEI ZU TADELN " die alles reguliert, ABER IN KATALOGEN UND BROSCHÜREN IN DER WERBUNG INNERHALB DER EU NOCH NICHT DIE ANGABE PFLICHT EINGEFÜHRT HAT, BEREITS IN DER WERBUNG AUF DAS HERKUNFTSLAND EINE KENNZEICHNUNGSPFLICHT EINZUFÜHREN !

    EU an was denkst Du ?

  • Es gibt derzeit keine Alternative zur USA auch wenn Frau Dr. Merkel so tut als ob und die Führung dort beleidigt oder mit ihren Sprüchen zu belehren versucht.
    Das heißt, sich mit Herrn Trump einigen, gute Geschäfte machen und zwar für beide Seiten.

  • Herr Peer Kabus
    23.03.2018, 13:29 Uhr
    Herr Santos,

    "RUSSLANDS SANKTIONEN WERDEN UMGEGANGEN MIT LIEFERUNGEN AUS CHINA "

    Das ist nur zum Teil richtig.

    Schauen Sie mal nach Russland, was da die westlichen Sanktionen bewirkt haben. Die russische Wirtschaft steht inzwischen besser da als vor den Sanktionen. Wem hat es geschadet?

    ..........................

    GEBEN WIR IHRE FRAGE EBENSO IN DIE EU NACH BRÜSSEL !

    EUROPA hat keinerlei Sanktionen und ist Reich !

    Seit aber 10 Jahren 30 MILLIONEN EU-DAUER-ARBEITSLOSEN !

    WARUM grenzt man nicht massiv die Importe aus CHINA nach EUROPA ein UND WARUM STÄRKT MAN NICHT DIE EIGENE HERSTELLUNGEN IN EUROPA ?

    BRAUCHT DIESE EU AUCH SANKTIONEN UM AUS DER BEQUEMLICHKEIT DES NUR ZU IMPORTIEREN AUS CHINA ABZUSEHEN UND ENDLICH DAMIT ZU BEGINNEN DAS EUROPÄISCHER KONTINENT ZU STÄRKEN ?

  • Noch so eine Ohnmachtsbescheinigung in Form eines Artikels. Wir müssen nicht nur nicht vor Trump's Drohung einknicken. Wir können es uns nicht leisten. Seit wann ist es eine kluge Strategie, Erpressern nachzugeben?

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