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Konflikt in der Ukraine Waffenruhe wird eingehalten

Minsk II tritt offenbar mit enormer Verspätung doch noch in Kraft: Die Kriegsparteien im Osten der Ukraine lassen die Waffen weitestgehend ruhen. Aus den besonders umkämpften Gebieten dringt dennoch Kanonenfeuer.
Update: 28.02.2015 - 15:32 Uhr Kommentieren
Im Osten der Ukraine sollen die Waffen ruhen. Quelle: Reuters
Zerstörung in der Ostukraine

Im Osten der Ukraine sollen die Waffen ruhen.

(Foto: Reuters)

Kiew/BerlinDas ukrainische Militär hat am Samstag einen deutlichen Rückgang der Angriffe prorussischer Separatisten in der vorangegangenen Nacht gemeldet. Es sei allerdings zu einem Beschuss der Stadt Awdiiwka mit Raketenwerfern gekommen.

Am Freitag verzeichnete die Armee nach zwei Tagen Ruhe wieder Todesopfer in den eigenen Reihen - ein Zeichen für die Brüchigkeit des Waffenstillstands, der am 15. Februar in Kraft trat. Seither haben beide Konfliktparteien auch einen Teil ihrer schweren Waffen von der Front abgezogen. Dieser Abzug werde fortgesetzt, versicherten sie.

Wie die Armee über Facebook weiter mitteilte, blieb in der Nacht die Lage um die Rebellenhochburg Luhansk und um die von der Armee kontrollierte Hafenstadt Mariupol ruhig. Awdiiwka liegt nördlich der von den Separatisten kontrollierten Metropole Donezk.

Der stellvertretende Leiter der OSZE-Beobachtermission für die Ukraine, Alexander Hug, hat sich vorsichtig optimistisch über Waffenruhe und Waffenabzug im ostukrainischen Kriegsgebiet geäußert. „Zur Zeit sehen wir, dass der erste Schritt, der Waffenstillstand, auf weiten Strecken der 500 Kilometer langen Kontaktlinie ziemlich gut hält“, sagte Hug am Samstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Und wir sehen, dass beide Seiten Schritte eingeleitet haben, die Waffen von der Front wegzubewegen. Es ist das erste Mal, dass beide Konfliktparteien das Gleiche tun.“

Hug war für zwei Tage in Berlin, um auf Expertenebene auch über mögliche Hilfen Deutschlands für die Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu sprechen. Berlin ist bereit, Aufklärungsdrohnen und auch Soldaten bereitzustellen.

„Da ist noch nichts zu Ende diskutiert“, sagte der Schweizer OSZE-Chefbeobachter. „Die Mission wird jede Hilfe willkommen heißen. Wichtig ist, dass diese zusätzlichen Hilfen bald vor Ort kommen, damit wir jetzt davon Gebrauch machen können. Denn die Umsetzung der Abkommen findet jetzt statt.“

Laut Minsker Abkommen vom 12. Februar soll an diesem Montag der Abzug schwerer Waffen aus der Kriegsregion Donezk/Lugansk abgeschlossen sein. Hug erwartet, dass die Konfliktparteien mehr Zeit brauchen.

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  • rtr
  • dpa
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