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Kommentar Was Konservative aus dem Schweizer Wahlergebnis lernen können

Die Grünen gehen als große Sieger aus den Wahlen in der Schweiz hervor. Ihr Erfolg hält eine wichtige Lektion bereit: Wer den Klimawandel leugnet, wird vom Wähler abgestraft.
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Gewählt wurden für eine vierjährige Legislaturperiode die Mitglieder beider Parlamentskammern, des Nationalrates (200 Sitze) und des Ständerates (46) Sitze. Quelle: dpa
Parlamentswahl in der Schweiz

Gewählt wurden für eine vierjährige Legislaturperiode die Mitglieder beider Parlamentskammern, des Nationalrates (200 Sitze) und des Ständerates (46) Sitze.

(Foto: dpa)

Zürich Es wirkt wie eine Kleinigkeit, doch für Schweizer Verhältnisse kommt es einem politischen Erdrutsch gleich: Die Grünen verzeichnen bei Schweizer Parlamentswahlen ein Plus von mehr als fünf Prozent – und werden damit zur viertstärksten politischen Kraft des Landes.

Deshalb dürfte sich unser Nachbarland wohl kaum in eine grüne Oase verwandeln. Aber trotzdem hält das Wahlergebnis eine wichtige Lektion parat, die auch konservative Kräfte in Deutschland beachten sollten: Wer auf die Klimafrage keine Antworten präsentiert, wird vom Wähler abgestraft. 

Mit einem Stimmanteil von etwa 13 Prozent haben die Grünen die Schweizer Christdemokraten als viertstärkste Kraft im Parlament verdrängt. Die Grünen dürfen nun auf einen Sitz in der siebenköpfigen Regierung des Landes hoffen. Dort dürfte sich ihr Einfluss allerdings in engen Grenzen halten, denn in Bern regiert der Konsens: Der Bundesrat entscheidet stets gemeinsam, Regierungskoalitionen wie in Deutschland gibt es nicht.

Trotzdem zeigt das Schweizer Wahlergebnis, dass es sich bei der Klimafrage um weit mehr als nur ein Modethema handelt. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) wurde davon kalt erwischt. Sie bleibt zwar mit gut 25 Prozent der Stimmen weiter stärkste Kraft im Parlament, muss aber empfindliche Einbußen verzeichnen. Das kratzt nicht nur am Ego der SVP-Granden, sondern sollte auch konservativen Politikern in anderen Ländern zu denken geben.

Die SVP hatte versucht, den Klimawandel als linkes Hirngespinst abzustempeln. Ihre Vertreter warnten vor einer „Klimahysterie“ und leugneten gar, dass der Mensch überhaupt zur Klimaerwärmung beiträgt. „Kreta statt Greta“ lautete die Losung, mit der die SVP-Jugend allen ernstes in den Wahlkampf zog. 

Mit dieser Vogel-Strauß-Methode ist die SVP krachend gescheitert. Die grüne Welle in der Schweiz sollte deshalb auch konservativen Parteien in anderen Ländern zu denken geben. Wer vor dem Klimawandel die Augen verschließt und so tut, als gäbe das Problem gar nicht, der wird von den Wählern abgestraft.

Mehr: Bei der Wahl in der Schweiz haben die beiden grünen Parteien 20 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Wichtigen Einfluss darauf hatte die Klimadebatte. Lesen Sie hier mehr.

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