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Konjunktur OECD: Die zweite Viruswelle schwächt die Weltwirtschaft erneut – trotz Impfstoff-Hoffnung

Solange hohe Infektionszahlen immer wieder Lockdowns erzwingen, wird das Wachstum begrenzt bleiben, sagen die Experten der OECD in ihrer Winter-Konjunkturprognose.
02.12.2020 - 11:00 Uhr Kommentieren
Bevor es mit den Impfungen besser wird, verschlechtert sich laut OECD aktuell die Wirtschaftsentwicklung weltweit. Quelle: dpa
Container-Terminal in Hamburg

Bevor es mit den Impfungen besser wird, verschlechtert sich laut OECD aktuell die Wirtschaftsentwicklung weltweit.

(Foto: dpa)

Berlin Erstmals seit dem Beginn der Pandemie gibt es Hoffnung auf eine wirtschaftlich bessere Zukunft: Impfstoffe und Medikamente scheinen in Sicht und damit die Chance, Corona zu besiegen. Die Chefvolkswirtin der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Laurence Boone freut sich in ihrer neuen Wirtschaftsprognose darüber – warnt aber davor, bis dahin die zweite Corona-Welle zu unterschätzen.

„Die wirtschaftliche Aktivität wird noch einige Quartale unter weniger direkten Kontakten und teilweise geschlossenen Grenzen leiden“, schreibt Boone in der neuen OECD-Wirtschaftsprognose, die am Dienstag veröffentlicht worden ist. Mindestens sechs bis neun Monate müsse die Weltwirtschaft noch mit der Pandemie leben.

Bevor es mit den Impfungen besser wird, verschlechtert sich laut OECD aktuell die Wirtschaftsentwicklung weltweit: Statt um 4,2 Prozent, wie im September von der OECD erwartet, soll die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 4,5 Prozent schrumpfen. Dafür dürfte sie dann 2021 stärker wachsen: um 5,0 statt 4,2 Prozent, wie im September vorausgesagt.

Deutschlands Wirtschaft wächst 2021 nur verhalten

Jedoch: Für Europa und auch für Deutschland sehen die Zahlen auch für nächstes Jahr schlechter aus. Statt um 4,6 Prozent, wie im September für 2021 erwartet, soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hierzulande nur um 2,8 Prozent wachsen. Die hohen Infektionszahlen, die steigende Zahl von Intensivpatienten und Toten hierzulande würden die Regierung zu längeren Lockdowns zwingen.

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    Und dass die Maßnahmen hierzulande ausreichen, das Gesundheitswesen verlässlich zu schützen, scheint die OECD zu bezweifeln. „Ein weiterer Anstieg der Fallzahlen würde den privaten Konsum dämpfen und die Regierung zu härteren Eindämmungsmaßnahmen zwingen“, heißt es im Economic Outlook.

    Noch härter getroffen ist Frankreich, das gerade seinen zweiten harten Shutdown auf das hiesige Maß an Einschränkungen gelockert hat: Um 9,1 Prozent soll dort die Wirtschaft 2020 einbrechen – und 2021 um 6,0 Prozent wachsen.

    Die Euro-Zone im Durchschnitt wird demnach in diesem Jahr um 7,5 Prozent schrumpfen und 2021 um 3,6 Prozent wachsen. Nach einem solch starken Einbruch ist das ein nur schwacher Wiederaufschwung.

    Die Erholung der Weltwirtschaft bleibt nach dem OECD-Bericht insgesamt eine äußerst ungleiche: Während China und andere Länder Asiens die Pandemie hinter sich lassen – China soll 2021 wieder um acht Prozent wachsen –, können sich Europa und Nordamerika noch nicht vollständig aus der Wirtschaftskrise befreien: Ihr Anteil an der Weltwirtschaft geht deshalb zurück.

    OECD und IWF fürchten Ende der Wirtschaftshilfen

    Die OECD-Ökonomen um Boone befürchten zudem, dass die EU-Regierungen zu früh ihre Wirtschaftshilfen zurückfahren. Angesichts der dramatischen zweiten Viruswelle würde dies die Schäden in der Wirtschaft nur verschärfen, den Wiederaufschwung ausbremsen – und damit das Wachstum zusätzlich lähmen, was die Haushaltskonsolidierung erschweren würde.

    Länder wie Deutschland müssten jetzt ihre längst beschlossenen Investitionsprogramme umsetzen und ganz Europa müsste vorankommen bei Digitalisierung und Klimaschutz. Einmal mehr mahnt Boone die Bundesregierung, es zu ermöglichen, dass Firmen die Kurzarbeitszeit gezielt für Weiterbildung ihrer Belegschaften nutzen können.

    Auch der Internationale Währungsfonds warnte zum Wochenauftakt eindringlich vor einem zu frühen Ende der Wirtschaftshilfen. „Der Job ist noch nicht erledigt. Die zweite Welle zeigt: Die Pandemie ist noch längst nicht vorüber“, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Montag nach Beratungen mit den Finanzministern der Euro-Zone.

    Entscheidend sei, dass die EU ihren Haushalt und den 750-Milliarden-Euro schweren European Recovery Fund jetzt schnell beschließt und umsetzt. „Der Fonds wird aber nur helfen, wenn Projekte von hoher Qualität gefördert werden“, sagte die IWF-Chefin am Montag.

    Diese Projekte müssten zusätzlich aufgelegt werden, anstatt einfach nur nationale zu ersetzen. Sie müssten zudem mit Anreizen zu Reformen verbunden werden, so Georgieva. Auch sie meint damit den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft und die Digitalisierung.

    Jetzt sei zudem die richtige Zeit, endlich die noch unvollständige EU-Kapitalmarktunion zu vollenden.

    Mehr: Wirtschaftsweise warnen vor zu frühem Sparkurs.

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