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KonjunkturprognoseDie Krise trifft den Osten Europas spät, aber heftig

Viele Staaten in der EU sind von Deutschland als Exportmarkt abhängig. Die Krise kommt bei ihnen zeitverzögert an, dafür aber umso stärker.Mathias Brüggmann 28.09.2022 - 07:00 Uhr Artikel anhören

Tausende Demonstranten versammelten sich, um gegen die Regierung zu protestieren. Rund ein Drittel der Haushalte in Tschechien hat Probleme, seine monatlichen Ausgaben zu decken.

Foto: dpa

Berlin. Die osteuropäischen Mitgliedstaaten waren lange die wirtschaftlichen Zugmaschinen in der Europäischen Union. Und für das laufende Jahr verbessert die Osteuropaförderbank EBRD für einzelne Länder sogar die wirtschaftliche Voraussage. Dafür dürfte die Krise den Osten Europas im kommenden Jahr deutlich heftiger treffen, heißt es in der neuen Konjunkturprognose.

Ein wichtiges Risiko: „eine wirtschaftliche Abschwächung in Deutschland, die Osteuropa hart treffen würde“, sagte die EBRD-Chefökonomin Beata Javorcik dem Handelsblatt. Ein Abrutschen in die Rezession oder Produktionsstopps in Deutschland aufgrund von Gasmangel würden für den Osten einbrechende Exporte und einen weiteren Inflationsschub bedeuten.

Eine erhebliche „konjunkturelle Abkühlung hat bereits begonnen“, sagte Javorcik. Aber „die hohen Konsumausgaben und die großen Exporte im ersten Halbjahr haben uns überrascht“. Die EBRD hob ihre Wachstumsprognose für 2022 für Osteuropa um 0,5 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent an. Im ersten Halbjahr waren die Wirtschaften der osteuropäischen EU-Staaten noch um 5,9 Prozent gewachsen.

Im Gesamtjahr könnten Bulgarien, Ungarn, Kroatien, Rumänien und Slowenien demnach ein höheres Wirtschaftswachstum erzielen, als noch in der Konjunkturprognose im Mai erwartet worden war. In den anderen EU-Ländern Mittel- und Osteuropas rechnet die Förderbank nicht mit Veränderungen gegenüber der Vorhersage von Mai.

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