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Kommentar zur Ferguson-Jury Ungerecht – aber rechtens

In den USA weiten sich die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Auslöser ist der „Freispruch“ für einen weißen Beamten in Ferguson. Gerichtsdokumente zeigen, dass die Jury wohl nicht anders handeln konnte.
7 Kommentare

„Mein Sohn rannte um sein Leben“

Düsseldorf Es ist ungerecht, dass der weiße US-Polizist Darren Wilson nicht angeklagt wird. Er hat in Ferguson, Missouri, im Dienst den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown mit mehreren Schüssen getötet. Die Umstände des Falls sind umstritten – und hätten in einem Strafprozess weiter untersucht werden müssen. Die Grand Jury hat anders entscheiden und eine Anklage gar nicht erst zugelassen.

Es ist ungerecht. Aber rechtens. So groß und nachvollziehbar die Verzweiflung der Angehörigen Browns und die Wut der schwarzen Bevölkerung in Amerika sind, die sich im Moment landesweit ausbreitet – die Jury hat sich dabei an Recht und Gesetz gehalten. Die Faktenlage ließ den zwölf Bürgern in der Jury gemäß der veröffentlichen Protokolle offenbar keine andere Wahl.

Der Polizist Wilson behauptet, er habe an jenem 9. August um sein Leben fürchten müssen. Er habe Brown und dessen Begleiter ermahnt, nicht mitten auf der Straße zu laufen, und ihn kontrollieren wollen, weil die Beschreibung des Teenagers auf einen Diebstahl kurz zuvor gepasst habe. Daraufhin habe Brown den Polizisten durch das heruntergelassene Fenster des Dienstwagens attackiert.

Der kräftige Teenager habe ihn geschlagen und versucht, seine Waffe zu stehlen. Als Wilson Schüsse abgab, floh Brown, der Polizist hinterher. Auf die Aufforderung stehenzubleiben, habe sich Brown dann umgedreht und bedrohlich auf Wilson zubewegt. Daraufhin habe der Polizist mehrmals gefeuert, bis der Teenager schließlich zusammensackte.

Browns Seite erzählt eine andere Geschichte. Demnach habe Brown Wilson zu keiner Zeit bedroht. Im Gegenteil: Er habe sich sogar ergeben wollen und sei mit erhobenen Händen auf den Polizisten zugegangen. „Nicht schießen“, soll er noch gesagt haben. Wilson, der eigentliche Aggressor, habe dennoch mehrmals geschossen. Später dann sei das ganze Verfahren unfair gewesen, weil der Staatsanwalt befangen sei und Zeugen manipulativ befragt habe.

Der Fall steht für alles, was in Amerika schiefläuft
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7 Kommentare zu "Kommentar zur Ferguson-Jury: Ungerecht – aber rechtens"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer gaubt i Deutschlan herrst Gerechtigkeit vor der Justiz, sollte sich inma das Buch von Dr. Norert Blüm Bundesarbeitsminster a.D. "Einspruch-Willkür deuscher Jusiz.
    Tja, slbst meine Person, die auch die Justiz anprangert, in dem die Rückforderung von Gerichtsgebühren gegenüber zwei "unabhängigen Richtern" zurückordert werde zieht sich über Jahre schon hin.
    Ds betrifft einen "unabhängigen Richter" in Frankfurt an der Oder (Brandenburg)und in Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz).Es it ein Irrglaube, dass die deutsche Justiz besser ist. Ja, sogar die Staatsanwaltschften in München und in Frankfurt am Main gegen die Vorstände von CoBa, wie auch Deutsche Bank, sind sich der Einflussnahme asgesetzt und Tun nichts. StGB §§ 258a i.V.m. § 13;
    Doch die Faulheit ist oder wird geprägt von der Pensionierungsbesoldung. Aber nicht die Aufklärung von Wirtschaftsstrafsachen. Die repitieren lieber, was sie im 1. und 2. Staatsexamen gelernt haben und nicht mehr.
    Also vergesst,nicht nur in den USA ist die Justiz an den Pranger zu stellen, auch in Deutshland ist es nicht besser.

  • Deutschland ist das absolute Gegenteil von Polizeistaat.

    Während gewaltbereite "Demonstranten" Polizisten mit Pflastersteinen bewerfen (deren Tod/ schwere Verletzung billigend in Kauf nehmen) und dafür nicht einmal mehr als eine Nacht festgehalten werden können, "deeskalieren" unsere Polizisten noch. Wenn dann mal einer einem dieser Demonstranten einen blauen Fleck bekommt, ist das Geschrei groß.
    Wie passt das zum Bild eines Polizeistaates?
    Als Polizist ist man in Deutschland und Österreich total am Arsch. Die riskieren ihr Leben und am Ende ist nicht der eigentliche Verursacher angeklagt, sondern der Polizist...

  • So ist es halt im Land of the Free.

    Ebenfalls erwähnenswert ist dass 1140 Unschuldige durch Drohnen weltweit ermordet wurden um 40 Terroristen zu töten. Unsere Schönwetterpresse berichtet mal wieder kein Wort davon.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Na ja, wir müssen gar nicht in die Ferne schauen, um eklatantes Unrecht zu erfahren. Nach dem lächerlichen Urteil zu dem militanten Polizeieinsatz (Stuttgart 21) bei dem zig Demonstranten durch den unnötigen und überharten Einsatz von Wasserwerfern schwer verletzt wurden, müssen wir nicht auf andere Polizeistaaten zeigen, Deutschland ist halt auch ein Polizeistaat - keine Frage. Demokratie bedeutet bei uns doch nur: Brot und Spiele für die Untertanen - solange diese genau das machen, was wir ihnen vorschreiben -

  • Sehe ich genauso. Unabhängig vom Tathergang (was wurde hier nicht schon wieder gemutmaßt) und ob Brown nun ein Hühne war. Warum zur Hölle hat er 12 mal geschossen?

  • Selbst wenn die Version des Polizisten stimmt, so hätte gegen einen Unbewaffneten ein, höchstens 2 Schüsse gereicht und sich selbst zu verteidigen. Ein normales Verhalten wäre einen Schuss abzugeben und dann Deckung zu suchen. Ein unbewaffneter Schwerverletzter stellt doch keine ernstzunehmende Gefahr mehr dar. Es gab objektiv keinen Grund weiterzuschießen, bis der andere zusammenbricht.