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Konflikt Äthiopien steuert auf Bürgerkrieg zu

Die Regierung stellt sich auf mögliche Angriffe durch die sogenannte Tigray Volks Befreiungsfront im Norden des Landes ein. Die UN zeigt sich besorgt.
06.11.2020 - 12:08 Uhr Kommentieren
Für seine Bemühungen um eine Aussöhnung mit dem Nachbarland Eritrea wurde Ahmed im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Quelle: AFP
Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed

Für seine Bemühungen um eine Aussöhnung mit dem Nachbarland Eritrea wurde Ahmed im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

(Foto: AFP)

Addis Abeba In Äthiopien stehen die Zeichen auf Bürgerkrieg. Ministerpräsident Abiy Ahmed sagte am Freitag mit Blick auf Kämpfe im Norden des Landes, die Regierungstruppen hätten „klare, begrenzte und erreichbare Ziele“. Am Donnerstag hatte die Regierung die Streitkräfte für einen Einsatz in der Region Tigray mobilisiert.

Dort liefert sich die Regierung einen Konflikt mit einer ethnischen Gruppe, die das Land über Jahrzehnte beherrschte. In der Region regiert die Tigray Volks Befreiungsfront TPLF, einst die dominante politische Kraft im Land. Die Regierung von Tigray hatte am Donnerstag erklärt, sie sei auf eine Angriff jedweder Art gut vorbereitet.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte sich besorgt über die Entwicklung. „Die Stabilität Äthiopiens ist wichtig für die gesamte Region am Horn von Afrika“, erklärte er per Twitter. „Ich rufe zu einer sofortigen Deeskalation der Spannungen und einer friedlichen Lösung des Streits auf.“ Abiy ist seit April 2018 Ministerpräsident Äthiopiens.

Der von ihm gebildeten Einheitsregierung trat die TPLF seinerzeit nicht bei. Die Spannungen mit der TPLF nehmen seit September zu, als in Tigray gewählt wurde, was die Zentralregierung als illegal bezeichnete. Seitdem werfen sich beide Seiten vor, einen militärischen Konflikt heraufzubeschwören.

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    Abiy wurde für seine Bemühungen um eine Aussöhnung mit dem benachbarten Eritrea 2019 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er hat Äthiopien zudem wirtschaftlich und politisch geöffnet, die ethnischen Unruhen aber nicht in den Griff bekommen.

    Mehr: Um das Wasser des Nils droht ein Krieg

    • rtr
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