Kongo Mehrere Tote bei Protesten gegen Präsident Kabila

Die Proteste gegen Kongos Staatspräsident Joseph Kabila haben mehrere Menschen das Leben gekostet. Laut den Vereinten Nationen wurden mindestens sieben Menschen getötet, die an einer friedlichen Demonstration teilnahmen.
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Die Proteste in Kongos Hauptstadt Kinshasa richten sich gegen Präsident Kabila, weil dieser seinen Posten nicht räumt. Quelle: AP
Kongolesische Sicherheitskräfte verfolgen Demonstranten

Die Proteste in Kongos Hauptstadt Kinshasa richten sich gegen Präsident Kabila, weil dieser seinen Posten nicht räumt.

(Foto: AP)

KinshasaBei Protesten gegen Kongos Präsident Joseph Kabila haben Sicherheitskräfte nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens sieben Menschen in der Hauptstadt Kinshasa getötet. Auch habe es am Sonntag mehrere Verletzte gegeben, teilte die Sprecherin der UN-Friedenstruppen in dem afrikanischen Land mit. 123 Menschen seien landesweit festgenommen worden.

Das UN-Büro für Menschenrechte im Kongo verurteilte auf Twitter „den Einsatz von Gewalt gegen friedliche Demonstranten“ und die „gewaltsame Unterdrückung fundamentaler Rechte und Freiheiten durch die Sicherheitskräfte“. Ein Polizeisprecher sagte, eine Person sei in Kinshasa gestorben, als Sicherheitskräfte von teilweise bewaffneten jungen Männern angegriffen worden seien. Zwei weitere Menschen seien bei einem Streit ums Leben gekommen. Ermittlungen seien eingeleitet worden.

Katholische Bürgerrechtler hatten zu den Protesten aufgerufen. Die Polizei hatte sie verboten. Die Regierung ließ zudem unter Verweis auf die nationale Sicherheit den Zugang zu Internet- und SMS-Diensten bis auf weiteres sperren. Dennoch versammelten sich nach den Sonntagsmessen vor mehreren Kirchen Kabila-Gegner, um dem Demonstrationsaufruf zu folgen, was die Sicherheitskräfte auf den Plan rief. Bei ähnlichen Protesten im vergangenen Jahr waren Dutzende Demonstranten von Sicherheitskräften getötet worden.

Die Proteste richten sich gegen Kabila, weil dieser seinen Posten nicht räumt. Seine Amtszeit lief eigentlich im Dezember 2016 ab. In Absprache mit der Opposition durfte er zwar dennoch vorerst an der Macht bleiben. Spätestens Ende 2017 sollte aber ein Nachfolger gewählt werden. Allerdings wurde diese Abstimmung inzwischen auf Ende 2018 verschoben. Kritiker vermuten, dass Kabila die Zeit nutzen will, um einen Verfassungspassus zu streichen, der es ihm verbietet, sich um eine weitere Amtszeit zu bewerben.

  • rtr
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