Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Konjunktur Coronakrise EZB-Chefin für wirbt für massive Staatsausgaben – Merz warnt vor Geldverschwendung

Christine Lagarde fordert die Regierungen der EU-Staaten zu weiteren Staatsausgaben auf. So soll sich die Wirtschaft von der Krise erholen können.
13.09.2020 - 13:08 Uhr 3 Kommentare
Die EZB-Chefin setzt weiterhin auf weitreichende Investitionen durch die Staaten. Quelle: Reuters
Christine Lagarde

Die EZB-Chefin setzt weiterhin auf weitreichende Investitionen durch die Staaten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/Berlin Die Regierungen in der Euro-Zone sollten EZB-Präsidentin Christine Lagarde zufolge die lockere Geldpolitik weiterhin mit umfangreichen Staatsausgaben unterstützen. Damit solle die Erholung nach dem historischen Wirtschaftseinbruch im Zuge der Coronavirus-Krise unterstützt werden, sagte die Notenbankchefin am Sonntag.

Die Zuversicht in der Privatwirtschaft beruhe zu einem erheblichen Maß auf Erwartungen an staatliche Ausgaben. Eine großzügige Finanzpolitik sei entscheidend, um Arbeitsplätze zu erhalten und private Haushalte jetzt zu unterstützen, bis die konjunkturelle Erholung stärker werde.

Die meisten Experten halten massive Staatsausgaben in der Krise für richtig, um die Folgen abzumildern. Allerdings steigt die Verschuldung dadurch in vielen Staaten. Deutschland hat, weil es finanziell deutlich besser dasteht als andere Staaten, vergleichsweise viel in Hilfsprogramme stecken können.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz, einer der Kandidaten für den Parteivorsitz, wirft Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) deswegen Geldverschwendung vor. „Der Finanzminister haut zurzeit das Geld raus, als gäbe es kein Morgen mehr“, sagte Merz der „Bild am Sonntag“. „Unsere Kinder werden das alles bezahlen müssen, und deshalb rate ich dringend dazu, auch in der Corona-Krise mit dem Geld der Steuerzahler sorgfältig umzugehen.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Kritisch sieht Merz auch die Entscheidung der Bundesregierung, das Kurzarbeitergeld bis Ende 2021 zu verlängern. „Kurzarbeitergeld ist dazu da, kurzfristig eine Krise zu überwinden. Wenn es zu lange gezahlt wird, besteht die Gefahr, den Arbeitsmarkt zu blockieren. Dann werden Arbeitnehmer, die in anderen Unternehmen dringend gebraucht werden, in ihren alten Firmen mit Kurzarbeit festgehalten.“

    Mehr: Die Inflation ist gering, der Euro stark – die EZB bleibt trotzdem entspannt

    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Konjunktur Coronakrise - EZB-Chefin für wirbt für massive Staatsausgaben – Merz warnt vor Geldverschwendung
    3 Kommentare zu "Konjunktur Coronakrise: EZB-Chefin für wirbt für massive Staatsausgaben – Merz warnt vor Geldverschwendung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mir graust bei der Vorstellung, diesen empathiefreien Zyniker als Kanzler zu haben.

      Und Herr Berthold, Sie haben natürlich recht. Vielleicht wird der Unterschied für den ein oder anderen deutlicher, wenn man ein bisschen von der Dagobert'schen Geldspeicherdenke wegkommt und sich klarmacht, dass nicht nur die Geldmenge, sondern auch der Geldumlauf eine Rolle spielt. Da man als Richtschnur des privaten Wirtschaftens die Höhe des Kontostandes im Auge hat und darum dazu neigt, Geld "in Stapeln" zu denken, verfällt man leicht darauf, das auch auf die volkswirtschaftliche Perspektive zu übertragen.

      Die Pandemie hat aber deutlich gemacht, dass diese Sichtweise unzureichend ist. In der Krise ist ja nicht Geldmenge verschwunden - es hat sich weder Bar- noch Buchgeld in nichts aufgelöst - , sondern Geldumlauf. Unternehmen mancher Branchen haben durch Lockdown zu wenig eingenommen, konnten daher Gehälter nicht in vollem Umfang bezahlen, deren Konsum wiederum anderen Branchen fehlt. Dieser fehlende Umlauf wurde bestmöglich ersetzt durch KUG und direkte Hilfen, so dass letztlich der Konsum aufrecht erhalten werden konnte und damit auch die Unternehmenseinnahmen. Darin liegt die Stützung der Wirtschaft, und wir sollten froh sein, dass wir sie hatten. Die Rückzahlung dieses Geldes ist volkswirtschaftlich nicht notwendig, erst recht nicht die Verzinsung.

    • Teil II
      Ein Programm für die ganze EU sollte es sein. Der zweite langfristige Investitionsbereich wäre: Kitas, Schulen, Unis, 2. Berufsausbildung, Grundlagenforschung. Wiederum fest geplant und finanziert auf 20 Jahre. Man sieht, Notenbanken haben die besten aller Möglichkeiten. Das moderne Geldsystem ist aus der Not geboren, nach Aufhebung des Goldstandards. Nun zeigt es sich allen anderen Geldsystemen überlegen, es ist gar als "sexy" zu bezeichnen und clever genutzt gibt es nur die angestrebte Inflation, um eine Werte vernichtende Deflation zu verhindern. Man muss diesen Weg nur einfach gehen und nun langfristig (!) investieren. Es wirkt unter Garantie wie geplant, denn die Menschen müssen täglich Geld verdienen können. 20 Jahre Planungshorizont wirken motivierend und existenzsichernd.
      Die Finanzierung ist somit sichergestellt und ohne Schuldenprobleme für die Zukunft. Man muss nur das Geldsystem durchgehend richtig verstehen.

    • Teil I
      Der CDU-Politiker Friedrich Merz profitiert weiterhin schamlos und fuchsschlau von den Kindergarten-Geldvorstellungen des Großteils der Bevölkerung. Er verkündet am laufenden Band: "Schulden müssen unsere Kinder zurückzahlen!" Das ist nur dann richtig, wenn man die Staatsschulden über die Märkte finanziert. Merz lebt prächtig von diesen Märkten. Er kann auch gerne von diesen Märkten leben, wenn es um die reine Privatwirtschaft geht, nicht aber wenn es sich um Staatsschulden handelt. Für Staatsschulden gilt die einfache alte und neue Regel, dass Staaten an Rückzahlung und Zinsen mittel- bis langfristig pleite gehen. Staaten können mittels Steuern das notwendige Geld niemals erwirtschaften, ohne die notwendigen kapitalistischen Anreize/Märkte und den Wettbewerb zu zerstören. Staaten können das Auf und Ab der Ökonomie nicht voraussehen, zudem sind Staaten in echter Konkurrenz zu anderen Staaten und müssen stets investieren, wie ein kapitalistisches Unternehmen auch, um den Anschluss nicht zu verlieren und Menschen nicht in Armut und Leid zu stürzen. Man schaue auf den "failed continent" Afrika. Staatsschulden dürfen verantwortungsbewusst nur von den Notenbanken finanziert werden. Geld, das von Notenbanken geschöpft wird, muss man nicht zurückzahlen, wenn man wie folgt vorgeht: 100 Jahre Laufzeit, Zinsen Null; am Ende ausbuchen, denn das Geld wurde aus dem Nichts geschöpft. Lagarde liegt völlig richtig mit der Einschätzung- im Einklang mit dem Großteil der Volkswirtschaftler-, dass Staaten nun in Infrastruktur investieren sollten, denn dies stellt dem geschöpften Geld lebensnotwendige Werte in Form langlebiger Güter gegenüber. Für Champagner, Austern und leichte Mädchen darf man das Geld freilich nicht ausgeben. Ein Investitionsprogramm, Laufzeit 20 Jahre, würde die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen und vor allem für längere Zeit. Azubis/Lehrlinge könnten wieder vermehrt ausgebildet werden und sogar Migranten auf diese Weise in den Arbeitsmarkt finden.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%