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Konjunktur Handelskonflikte lähmen die Weltwirtschaft: IWF senkt erneut Wachstumsprognose

Der IWF spricht ungewöhnlich deutlich Klartext. Die Staaten hätten sich einen Teil des Schadens selbst zugefügt. Vor allem ein Land wird gescholten.
23.07.2019 - 15:18 Uhr Kommentieren
Vor allem die bestehenden Strafzölle zwischen China und den USA belasten die Weltwirtschaft. Quelle: AFP/Getty Images
Hafen von Los Angeles

Vor allem die bestehenden Strafzölle zwischen China und den USA belasten die Weltwirtschaft.

(Foto: AFP/Getty Images)

Berlin Deutlich wie selten nennt der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Hauptursache für das weltweit abgeschwächte Wachstum: Handelskonflikte. In der aktualisierten Konjunkturprognose beschreibt IWF-Chefökonomin Gita Gopinath die Wachstumsaussichten als gedämpft. „Das müsste nicht so sein“, schreibt sie im begleitenden Blog zum Weltwirtschaftsausblick: Denn die Staaten hätten sich einen Teil des Schadens selbst zugefügt.

Vor allem die Strafzölle, mit denen sich die USA und China überziehen, bezeichnet sie als wichtige Ursache für die schwächeren Aussichten. Und: Sollten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ihren Handelskonflikt auf den Technologiesektor ausdehnen, dann könnte die gesamte Weltwirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 0,5 Prozent weniger wachsen: Bisher erwartet der IWF dann ein Wachstum von 3,5 Prozent, nach 3,2 Prozent in diesem Jahr.

Dass Gopinath den USA so wenig verschlüsselt eine so klare Schuld an der Abkühlung der Weltwirtschaft zuweist, ist ungewöhnlich: Die USA sind der größte IWF-Anteilseigner und verfügen über eine Vetomacht in der internationalen Organisation.

Seine Weltwirtschaftswachstumsprognose korrigierte der Fonds für beide Jahre um je 0,1 Prozentpunkte. Das sei deshalb ein Grund zur Sorge, weil diese Korrektur nach unten auf vorherige Abwärtsrevisionen folge, so Gopinath. Vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer würden von der um sich greifenden Unsicherheit der Industrie weltweit getroffen. In China erwartet der IWF in beiden Jahren ein um 0,2 Prozentpunkte schwächeres Wachstum.

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    Die Industrieländer halten dem Druck der Handelskonflikte bisher noch Stand. Für die USA erwartet der IWF sogar ein um 0,3 Prozentpunkte höheres Wachstum als noch im April.

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    Für die meisten Industrieländer ließ der IWF seine Prognose unverändert – außer für Japan und Deutschland: Für beide Länder erwartet der Fonds 2019 ein um 0,1 Prozentpunkte schwächeres Wachstum. Für Deutschland allerdings bleibt der IWF mit einer Jahreswachstumsrate von 0,7 Prozent optimistischer als die Bundesregierung, die nur 0,5 Prozent erwartet.

    Für 2020 rechnet der IWF weltweit weiterhin mit stärkerem Wachstum als in diesem Jahr. Diesen Optimismus versieht er allerdings mit einem deutlichen Warnhinweis: Neben weiter eskalierenden Handelskonflikten fürchtet der Fonds, dass nach Jahren der Niedrigzinsen sich womöglich vielerorts Finanzmarktrisiken durch hohe Schuldenstände aufgebaut haben könnten.

    Weitere Risiken seien ein plötzlicher Wachstumseinbruch in China, eine ausbleibende Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone – und ein Brexit ohne Abkommen zwischen Großbritannien und der EU. Auch „geopolitische Konflikte“, womöglich ausgehend vom Nahen Osten, zählt der IWF zu den Risiken, die eine Erholung im nächsten Jahr verhindern könnten.

    Der IWF richtet deshalb einen Appell an die Regierungen seiner 189 Mitgliedstaaten: Sie müssten aufhören, sich gegenseitig mit Strafzöllen zu überziehen. „Eine stärkerere globale Zusammenarbeit ist dringend notwendig“, so Gopinath. Denn außer den Handelskonflikten gelte es weitere Weltprobleme zu lösen – den Klimawandel, Korruption, Cyberattacken und nicht zuletzt neue Gefahren durch digitale Zahlungssysteme.

    Mehr: Handelskonflikte machen der Weltwirtschaft zu schaffen: In Deutschland schwächelt die Industrie, und auch weltweit steigt die Rezessionsgefahr. Vor allem Schwellenländer leiden.

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