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Konjunktur Industrieproduktion in Italien bricht ein – Kein Aufschwung in Sicht

Die Industrieproduktion war 2019 so schwach wie seit Jahren nicht mehr, meldet das Statistikamt. Vor allem die Autoproduktion ist eingebrochen.
10.02.2020 - 16:37 Uhr Kommentieren
Die Produktion in der Automobilbranche sinkt rapide. Quelle: Reuters
Produktion bei Fiat

Die Produktion in der Automobilbranche sinkt rapide.

(Foto: Reuters)

Rom Keine guten Zahlen kommen zum Wochenbeginn aus Italien. Wie das Statistikamt Istat in Rom meldet, ging die Industrieproduktion im Dezember 2019 im Vergleich zum Monat davor um 2,7 Prozent zurück.

Im Vergleich zum Dezember 2018 war der Einbruch noch deutlicher: die Industrieproduktion sank um 4,3 Prozent.     

Für das ganze Jahr haben die Statistiker einen Rückgang von 1,3 Prozent berechnet. Seit 2013 sei die Zahl nicht so niedrig gewesen. Zwar deuteten die ersten Indikatoren auf eine „moderate“ Verbesserung im ersten Quartal dieses Jahres hin, heißt es bei Istat, die Auswirkungen des Ausbruchs des Coronarvirus seien jedoch noch nicht einbezogen in die Berechnungen.   

„Die Zahlen sind schlimmer als jeder Voraussage“, kommentiert Carlo Rienzi, Präsident der Verbraucherschutzorganisation Codacons. „Ein Grund für die schwarze Situation der Wirtschaft ist ohne Zweifel die Konsumkrise, die man schon lange in Italien spürt.“ Die Einkäufe der Familien seien praktisch stehengeblieben.  

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    Mit den schlechten Zahlen sei aufgrund der unsicheren internationalen Lage wegen des Handelskriegs, der Situation im Nahen Osten und des Brexits zu rechnen gewesen, meint der Ökonom Lorenzo Codogno. Auch in Deutschland und Frankreich sei die Industrieproduktion im letzten Quartal 2019 zurückgegangen.

    Alle Unternehmen würden jetzt versuchen, die Auftragsbücher zu füllen. Aber eine Erholung sei nach den ersten Indikatoren für 2020 für Italien schwieriger als für andere Länder, sagt Codogno.

    Er weist ebenfalls auf die Auswirkungen der Coronaseuche hin: „Die Industrie wird vorsichtig sein in Januar.“ Ein leichter Aufschwung werde eine neue Rezession schwer unterbinden können. Italien war erst vor einem Jahr aus der dritten Rezession seit dem Krisenjahr 2008 gekommen.

    Doch die neuen Zahlen verheißen nichts Gutes: Nach der ersten Istat-Schätzung ist das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2019 um 0,3 Prozent zurückgegangen – die gleiche Zahl wie im vierten Quartal 2018. Im März kommt die definitive Zahl für 2019.   

    Alle Branchen mit Ausnahme von Elektronik, Lebensmitteln und Medikamenten sind von der sinkenden Industrieproduktion betroffen. Besonders trifft es aber die Automobilbranche. Die ging im vergangenen Jahr um 13,9 Prozent zurück – laut Istat der stärkste Rückgang seit 2012.  

    „Noch ist eine Wende für die Wirtschaft nicht in Sicht“, meint Paolo Mameli, Senior Economist des Studienzentrum von Intesa Sanpaolo. 

    Und auch Notenbankgouverneur Ignazio Visco warnte. Die italienischen Finanzmärkte würden im Moment dank der gesunkenen Risikoaufschläge von der größeren politischen Stabilität profitieren, sagte er am Wochenende. „Aber sie haben es noch nicht geschafft, die Verwundbarkeit zu bekämpfen, die durch die mittelfristigen Aussichten der öffentlichen Finanzen und des Wachstums entsteht.“

    Sein Rezept: „Das Regierungsprogramm für öffentliche Investitionen muss vollständig umgesetzt werden.“

    Mehr: Matteo Renzi plant „Schock“ für Italiens Wirtschaft

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